Im Zillertal – wandern, zelten und Blogger treffen

Bloggertreffen ZillertalDas Zillertal war  – wie hier schon angekündigt – die für den Moment letzte meiner Stationen, Menschen Aus Dem Internet mal in echt zu treffen. Die Firma Bergfreunde hatte ein Bloggertreffen im lezten Eck des Zillertals organisiert und Zelte, Crashpads, Tütenfutter und Grillfleisch organisiert. Alles andere, was man so zum Grillen, Zelten und Wandern braucht, warf ich in mein Auto und hatte dadurch ungefähr 5 mal so viel Gepäck wie unmittelbar vorher für 4 Tage Berlin (der re:publica Artikel braucht leider noch etwas länger…).

Und ich bin stolz, dass ich erst im 4. Satz die Worte Wetter und Regen erwähne, denn leider fing es am Freitag morgen um 9 Uhr an zu regnen und hörte einfach nicht mehr auf…

Natürlich schaut man sich vorher den Wetterbericht an, aber wegen Wetter traut sich ja kein Outdoor-Blogger ein Treffen abzusagen. Am Donnerstag war’s auch noch wunderbar, warm und sonnig mit blauem Himmel, Eis von der Tankstelle und Blumenwiesen! Im Zillergrund, beim Wirtshaus in der Au, warteten schon durch die Rhöntour wetter-erprobte Blogger-Freunde, andere bekannte Gesichter z.B. von der ISPO und einige ganz neue Gesichter. Bei einem Spaziergang in der Nähe der Zeltwiese entdeckten wir dann einige aus der Gruppe beim Bouldern, dafür ist die Gegend auch besonders bekannt. Ein wunderschönes Tal ist der Zillergrund, viel Grün, schöne Berge, riesige Felsen, Bach und Wasserfälle. Blauer Himmel!

 

Zillergrund
Zillergrund

Wie es sich beim Zelten gehört wurden bald die Grills angeworfen, jeder schaufelte seinen Plastiknapf mit Salat, Brot, Fleisch und Ketchup voll, Bier gabs gekühlt aus dem Bach und wenns sein muss, schmeckt Rotwein auch mal aus einem Plastikbecher. Wir saßen auf Crashpads (=dicke, leichte Matratzen, die Boulderer zum Drauffallen nutzen. recht bequem zum Sitzen und lustig anzusehen, wenn Boulderer damit auf dem Rücken durch die Alpen spazieren) und es war sommerlich warm, so dass eine Fleecejacke ausreichte. Real Life mit Internet Menschen ist einfach was Tolles!

Frühstück im Zillertal
Frühstück

Mit dem ersten Kaffeeduft am nächsten Morgen kam der Regen. Und er stoppte wie gesagt auch nicht mehr. Wir hatten Pavillons, unter denen wir unser Müsli kauten, und selbstverständlich hatten wir als Outdoor-Blogger neben besten Regenjacken, Regenhosen, Regencapes und Regenhüllen auch die richtige Einstellung und Motivation, trotzdem auf eine kleine Bergtour zu gehen. Immerhin lag ja kein Schnee mehr, zumindest auf dem Weg bis zum Zillergründl Stausee. Die Boulderer verbrachten den Tag übrigens in der Boulderhalle, das gibts auch im Zillertal.

Wanderweg Zillergrund

Der Weg, der eigentlich Richtung Plauener Hütte führt, war wirklich schön, am Bach entlang, durch Wald, über Almwiesen, an einzelnen Gebäuden vorbei, über Stock und Stein, tropfend und triefend erreichten Angelica, Jens und ich irgendwann den Adlerblick über dem Stausee. Den Stausee sahen wir aber nur auf der Landkarte, die Realität hatte nur Nebel, Wolken und Regen parat. Steve wurde weniger nass, denn er lief einfach schneller und erreichte sogar die Schneegrenze, tauchte dann wie eine Fata Morgana wieder mal neben uns auf und war Sekunden später wieder verschwunden.

Adlerblick im Zillertal
Adlerblick über dem Stausee. Wie Sie sehen, sehen Sie nichts.

Wir hatten trotz allem Spaß auf dieser Tour, auch wenn man das anhand der Fotos nicht wirklich nachvollziehen kann. Keine Aussicht, kein Ort zum Einkehren oder Hinsetzen, ein bisschen Müsliriegel und kaltes Wasser, aber wir hatten Spaß!

Wanderfreunde
Wanderfreunde mit Spaß

Es wäre auch alles gar nicht so schlimm gewesen, hätte uns am Ende der Wanderung ein 5*****Hotel mit Sauna, Federbetten und kannenweise Tee erwartet. Oder eine normale Alpenvereinshütte wenigstens. Aber wir waren ja zelten. Gut, halb so wild – wir ließen uns im Gasthaus nieder, dort gabs Suppe und Kässpätzle, Bier und Kakao, und alles trocknete und wurde gemütlich. Wenn man nicht an die Nacht im Zelt dachte.

Abendessen in der Hütte
Aufwärmen und Erfrischen!

Die ganze Nacht von Freitag auf Samstag regnete es weiter, ich war mehrmals in der Nacht wach, um die Regentropfen aufs Zelt platschen zu hören. Tja und als der Rest am nächsten Morgen sehr tapfer die Rucksäcke packte und eine Tour aus dem Wanderführer raussuchte, suchte ich Salatschüssel und andere Siebensachen zusammen und packte mein Auto.

Zeltplatz
nicht meine Welt…

Zu viel schlechtes Wetter in den letzten Wochen, zu grau, zu wenig Motivation noch einen Tag durchzustehenwandern. Geheiztes Auto, Badewanne, kuscheliges Sofa, das war schon die richtige Entscheidung, auch wenn jede Twitter-Meldung aus dem Zillertal einen kleinen kurzen Stich setzte, das gebe ich zu. Den Rest des Wochenendes vertiefte ich mich dann in mein neues Buch über Almen und Hüttentouren. Das ist mehr meine Welt und vielleicht buchen wir für das nächste Bloggertreffen einfach ein Hüttenlager und wer zelten will, den halte ich nicht davon ab :-)

Zum Schluss ein Dank an die Bergfreunde fürs Organisieren, an Jens fürs Tellerspülen am Donnerstagabend, an Angelica für Zelt-Teilen, an den grummeligen Gastwirt dafür, dass ich ausnahmsweise schon um 7 aufs Klo gehen durfte, an Petrus für den sonnigen Donnerstag und an alle dafür, dass mich keiner am Samstag morgen aufgehalten hat. Dann wäre ich sicher geblieben aber ohne wirklich zu wollen…

PS: Links zu den anderen Zillertal-Berichten gibt es am 31. Mai in meinem Monatsrückblick, das ist hoffentlich in Ordnung…

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An diesen Tagen habe ich den Rother Wanderführer Zillertal dabei gehabt. Hier könnt ihr meine Rezension lesen.

Stefanie Dehler
Folgt mir:

Stefanie Dehler

Herausgeberin des Gipfelglück Blogs - einer Sammlung von persönlichen Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radlfahren und Reisen, im Chiemgau, in den Alpen, weltweit.
Mit einer Vorliebe für Höhenmeter, Kuchen, Bier, Bücher und Instagram.
Stefanie Dehler
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14 Comments

  1. Pingback: Bloggertreffen im Zillertal | WandernBonn.de

  2. Ich habe mich ja gleich gedrückt, denn zelten bei Dauerregen … ist auch nicht so meines.
    Aber nach dem Artikel, hätte sich ein Kurzbesuch vielleicht doch gelohnt? Hm… das nächste Mal.
    Gruß
    Almut

  3. Wir waren letztes Jahr im Juni in Holland am Meer zelten. Bei Dauerregen und 10°C war das echt kein Spaß.
    Nach 4 Tagen haben wir aufgegeben und bei Regen kriegt mich keiner mehr so schnell in ein Zelt.
    Ich habe also vollstes Verständnis, dass du am Samstag wieder gefahren bist! :-)

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