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Gipfelbuch: Weilheimer Hütte und Sonnenaufgang auf dem Krottenkopf

23. Oktober 2013 by Stefanie Dehler

KrottenkopfhütteVoller Überraschungen war die Hüttentour auf den Krottenkopf (2086 m) und zur Weilheimer Hütte (auch Krottenkopfhütte genannt, auf 1956 m), auch wenn dieses Mal nicht mein halbes Heimatdorf zur Tür hereinspaziert kam wie auf der Meilerhütte. Eine Bloggerwanderung im Wilden Kaiser hatten wir eigentlich geplant aber – Überraschung – Wintereinbruch Anfang Oktober und die anvisierte Hütte begab sich dann schon früher als geplant in den Winterschlaf.

Winter und Herbst im Estergebirge

Ute, Martin, Markus und ich ließen uns aber nicht abschrecken, planten um, wagten uns mit z.T. Sommerreifen Richtung Garmisch und – Überraschung – hatten zwei Tage lang nichts als Sonne und blauen Himmel, die bunten Blätter strahlten mit dem frischen Schnee um die Wette. Schnee, der teilweise kniehoch lag, wie im tiefsten Winter… Und immer wieder überraschend und schön ist auch, wie man doch mit fast wildfremden Menschen eine tolle Zeit in den Bergen haben kann!

Nein, nicht die Hütte mit Krottenkopf sondern mit dem Oberen Rißkopf

Nein, nicht die Hütte mit Krottenkopf sondern mit dem Oberen Rißkopf

Auch die Weilheimer Hütte selber hat mich positivst überrascht, obwohl sie ja überall gelobt wird und zum Beispiel auch in dem schönen Bildband Wolkenhäuser vorgestellt wird. Das Entscheidende an einer Hütte ist meist der Hüttenwirt – und selten habe ich so einen entspannten Hüttenwirt wie Christian Weiermann erlebt und selten auch eine so herrlich entspannte Hütten-Atmosphäre.

Jedes Bier sofort bezahlen? Wir haben die gesamte Rechnung am nächsten Morgen beglichen, als wir vom Sonnenaufgang am Gipfel wieder zurück waren. Überfüllte Lager? In Einzelzimmern im Heidi-Stil hat man uns untergebracht. Schnee? Schuhtrockner im Keller läuft aber Heizung wäre doch ein bisschen übertrieben. Sehr gastfreundlich, zum Wohlfühlen, einfach entspannt, die Weilheimer Hütte ist direkt zu einer meiner Lieblingshütten geworden, so weit weg von Stadt und Alltag als wäre man um die halbe Welt geflogen!

Blick aus dem Zimmer auf den Krottenkopf

Blick aus dem Zimmer auf den Krottenkopf

Was mich in der Nacht überrascht hat: ich habe nicht gefroren! Die Kälte hätte mich fast dazu bewogen, doch lieber im Lager zu schlafen, da kann man sich ja doch ein bisschen aneinanderkuscheln und wärmen, in der Heidi-Kammer dagegen ist man allein mit seinen langen Unterhosen, dem seidenen Hüttenschlafsack, der Bettdecke und zwei schweren Wolldecken. Der Wind ließ die ganze Nacht die Fensterläden klappern, auf fast 2.000 Metern braucht der Körper auch ein wenig länger, bis er Schlaf findet. Aber: nicht gefroren!

Einzelzimmer Weilheimer Hütte

Sonnenaufgänge sind grundsätzlich etwas Wundervolles, immer, ob in den Bergen oder in der Stadt auf dem Radl. Sie sind mir auch schon immer viel lieber als Sonnenuntergänge. Das Gute an Sonnenaufgängen im Herbst und Winter: man muss dafür gar nicht so früh aufstehen.

7.30 Uhr war angekündigt für unsere Tour Anfang Oktober. Also Wecker auf 6.30 Uhr am Sonntag morgen, so viel Schichten anziehen wie möglich, 6.45 Uhr Abmarsch. Der Bergwachtler am Abend vorher sagte was von 10 Minuten im Sommer… Tiefer Schnee, Neuschnee, die Tritte der Wanderer vom Vortag zugeweht, mit Spuren abwechseln als wäre man eine Kaltenbrunner – und schon nach einer halben Stunde waren wir drei am Gipfel des Krottenkopf, die Sonne kam ein paar Minuten später über der Soiernspitze (meine Theorie, bisher nicht bestätigt…) heraus, und für solche Schauspiele gibts dann keine Worte mehr.

Kurz vor Sonnenaufgang

Kurz vor Sonnenaufgang

Sonnenaufgang...

Sonnenaufgang…

... und Sonnenaufgang...

… und Sonnenaufgang…

...und Sonnenaufgangs-Lieblingsbild

…und Sonnenaufgangs-Lieblingsbild

Oder lieber das?

Oder lieber das?

Es wird nun keine Überraschung sein, dass ich euch die Tour auf die Weilheimer Hütte, die Übernachtung und die Sonnenaufgangstour sehr empfehlen kann. Die Hütte hat nur 50 Plätze, der Weg vom Parkplatz in Farchant ist lang und stellenweise zäh, keine Seilbahn weit und breit, die nahen Gipfel des Estergebirges nicht so bekannt. Beste Voraussetzungen!

Esterbergalm am Sonntag morgen, bevor die Touristen kommen.

Esterbergalm am Sonntag morgen, bevor die Touristen kommen.

Essen und trinken sind hervorragend, sowohl unterwegs auf der Esterbergalm…

Esterbergalm

Esterbergalm Samstag mittag

als auch das Abendessen und das letzte kleine Radler vorm Schlafen…

Absacker-Bierchen Krottenkopfhütte

So klein ist ein kleines Radler

 

als auch das Frühstück.

Frühstück Weilheimer Hütte

Spiele gibts auf der Hütte jede Menge, wir hatten unser Vergnügen mit Mikado, Kniffel und Scrabbel nach kanadischen Wells-Gray-Regeln (sprich ohne Spielbrett), und Luitpold von Bayern wachte über unseren Köpfen, weshalb er auch mit aufs Gruppenbild durfte.

Luitpold & Blogger

Luitpold & Blogger

PS: Zufällig hat die Süddeutsche Zeitung am Tag nach unserer Tour einen Bericht über die Weilheimer Hütte gebracht. Die DAV Sektion Weilheim hat das – überraschenderweise – aus dem Internet ausgedruckt, eingescannt und auf ihre Website gestellt, hier findet ihr den Artikel.

PPS: Start der Wanderung ist der Parkplatz am Schwimmbad in Farchant, kurz vor Garmisch-Partenkirchen. Der Weg ist gut ausgeschildert und auch bei Schnee nicht zu verfehlen. 1.200 Höhenmeter bis zur Hütte, Dauer ca 4 Stunden, ein langer Hatscher zwischen Esterbergalm und Anstieg zur Hütte. Aussicht vom Feinsten! Übernachtung im Einzelzimmer 10 Euro, im Lager 8 Euro für DAV Mitglieder. Preise für Essen und Trinken sehr fair, die entspannte Atmosphäre unbezahlbar!

Mehr Infos zur Hütte

Farchant und Garmisch-Partenkirchen

Farchant und Garmisch-Partenkirchen

 

Zum Krottenkopf, von der Hüttentür aus gesehen, auch ein Lieblingsfoto.

Zum Krottenkopf, von der Hüttentür aus gesehen, auch ein Lieblingsfoto.

Hier noch die Berichte der anderen:

Markus

Martin

Ute

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Stefanie Dehler

Herausgeberin des Gipfelglück Blogs - einer Sammlung von persönlichen Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radlfahren und Reisen, im Chiemgau, in den Alpen, weltweit.
Mit einer Vorliebe für Höhenmeter, Kuchen, Bier, Bücher und Instagram.
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5 Comments »

  1. JoergTh sagt:

    Erinnerungen werden wach… der Krottenkopf war gewissermaßen mein erster 2000er. Bin damals mit meiner Frau im Urlaub da hoch und am Rückweg haben wir uns mit der Zeit total verschätzt. Waren dann erst spät im Dunkeln im Ort und unsere Vermieterin hatte schon Angst um uns.

    Liebe Grüße aus Hessen! Jörg

    • Stefanie Dehler sagt:

      Auf dieser Tour sollte man wirklich in der Hütte übernachten – aber ich glaube es ist in meinem Bericht zwischen den Zeilen zu lesen ;-)
      Viele Grüße!

  2. […] zogen Ute (zwerg-am-berg.com), Stefanie (gipfel- glueck.de), Markus (outdoor-blog.org) und ich vom Wanderparkplatz in Farchant los Richtung Krottenkopf. Das […]

  3. Birgit sagt:

    bei diesen Fotos habe ich nicht nur Lust auf’s Wandern bekommen – sondern auch Hunger und Durst :) und die Berichte sind hinreissend ! bitte melde Dich vor der nächsten Tour, ich komme mit :)

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