10 bzw 7 Gründe, warum ich gerne mit dem Auto in den Urlaub fahre

Ich bin auf dem Land aufgewachsen, und da bedeutete es die größte Freiheit überhaupt, endlich den Führerschein in der Tasche zu haben und selber Auto fahren zu können. Und das Gefühl hält dann ein Leben lang an… Urlaub mit dem Flugzeug ist natürlich was Feines- ganz einfach weil es dann weit weg geht! Urlaub mit der Bahn ist für mich überhaupt keine Option; klar umweltfreundlich, aber für mich komfort-, entspannungs- und nervenfeindlich. Urlaub mit dem Fahrrad noch umweltfreundlicher, aber der Bewegungsradius ist doch arg eingegrenzt. Also: Urlaub mit Auto!

Im Moment ist leider ein wichtiger Gedanke der horrende Benzinpreis. Gut, wenn man auf dem Weg in den Urlaub wenigstens durch Österreich kommt und billig Benzin einkaufen kann. Zudem gilt für mich, dass ich halt im Alltag versuche, so viel wie möglich mit dem Fahrrad zu machen, auch die 10 km zur Arbeit und so spare, Benzin und CO2, und mir deswegen im Urlaub durchaus Auto-Benzin leisten kann, vom Geldbeutel wie vom Umweltgewissen her.

Jedenfalls spart man Zeit! Das Auto steht vor der Tür, also keine Busfahrt zur Sbahn und mit der Sbahn zum Flughafen und überall Zeitpuffer einplanen, damit man das Flugzeug nicht verpasst. Nein, das Auto fährt dann los, wenn ich den Schlüssel rumdrehe. (Grund 1)

Bis zu einem gewissen Zeitpunkt kann ich auch noch mal rumdrehen, wenn ich vergessen habe die Sonnenbrille einzupacken oder das Bügeleisen auszuschalten. Unmöglich, wenn ich schon auf halbem Wege zum Flughafen bin (Grund 2).

Packen ist das 3. große Thema. Sicher geht es auch mit wenig, sicher komm ich mit 2 T-Shirts aus, wenn ich sie abwechselnd trage und mal auf links drehe. Man kann Sportausrüstung leihen, man muss keine Bücher lesen oder kann zu zweit eins lesen, kann einen Reiseführer auf dem Handy dabei haben und die Sprache vorher so gut lernen, dass man kein Wörterbuch braucht. Theoretisch- denn ich finde es toll, so viel Platz im Auto zu haben! Um vom Urlaub auch noch eine Kiste Wein, ein paar Steine, Bildbände, neu gekaufte Schuhe und massenweise Tafeln der neuen Lieblingsschokolade mitzubringen.

Planen und Vorfreude – Nummer 4: Wenn ich mit dem Auto weg fahre, verbringe ich vor der Tour viel Zeit mit Landkarten und mit dem Planen der Strecke. Liegen Orte auf der Route, wo ich schon mal war, kommen frohe Erinnerungen hoch. Manchmal lese ich Ortsnamen, die irgendwie bekannt klingen, aber die ich ganz woanders verortet hätte. Sind an der Strecke schöne Orte zum Pause machen? Oder kann man auf dem Weg noch schnell einen Geocache mitnehmen? Und 500 m weiter, am nächsten Parkplatz, direkt noch einen? Nicht, dass ich bei Flugzeug-Reisen keine Vorfreude hätte, aber nicht, was die Wegstrecke angeht.

Grund No 5: Spontaneität und Unabhängigkeit. Ich bin die Herrscherin über den Blinker, wenn ich will, halte ich an. Zum Fotografieren, zum Geocachen, zum Füße vertreten, wenn ich will, auf jedem Parkplatz! Oder gar nicht. Wenn ich nicht muss, halte ich mich nicht in langweiligen Raststätten auf, nur weil der Busfahrer eine Pause braucht oder der halbe Bus rauchen will. Und wenn ich an der scenic route hinter jeden zweiten Kurve ein Foto machen will – dann mache ich das. Wenn es einen Parkplatz gibt…

Sechstens Bequemlichkeit – als Fahrerin habe ich alle Beinfreiheit, die ich brauche. Fenster auf, Musik an, Gebläse weniger, Sonnenblende runter, das bietet mir alles nur das Auto. Und die Gefahr ist niedrig, dass vorher jemand heimlich einen nassen Regenschirm auf meinen Sitz gelegt hat…

Grund 7: Sich verfahren – ja, das ist ernsthaft ein Grund. Ecken durch Zufall entdecken, weil man zu früh oder zu spät oder zu links abgebogen ist. Meistens ja auch kein Problem, wenden, Karte oder Navi konsultieren und zurückfahren, nach dem Eis essen, Aussicht fotografieren oder was man sonst entdeckt hat. An der falschen Station aus dem Zug aussteigen kann damit nicht mithalten!

8-10 entfallen nun doch, wegen Stau, Parkplatzsuche, während der Fahrt nicht lesen können und keinen Alkohol trinken, CO2, Lärm, Unfällen usw usw. Aber morgen um 5 klingelt der Wecker, das Auto setzt sich gegen 10 vor 6 in Bewegung, vielleicht auch 5 vor 6. Und die Fahrerin hält voraussichtlich spätestens um 12 in einem Cafe am Gardasee das Gesicht in die Sonne, einen Aperol in der Hand. Wenn es nicht unterwegs zu viele Staus gab. Oder Geocaches.

Frohe Ostertage!

Stefanie Dehler
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Stefanie Dehler

Herausgeberin des Gipfelglück Blogs - einer Sammlung von persönlichen Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radlfahren und Reisen, im Chiemgau, in den Alpen, weltweit.
Mit einer Vorliebe für Höhenmeter, Kuchen, Bier, Bücher und Instagram.
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