Per Anhalter durch die bayrischen Berge

Vorbemerkung: eigentlich sollte dies hier der Anfang für den Wanderbericht auf die Aiplspitz und den Jägerkamp werden. Aber dann habe ich mir überlegt, dass das reicht für einen eigenen kleinen Artikel – Freundlichkeit von Menschen, Zusammenhalt bei Wanderern bei Gewitter und ein passendes, ruhiges Ende zu einer wirklich großartigen Bergtour. Der Rest zur Wanderung steht hier.

 

Schliersee
Gutes Wetter über dem Schliersee, noch…

Also: Im Hochsommer muss man in den Alpen immer mit Gewitter rechnen, und sie waren ja auch angekündigt für dieses Wochenende. Es sah nur lange Zeit nicht danach aus, tolle Sicht auf der Aiplspitz und unterwegs, erst als wir am Jägerkamp zum Weg ins Tal aufbrachen, türmten sich plötzlich die ersten Wolken hinter uns auf. Die immer mehr wurden, dunkler wurden, erstes Donnergrummeln.

Wir erreichten die Spitzingstraße und hier sagte der Wegweiser, dass es noch über 1 Stunde bis Fischhausen-Neuhaus sei, und im gleichen Moment begann der Regen. Es gab zufällig an der Stelle einen Parkplatz und wir entschieden, einfach mal den Daumen raus zu halten um zu schauen ob uns jemand mitnehmen würde. Zack, sofort stoppten gleich 2 Autos! Wir landeten bei Urlaubern aus Nordrhein-Westfalen im Auto, plauderten nett- die beiden wollten uns schon von sich aus mitnehmen, noch bevor wir den Daumen ausgestreckt hatten!

Wer die Spitzingstraße kennt, kennt die Einmündung auf die Straße, die nach Neuhaus links und nach Bayrischzell rechts führt. Unsere Fahrer wollten nach rechts, wir nach links, nach links war Stau, weil natürlich alle wegen des Gewitters in ihre Autos gehüpft waren, entsprechend lang dauerte auch das Linksabbiegen.

Wir stiegen an der Kreuzung also lieber aus, um das letzte Stück weg halt ins Dorf zu laufen, hatten noch nicht die Regenjacken angezogen, als es aus einem anderen Auto rief ob wir nicht einsteigen wollten. Hallo? So viel freundliche Wanderer unterwegs? Es war perfekt, noch mal nette Leute, aus München dieses Mal, wir krochen nur langsam voran, erreichten dafür aber trocken das Auto am Parkplatz.

Vielleicht nur eine kleine unbedeutende Episode, aber es war so einfach, schnell und freundlich, dass mir dies einen eigenen kleinen Artikel wert ist.

Und die Moral von der Geschicht – Wanderer mitnehmen! Solange sie noch einigermaßen trocken sind und euch nicht die Rücksitze versauen ;-)

Leider keine Fotos vom trampen…

Bergblick

Stefanie Dehler
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Stefanie Dehler

Herausgeberin des Gipfelglück Blogs - einer Sammlung von persönlichen Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radlfahren und Reisen, im Chiemgau, in den Alpen, weltweit.
Mit einer Vorliebe für Höhenmeter, Kuchen, Bier, Bücher und Instagram.
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4 Comments

  1. Recht hast du zu unserem kleinen Trampabenteuer ein eigenen Artikel zu verfassen. Ich bin immer noch etwas gerührt, dass die Frau im ersten Auto auch ohne Daumen raus angehalten hätte. In diesem Sinne vielen Dank an alle hilfsbereiten Menschen da draußen. Freundlichkeit kommt immer zurück.

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