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Castlecamp – für die Work-Hike-Balance

13. September 2013 by Stefanie Dehler

Castlecamp KaprunBrauchen wir ein Castlecamp? Machen wir eine Wanderung zum Sonnenaufgang? Bloggen wir darüber? Na klar! Und wer liest das?

Die meisten Stammleser hier interessieren sich eher wenig für das Castlecamp, ein regelmäßiges Treffen von online-affinen Leuten, die im Tourismus arbeiten. Die meisten Teilnehmer des Events schütteln wohl immer noch die Köpfe über diese verrückte Wandergeschichte. Versuchen wir also, allen etwas passendes zu erzählen.

Warum die Antwort oben auf die ersten beiden Fragen ja klar lautet: beides holt uns aus dem Alltag heraus, was ganz einfach immer wieder im Jahr mal wichtig ist. Unter Gleichgesinnten zu sein, die sich ein Wochenende beruflichen Themen widmen, auch beim Mittagessen über Marketingideen sprechen, merken, dass andere die gleichen Schwierigkeiten haben, dass andere vielleicht Lösungen haben oder gemeinsam Ideen entwickeln wollen. Dass man mal doofe Fragen stellen kann oder Anmerkungen hat, wo man weiß, dass alle drüber lachen werden, aber vielleicht nimmts der ein oder andere doch ernst (fotografiert Frauen mit Rucksäcken!).

Session zu den Iron Bloggern

Session zu den Iron Bloggern

Und dass dann zwischendurch plötzlich ganz andere Themen auf den Tisch kommen, weil man Leute seit Jahren kennt (oder auch nicht). Weil es die Leute sind, nicht die Themen auf der Agenda, die den Puls auf 180 steigen lassen, wenn man sieht, dass die Anmeldung für das Castlecamp (oder auch das Tourismuscamp in Eichstätt) offen ist, ein Puls, der sich erst beruhigt, wenn man seinen Namen auf der Teilnehmerliste sieht. Wenn man weiß, was man verpassen würde, will man es nicht verpassen. Auch wenn man dafür eine große Outdoor-Veranstaltung eines Sporthändlers im Trentino sausen lässt, auf dem man liebe Blogger-Freunde getroffen hätte.

Castlecamp Whisky

Hier kommt das Wandern ins Spiel. Denn ich weiß auch, was ich verpasse, wenn ich an einem sonnigen September Wochenende nicht in die Berge gehe. Denn auch das ist das raus aus dem Alltag, den Kopf frei bekommen und mal an andere Sachen denken. Aber wenn ich schon auf dem Berg war, kann ich später auch wieder konzentriert in einer Session sitzen und „arbeiten“. Und irgendwann merkt man dann, dass es doch – ganz einfach – um die Work-Hike-Balance geht im Leben.

Ich werde diesen Begriff schützen lassen, eine Philosophie entwickeln, E-Books und T-Shirts verkaufen und total reich werden damit, vorher erzähle ich aber noch von der Castlecamp-Outdoor-Session.

Schon letztes Jahr lief das ganz gut, spontan und allein aber toll, dieses Jahr hatte tatsächlich eine ganze Reihe von Leuten Interesse an der Wanderung gezeigt, einige mehr, andere weniger, mancher rang mit sich. Sonya teilte sich mit mir das Zimmer in der Pension und würde so eh wach werden von meinem Wecker, andere hielt mich für völlig bekloppt. Ich gebe zu, dass ich auch gerne länger auf der Party geblieben wäre, denn so viel Zeit bei einem Barcamp auch ist, man schafft es nie mit allen zu reden und alle kennen zu lernen. Aber wenn man sagt, man organisiert eine Wandersession, dann bleibt einem nichts anderes übrig als es durchzuziehen.

Wegweiser

Am Sonntag morgen um 5 Uhr also war es noch sehr dunkel, viel zu dunkel. Es war viel zu früh. Im Auto auf dem Weg zum Treffpunkt hatte ich wirklich keine Ahnung, was mich erwarten würde, sollte es echt noch mehr Verrückte geben, die jetzt mit mir wandern gehen wollten?

Und wir bogen um die Kurve und dann standen da 5 strahlende Leute! FÜNF! Morgens um halb 6, auf einer leeren Straße in Kaprun, bestens gelaunt, wild am Twittern.

Tweet

Was habe ich mich über diese Leute gefreut!

Picknick beim Wandern

Was wurde das eine lustige Wanderung, mit Sonnenaufgang über den Bergen, angenehmen Gesprächen, unzähligen Fotostops bei Kühen, Katzen und Zäunen, einem Picknick am See, wo man dann deutlich merkte, dass wir irgendwie alle Werbung und Vermarktung „können“. Aus dem Tal kamen die ersten Lebenszeichen auf Twitter. Irgendwie waren wir allerdings vom rechten Wege abgekommen, meine Fähigkeiten als Bergführerin sind ausbaufähig, wir landeten an einer falschen Seilbahnstation, fanden aber dafür ein Trampolin, W-Lan und Zeit für ein Nickerchen. Liefen dann zur richtigen Seilbahn, ließen uns hinunterfahren, kamen „geflasht“ an den Autos an, voller Energie für den neuen Tag auf der Burg, bereit zur Wissensaufnahme und Wissenweitergabe.

Newsletter, Veranstaltungskalender, Blogger, Monitoring von Aktivitäten im Internet- ein Barcamp hat viele Themen, die durch die Teilnehmer entstehen und sich entwickeln und jeder einzelne, der dabei ist, diskutiert mit und bringt sich ein.

Ich kann also nur jeden ermuntern, sich fürs nächste Touristiker-Barcamp anzumelden, ihr müsst dazu nicht wissen, warum es Barcamp heißt, was Sessions und Hashtags sind und euch nicht ärgern, dass sich alle kennen und ihr niemanden. Jeder darf fragen – Fragen stellen sollten wir von der „Familie“ ermuntern und einfache Antworten parat haben – und jeder hat Wissen, das er mit den anderen teilen darf. Gerne mit Gegenargumenten oder neuen Blickwinkeln, es muss diskutiert werden sonst wirds langweilig. Auch wenn ein Thema auf den ersten Blick nicht interessant sein mag – trotzdem anhören und ein bisschen neues Wissen mitnehmen. Mitfeiern an den Abenden. In den Pausen im Burghof das Gesicht in die Sonne halten und Leute kennen lernen.

Der Austausch unter Touristikern ist wichtig, er läuft oft gut über Twitter, Facebook etc, aber er läuft besser, wenn man sich im Real Life trifft, miteinander spricht, einen Whisky trinkt und zusammen essen geht. Man braucht dazu Sponsoren (danke!) und Organisatoren (danke!). Jemand muss das Datum festlegen und loslegen, so wie jemand die Uhrzeit für die Wanderung festlegen muss.

Nickerchen an der falschen Seilbahn

Nickerchen an der falschen Seilbahn

Denn für die Work-Hike-Balance heißt es natürlich am Sonntag den Wecker stellen. Sich überwinden und raus aus dem Bett. Mit dem Maiskogel steht das Ziel der nächsten Sonnenaufgangs-Wanderung sogar schon fest, eventuell muss ich nur vorher schon mal hin und die Route testen, damit wir uns nicht schlimmer verlaufen und zu viel Barcamp verpassen.

Im übrigen gibts in den kommenden Wochen auch noch ein Barcamp Nürnberg, ein Barcamp Regensburg usw usw. Da gibts aber keine Wandersession, die gibts nur beim Castlecamp im nächsten Jahr!

——

Mehr Berichte hier und hier und hier und hier und hier und hier und hier und hier. Außerdem hier und hier und hier und hier und hier.

 

(Sorry, wenn ich jemanden vergessen habe, es ist mitten in der Nacht, 2 Uhr…Korrekturlesen und Verschönerung erfolgt zudem im Laufe des Wochenendes, Hauptsache, das ist hier jetzt mal geschrieben.)

 

Stefanie Dehler
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Stefanie Dehler

Herausgeberin des Gipfelglück Blogs - einer Sammlung von persönlichen Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radlfahren und Reisen, in München, in den Alpen und weltweit.
Mit einer Vorliebe für Höhenmeter, Kuchen, Bier, Bücher und Instagram.
Stefanie Dehler
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9 Comments »

  1. Barbara sagt:

    Danke für die „hier“ Klicks :-)

  2. Blocksatz sagt:

    Mein Castlecamp: Kommunikationsgeek sucht Webfreaks – Chiffre #cczk13

    Es ist nicht ganz klar, ob es die alte Burg Kaprun ist, die fast märchenhafte Atmosphäre dieses alten Gemäuers oder am Ende eben doch einfach ‘nur’ die abwechslungsreiche Mischung der teilnehmenden Menschen. Fest steht, dass das Castlecamp…

  3. Sonya sagt:

    Vielen Dank für die tolle Outdoor-Session und die gemeinsame Fahrt zum Castlecamp. Es war ein tolles und erlebnisreiches Wochenende. Deine Philosophie der Work-Hike-Balance gefällt mir.

  4. Kristine sagt:

    Der etwas andere CastleCamp-Rückblick! Wieder einfach ganz wunderbar geschrieben.
    Ich ziehe meinen Hut vor dir und all deinen Wandergesellen, die sich um 5.30 Uhr am zweiten Tag eines BarCamps zum Wandern treffen. Hammer!
    LG, Kristine

    • Stefanie Dehler sagt:

      Vielen Dank für dein Lob Kristine, ich war auch sehr beeindruckt, dass so viele dabei waren – mir blieb als „Sessionleiterin“ ja nix anderes übrig als aufzustehen :-)

  5. […] getrost daheim; dafür werden vielleicht im nächsten Jahr endlich die Wanderschuhe angezogen (Stichwort: Outdoor-Session meiner lieben Kollegin Steffi). Statt Schlips sind Flipflops welcome und wer einfach mit der Masse mitschwimmen will, packt […]

  6. […] ich mir tatsächlich die Morgen-Wander-Session mit Steffi gebe (ihren Rückblick von 2013 gibt es hier)? Mal schauen. Ansonsten freue ich mich darauf, in Kaprun neben Steffi auch andere […]

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