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Bergtour am Dachstein: vom Hunerkogel zum Guttenberghaus

11. August 2014 by Stefanie Dehler

Dachstein in ÖsterreichEinen Traumtag erwischte ich im Juli am Dachstein, einem Bergmassiv in Österreich, das ich schon lange einmal sehen wollte. Ausgangspunkt war nochmals Schladming in der Steiermark, hier treffen allerdings so einige Bundesländer zusammen. Bei der Bergtour über den Gletscher und die Felswüste „Am Stein“ braucht man unbedingt gutes Wetter – und meine Tour hätte kaum besser sein können! 

Dachstein Wanderung in Österreich

Starten sollte man mit dem Bus von Ramsau am Dachstein aus – die Fahrt ist mit der Schladming-Dachstein Sommercard, die man in der Unterkunft bekommt, kostenlos. Mit dem Auto ist es zu nervenaufreibend, außerdem endet diese Tour nicht am Ausgangspunkt. Für die erste Etappe der Wanderung empfiehlt sich die Fahrt von Ramsau mit der Gondel der Dachstein Gletscherbahn auf den Hunerkogel – auch für diese Fahrt muss man mit der Sommercard nichts bezahlen. Wichtig: an sonnigen Tagen in der Hauptsaison unbedingt ein Ticket für eine bestimmte Uhrzeit reservieren, damit man nicht unendlich lange an der Talstation auf einen freien Platz warten muss.

Dachstein Seilbahn

Die Fahrt von 1.700m auf 2.700 m dauert ca 8 Minuten und wenn man Glück hat, erwischt man sogar einen Platz auf dem Dach der Gondel! An der Bergstation hat man den üblichen Besuchertrubel, mit Restaurants, Aussichtsplattformen und Attraktionen, aber auch Langlaufloipen, Skipisten und Snowboardgaudi mitten im Sommer. Wem das gefällt, der bleibt hier und genießt den grandiosen Blick auf die umliegenden Berge, auf den Hochkönig zum Beispiel, oder auf Gollingspitze und Greifenberg in den Schladminger Tauern gegenüber, auf den Grimming im Hintergrund.

Skipisten am Dachstein Gletscher

Alle anderen folgen den Schildern Richtung Guttenberghaus – und haben den Trubel und die Menschenmassen in wenigen Minuten hinter sich gelassen. Der erste Teil des Weges geht über Schnee und Eis entlang der Skipiste, skurril mitten im Sommer.

Gletscherwanderung am Dachstein

Und dann betritt man eine Steinwüste, eine Mondlandschaft aus Felsen und Geröll – für die nächsten paar Stunden kaum ein Grashalm, kaum eine andere Farbe als das Blau des Himmels und die verschiedenen Grautöne der Steine. Manchmal ein wenig weißer Schnee, rote Wegmarkierungen, ein einziger anderer Wanderer.

Dachstein Rundwanderweg

Von weitem sieht man nur in ein Labyrinth aus Steinen, aus der Ferne ist nicht ersichtlich, wo einen der Weg hinführen wird. Von nahem ist der Pfad aber ganz klar zu erkennen und gut markiert.

Wanderung am Dachstein

Viel Wasser sollte man sich einpacken, denn die Sonne brennt senkrecht auf einen herab, ohne jeglichen Schatten, und erst recht ohne die Bäche und Wasserfälle vom Tag vorher bei meiner Tour in den Schladminger Tauern. Man sollte die Tour außerdem nur bei gutem Wetter machen – ein Gewitter hier oben wäre der Horror.

Dachstein Wanderung zum Guttenberghaus

Die eintönige faszinierende Landschaft führt auch den Kopf im Labyrinth herum – über lange Passagen denkt man einfach an überhaupt nichts, nur gehen, Erholung für den Kopf. Und kann kommt plötzlich ein Gedanke herein und man kann sich ganz darauf konzentrieren, ohne jede Ablenkung. Nicht überraschend heißt die Landschaft hier übrigens „Am Stein“.

Am Stein in Österreich

Erstaunlicherweise hört man manchmal Schafe blöken, und so manche Blume schafft es auch hier oben zu überleben.

Blumen in der Steinwüste

„Überlebenswichtig“ für die Wanderer ist dann der Anblick des Guttenberghauses, das man nach etwa 4 Stunden unter sich liegen sieht.

Guttenberghaus am Dachstein Rundwanderweg

Die Hütte auf 2.146m feiert dieses Jahr 100. Geburtstag, der Blick von der Terrasse ist grandios, der Wirt kümmert sich besonders herzlich um seine Gäste (und schenkt einen vorzüglichen Zirbenschnapps aus!) und beim Spezi-Trinken kann man Klettersteiggeher hoch über der Hütte beobachten.

Pause am Guttenberghaus in Österreich

Nach der schönen Pause wird der restliche Weg ins Tal zurück nach Ramsau zäh – irgendwie muss man ja auf die 1.750 Höhenmeter Abstieg kommen, über den Gletscher und durch „Am Stein“ geht es relativ eben, nur mit kleinen Bergauf- und Bergab-Stellen. In Serpentinen führen Pfade durchs Gras und breite Wege durch den Wald – die bessere Alternative wäre schon, im Guttenberghaus zu schlafen, noch ein paar Zirbenschnäppse zu trinken und am nächsten Tag zum Stoderzinken weiter zu gehen… Aber das kommt dann halt ein anderes Mal.

Steinwüste am Dachstein

Die Wanderung ist übrigens die 3. Etappe auf dem Dachstein Rundwanderweg, der in 8 Etappen rund um den Dachstein führt, durch die Steiermark, Oberösterreich und das Salzburger Land. Dazu am besten den Wanderführer besorgen, der Wegbeschreibungen, Karten und vor allem tolle Fotos des Bergführers und Fotografen Reinhard Lamm enthält.

Wanderführer Dachstein Rundwanderweg

Vom Anfang auf dem Schnee und Eis und einem steilen Geröll-Abschnitt abgesehen ist die Wanderung technisch nicht schwierig – aber doch nur für erfahrene Wanderer aufgrund der Länge und Abgeschiedenheit. Eine sehr schöne Bergtour, die viel Lust auf die anderen Etappen des Rundwanderwegs macht!

Dachstein Wanderung

Vielen Dank an die Österreich Werbung und an die Schladming-Dachstein Tourismusmarketing GmbH für die Einladung zu dieser Tour und besonders an Melanie für die super Begleitung!

*Alle Höhenangaben aus dem “Wanderführer Dachstein Schladminger Tauern”, geschrieben von Reinhard Lamm, herausgegeben von der Urlaubsregion Schladming Dachstein.

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Stefanie Dehler
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Stefanie Dehler

Herausgeberin des Gipfelglück Blogs - einer Sammlung von persönlichen Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radlfahren und Reisen, in München, in den Alpen und weltweit.
Mit einer Vorliebe für Höhenmeter, Kuchen, Bier, Bücher und Instagram.
Stefanie Dehler
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5 Kommentare »

  1. Eine wunderschöne Tour. Schade das du nicht über Nacht geblieben bist. Die Tour in zwei Tagen zu machen ist etwas erholsamer. Wenn du mal Zeit hast diese Tour zum Gutenberghaus ist ebenfalls wunderschön. http://bergkraxler.wordpress.com/2013/08/12/die-konigsetappe-im-dachsteingebiet/

    lg Bernd

  2. Doris sagt:

    Die Aussicht und euer Wetter war ja wirklich traumhaft. Dort oben gibts ja Schnee, kann man denn da kurzärmlig und mit kurzen Hosen laufen? Dafür müsste es doch ordentlich Kalt sein oder?

    • Stefanie Dehler sagt:

      Es waren glaube ich 15 Grad am Gletscher – wenn die Sonne scheint und vom Schnee reflektiert wird, ist es gar nicht so kalt!

  3. Nils sagt:

    Finde ich super, wenn ich die Bilder sehe, will ich auch wieder hin. [Link mit Hotel-Werbung wurde entfernt] Auf jeden Fall eine sehr schöne Gegend zum Wandern!!

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