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Virtuell Wandern (14) – eine Alpenüberquerung mit Tamina Kallert samt Fernseh-Team

20. Dezember 2015 by Stefanie Dehler

Bild: WDR/Karen Wesselmann

Bild: WDR/Karen Wesselmann

Diese Geschichte mit der Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran ist ein unheimlicher Dauerbrenner. Bei jedem Wanderer ist sie ein bisschen anders, wer nach Meran gewandert ist, erinnert sich so gerne daran, so viele träumen davon, diese Tour auf dem E5 einmal zu gehen.

Vor einigen Wochen lief im WDR Fernsehen im Rahmen der „Wunderschön!“ -Reihe eine Folge, in der Moderatorin Tamina Kallert über die Alpen wandert, und gefühlt jeder zweite Zuschauer landete anschließend hier im Blog, um weiter zu recherchieren (Hier geht es zu den Gipfelglück E5 Tipps und Etappenberichten).

Nun sendet der WDR 2015 zwischen den Jahren gleich fünf 30-minütige Folgen über Tamina Kallerts Wanderung auf dem E5 (Montag, 28. Dezember zwei Folgen von 15 bis 16 Uhr, Dienstag, 29. Dezember zwei Folgen von 15 bis 16 Uhr und Mittwoch, 30. Dezember eine Folge von 15 Uhr bis 15.30 Uhr) – und zur Einstimmung hat die Moderatorin die Gipfelglück-Interview-Fragen in der neuen Staffel der wunderschönen Virtuell Wandern Serie beantwortet:


1) Stelle dich bitte kurz den Gipfelglück-Lesern vor, damit jeder weiß, wer heute im Virtuell-Wandern-Interview dabei ist.

Mein Name ist Tamina Kallert, und ich bin Fernsehmoderatorin. Mein Schwerpunkt: Reisesendungen. Ich habe in Freiburg und Köln Anglistik und Geschichte studiert und 1995 meine ersten Schritte im Fernsehen gemacht: als Reporterin für das WDR-Jugendmagazin „Lolo Rosso“. Später folgten die WDR-Life-Style-Sendung „Gimmi Feif“, die ProSieben- Sendung „Die Reporter“ und das DSF-Reisemagazin „Abenteuer & Reisen TV“.

Seit 2004 moderiere ich für den WDR u. a. das Reisemagazin „Wunderschön“. Zusammen mit meinem Mann und meinen beiden Kindern lebe ich inzwischen wieder in meiner Heimatstadt Freiburg.

2) Du hast eine Alpenüberquerung gemacht, wie viele Wanderer jedes Jahr. Welche Strecke bist du gewandert, was war bei eurer Tour das Besondere, abgesehen davon, dass die ganze Zeit ein Kamerateam dabei war?

Wie sind den legendären E5 gewandert, von Obsterstdorf nach Meran, haben uns aber acht Tage Zeit gelassen, weil zu unserer Gruppe auch Senioren und Kinder sowie ein kleiner Hund gehörten und wir niemanden überfordern wollten.

Einer der Höhepunkt war sicher, als wir bei strahlendem Sonnenschein und ziemlich leerem Akku am Alpenhauptkamm über die 3.000 Meter Grenze gestiegen sind. Von da oben habe ich übrigens zwei kleine Steine für meine Kinder mitgenommen – auch, weil ich die beiden da ziemlich vermisst habe. Wunderbar waren aber auch die Murmeltiere, die Sonnenuntergänge, die zusammenwachsende Gruppe, das Gewitter im Berg, die Kinder, die Gumpen – also: alles.

Über 3000 Meter! Moderatorin Tamina Kallert (2.v.l.) und die "Wunderschön!"-Wandergruppe oberhalb vom Pitztaler Jöchl - mit 3001 Metern dem höchsten Punkt der E5-Wanderung. Bild: WDR/Karen Wesselmann

Über 3000 Meter! Moderatorin Tamina Kallert (2.v.l.) und die „Wunderschön!“-Wandergruppe oberhalb vom Pitztaler Jöchl – mit 3001 Metern dem höchsten Punkt der E5-Wanderung. Bild: WDR/Karen Wesselmann

3) Wie bereitet man sich am besten auf so eine Tour vor, hast du vorher z. B. andere Wanderungen unternommen?

Ich stamme ja aus dem Schwarzwald, und natürlich habe ich schon als Kind mit meinen Eltern immer mal wieder Tagesausflüge in die Berge gemacht. Aber die Tour auf dem E5 war meine erste mehrtägige Wanderung mit Rucksack von Hütte zu Hütte.

Vor allem ältere Menschen sollten vorher regelmäßig wandern, am besten in Mittelgebirgen. Für unsere beiden Senioren war die Tour anstrengender als gedacht, und dabei brachten beide viel Erfahrung mit. Allerdings lag ihre letzte Alpen-Tour schon acht Jahre zurück.
Dagegen hatten die vier mitreisenden Kinder unglaublich viel Energie, kamen besser mit Höhenunterschieden klar und gingen abends – wenn die Erwachsenen längst in den Seilen hingen – auch gerne noch einmal schwimmen.

Allerdings sind wir auf Rat unsere Tourleiterin an einem Tag nicht dem klassischen E5 gefolgt, weil der Abstieg von der Memminger Hütte nach Zams sehr lang ist, durch felsiges Gebiet führt und für Kinder und Senioren ziemlich anstregend ist. Unser Weg führte dann zur Anhalter Hütte und übers Steinjöchl – und das war auch schon ziemlich hart. Aber der Ausblick von der Anhalter Hütte entschädigt für alles.

Anhalter Hütte am Abend

Anhalter Hütte/ Archivbild Gipfelglück

4) Die Interviewpartner hier erzählen immer von ihren „Nebenbeschäftigungen” beim Wandern, ob Blumen bestimmen oder geocachen. Wie ist das, wenn eine Kamera immer mit dabei ist?

Ich arbeite seit 20 Jahren fürs Fernsehen, davon die letzten elf auch als Moderatorin des Reisemagazins „Wunderschön“. Für mich ist es normal, dass die Kamera mich begleitet. Und dadurch, dass wir nur so ein kleines Dreh-Team in den Bergen mit dabei hatten, achtete auch von den anderen bald keiner mehr darauf, dass (fast) alles gefilmt wurde.

Außerdem hat jeder in der Truppe ganz schnell gemerkt, dass man immer nur eine Sache gleichzeitig machen kann: Gehen oder gucken. Sonst stolpert man. Es klingt komisch, aber jeder Wanderer hat seinen Rhythmus. Und wenn man den gefunden hat, fliegen die Tage vorbei – und die Kamera bemerkt man gar nicht mehr. So haben wir es jedenfalls erlebt. Acht anstrengende Wandertage, und am Ende standen wir da und dachten: wow, schon vorbei.

5) Welche Erinnerungen hast du ans Schlafen, Essen und Trinken während der E5-Wanderung?

Spontan fällt mir der „frühe Vogel“ ein: Ab 5.30 Uhr morgens wurde es langsam laut auf oder besser in den Hütten. Und spätestens um 8.00 Uhr waren alle Wanderer wieder auf Tour. Gut, dass wir keine Langschläfer dabei hatten. Unvergesslich bleibt der köstliche Kaiserschmarrn: auf der Roßgumpenalm, auf der Braunschweiger Hütte, in Rabenstein – einfach überall. Ganz besonders schön war die Venetgipfelhütte oberhalb von Zams: nagelneu, günstig, eine Mischung aus Hostel und Hotel auf 2.000 Metern Höhe. Und die Kinder liebten das Natur-Freibad in Wenns.

Kaiserschmarrn-Archivbild Gipfelglück

Kaiserschmarrn-Archivbild Gipfelglück

6) Wenn Zeit und Geld keine Rolle spielen, wo möchtest du gerne einmal wandern gehen?

Also ich liebe ja diese Mischung aus alpin und mediterran, so wie man sie in Südtirol, im Tessin oder auch am Gardasee findet. Und dieses Reiseabenteuer auf dem E5 hat mir große Lust gemacht, diese Strecke weiterzuwandern Richtung Süden. Ich glaube, ich rede einmal mit meiner Redaktion…

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Infos zur Sendung und den Sendeterminen findet ihr auf der WDR Website und auf der Facebookseite von Tamina Kallert. Alle Gipfelglück Artikel zum E5 gibt es in dieser Übersicht, und auf der Anhalter Hütte war ich 2014 mal. Vielen Dank an meine heutige Interview-Partnerin, Folge 15 dieser Serie folgt im Januar 2016!

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Alle Virtuell-Wandern-Interviews:

Folge 16 mit Sabrina und Christian „skiwandern“

Folge 15 mit Nadin in Bad Gastein

Folge 14 mit Tamina Kallert und ihrem WDR-Fernsehteam über die Alpen

Folge 13 mit Michaela und Johannes auf die höchsten Gipfel aller europäischen Länder

Folge 12 mit Wibke in der Eifel

Folge 11 minimalistisch unterwegs mit Christof

Folge 10 mit Claudia auf dem Jakobsweg

Folge 9 mit Alix auf nahe und ferne Berge

Folge 8 mit Claudia durch die Lüfte

Folge 7 mit Robert in Südtirol

Folge 6 mit Bettina in Kroatien

Folge 5 mit Zwerg am Berg in Südtirol

Folge 4 mit Hendrik in Finnland

Folge 3 mit den Luftschubsern in den Chiemgauer Alpen

Folge 2 mit Jens auf den Halden rund um Dortmund

Folge 1 mit Rebecca zur Aiplspitz

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Stefanie Dehler
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Stefanie Dehler

Herausgeberin des Gipfelglück Blogs - einer Sammlung von persönlichen Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radlfahren und Reisen, in München, in den Alpen und weltweit.
Mit einer Vorliebe für Höhenmeter, Kuchen, Bier, Bücher und Instagram.
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