Gipfelbuch: Rudersburg und Wetterfahne bei Kössen. Eine Blumenwanderung.

Eine Bergtour zur Rudersburg stand schon lange auf meiner „Liste“, allein deswegen, weil ich jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit auf sie zufahre. Die Rudersburg erhebt sich sehr markant westlich von Reit im Winkl, ist ein Nachbarberg des Geigelsteins und am Ortsrand von Kössen in Tirol gelegen. Eine (Ritter-) Burg findet man am Gipfel auf 1.434 m vergebens, dafür eine grandiose Aussicht und im Frühling (Anfang April) eine unglaubliche Blumenpracht. Kombiniert mit der Wetterfahne (1.284 m) kommen so auf einer lockeren, hauptsächlich südseitigen Tour rund 1.000 Höhenmeter zusammen – wie es sein soll.

Blick zurück zur Wetterfahne

Hinter der markanten Staffen-Brücke in Kössen über die Großache kommt man zum kleinen Wanderparkplatz in Staffen (auf ca 590 m), der Wegweiser verspricht zwar 2 h Gehzeit bis zur Wetterfahne, ohne zu rennen haben wir dies aber um 20 min unterboten… Es geht sofort bergauf, kurz auf einem Teerweg, dann in den Wald hinein und nach 200 Hm rechts auf einen Pfad, der immer steiler und schmaler bergan führt.

Endlich Frühling, endlich wieder Farbe!
Hinhagalm auf dem Weg zur Wetterfahne

Kaum verlässt man an der Hinhagalm den Wald (auf 1.010 m), betritt man ein Blumenmeer. Die Hänge der Almwiesen sind über und über mit Schneeheide bewachsen, mit Butterblumen und Schusternagel, dem Frühlingsenzian (war da nicht kürzlich was mit Enzian?). Sogar ein „richtiger“ Enzian blüht schon!

Die Hinhagalm auf dem Weg zur Wetterfahne
Schusternagel – Frühlings-Enzian

Die Sicht? Wird Schritt um Schritt grandioser, auf die Chiemgauer Berge rund um Reit im Winkl, schneebedeckte Tauerngipfel im Dunst am Horizont, ein weiß-leuchtender Großvenediger, das Kaisergebirge in all seiner Pracht. Dazu ist es schon wieder ein sonniger warmer April-Sonntag, in kurzen Hosen unterwegs möchte man sich am liebsten an der ersten Bank schon niederlassen und die Pracht einfach auf sich wirken lassen.

Doch der Gipfel ruft, und die Wetterfahne ist ein ganz besonderer. Vielbesucht, ohne Gipfelkreuz, sondern eben mit einer Wetterfahne!

Die Wetterfahne bei Kössen

Man blickt von ihr zur 200 m höheren Rudersburg hinüber, bei all den Frühlingswanderern an diesem Tag macht man sich Gedanken, ob dort drüben wohl genug Sitzplätze vorhanden sein werden…

Weiterhin über Wiesen geht es westlich weiter, man steigt sicher 100 m ab bis kurz vor die Forststraße, die wir auf dem Rückweg nehmen werden. Der weitere Weg zur Rudersburg ist teilweise schwarz markiert, es geht nordseitig um den Berg herum, bald immer steiler, nahezu weglos aber gut markiert, über Wurzeln, zwischen Bäumen hin und her.

Die letzte Latschengasse vor dem Gipfel – auf die Rudersburg

Zum Gipfel durchsteigt man schließlich eine Latschengasse, die im Frühling angenehm warm ist, im Sommer sicher drückend heiß wird. Glücklicherweise finden wir unseren Sitzplatz unterm Gipfelkreuz. Viel Platz ist auf der Rudersburg nicht, aber wer hier ist, schaut glücklich in die Sonne und die Tiroler und Bayrische Bergwelt rundherum. Neben oben erwähnten Gipfeln grüßen jetzt auch Geigelstein, Kampenwand, Hochplatte und Hochgern mit mehr oder weniger Schnee herüber.

Ausblick von der Rudersburg auf Karkopf, Breitenstein und Geigelstein

Bergab empfiehlt sich die Forststraße an der Naringalm vorbei – im Sommer sicher toll zum Einkehren, derzeit wird eine neue Terrasse gebaut. Ab der Hinhagalm dann wieder auf den Pfad, den wir vom Aufstieg schon kennen und der wohl deutlich schneller ist als der Forstweg. Weil die Alm geschlossen hat, setzen wir uns in Kössen ins Café, halten die Gesichter in die Sonne und genießen unseren Kuchen.

Der Kuchen nach der Tour, in Kössen

Datum der Tour: 9. April 2017

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Rudersburg oberhalb von Kössen
Blick von der Rudersburg nach Osten, Unterberghorn, Kössen, Reit im Winkl
Gipfelkreuz der Rudersburg
Lilarotes Heidekraut bedeckt die Almwiesen
Wegweiser am Parkplatz in Kössen

 

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