Die re:publica- auch was für Outdoor-Blogger?!

Zwei von drei re:publica Tagen in Berlin sind vorbei für mich Gipfelglück Bloggerin. Eine Unmenge an Eindrücken, an Menschen, an Wissen, das alles kann man gar nicht so schnell verarbeiten. Die Stimmung ist phantastisch, der Kopf ist zwar jetzt schon proppevoll aber morgen gibt es noch mal einen vollgepackten Tag mit interessanten Themen. Dabei stellt sich dir Frage: ist das auch was für Outdoor-Blogger, die sich normalerweise mit Bergtouren, Wanderbüchern und Regenjacken beschäftigen? Im Programm sieht man auf den ersten Blick nur Politik, Bildung, Gesundheit, Arabien und Fernsehsender, was hat das mit wandern oder Klettersteigen zu tun?

stage 1 re:publica

re:publica-Themen für alle

Nun, zum einen gibt es Themen, die einfach jeden einzelnen Bürger etwas angehen – je mehr Leute sich über Vorratsdatenspeicherung und Netzneutralität informieren, desto eher findet sich vielleicht ein Zugang zu den Politikern, die über unsere Zukunft entscheiden. Unabhängig davon ob man ein Blog hat oder nicht. Über Barrierefreiheit sollte sich auch jeder Gedanken machen, nicht nur auf Blogs. Die Veranstalter der re:publica sind ziemlich gelobt worden: es gibt Rampen für Rollstuhlfahrer, es gibt Gebärdendolmetscher und im größten Saal schreibt jemand jedes Wort mit, das auf der Bühne gesprochen wird und der Text wird umgehend im Bühnenbereich wie ein Untertitel eingeblendet.

 re:publica-Themen für Blogger

Vieles hilft dann auch Bloggern, egal zu welchem Thema sie schreiben. Udo Vetter vom Lawblog hat zum Beispiel über rechtliche Themen gesprochen, über das Zitieren, über Fotos, über korrektes Verhalten, Persönlichkeitsrechte, mit Tipps und Anekdoten aus seinem Strafverteidigeralltag. Abmahnungen können jeden treffen, und was macht man, wenn jemand anderes die eigenen Inhalte bei sich einbindet oder wenn ein rechtswidriger Kommentar im eigenen Blog auftaucht. Der eine oder andere Blogger möchte vielleicht dann auch mal ein Buch schreiben, nicht immer nur kurze Texte. Dazu gab es eine sehr interessante Gesprächsrunde mit Beispielen von Leuten, die ihr Buch selbst z.B. über Amazon herausgeben (und selber Korrekturlesen, selber ein Cover designen, selber den Preis festlegen, selber Marketing machen…) und solche Leute, die klassisch über einen Verlag haben und dadurch Vor- und Nachteile.

stage 2 re:publica 2012

Was machen andere Blogger?

Eine Session heute beschäftigte sich mit Kochblogs, eine Blogger-Nische vergleichbar mit den Outdoorbloggern. Ich lese selber gerne Kochblogs und koche Rezepte daraus nach. Interessant fand ich, dass Kochblogger untereinander sehr gut vernetzt sind, dass so einige auch gedruckte Kochbücher herausbringen, dass sie aber auch in einem großen Dilemma sind, was Werbung angeht. Die Industrie möchte mit Bloggern arbeiten, die Leser sehen Produkttests z.B. als eher negativ an! Da sind die Outdoorblogger meiner Meinung nach schon einen Schritt weiter, denn Tests von Kleidung und Ausrüstung ist für viele ein wichtiges Thema und die Zusammenarbeit mit Herstellern oder Händlern ja durchaus etabliert. Andererseits dann wieder viele Beispiele aus den USA, wo Blogger gut von ihren Blogs leben und richtig Geld verdienen damit.

Hauptsache Bloggen!

Betont wir immer wieder die Wichtigkeit eines eigenen Blogs, selbst gehostet und mit aller Kontrolle und allen Regeln beim Blogger selber, unabhängig von großen Spielern wie Facebook oder Tumblr. Auch der große Meister der Szene Sascha Lobo hat überdeutlich zum Bloggen aufgerufen. Von seinem Vortrag am Mittwoch abend war ich zu Anfang gar nicht so begeistert, aber nach einer Weile war er wirklich witzig mit vielen ernsthaften, wichtigen Hintergedanken!

re:publica -Dilemma

Jede Session verlässt man auf der re:publica mit dutzenden Namen von Leuten, deren Blogs und Bücher man lesen will, denen man auf Twitter folgen will und über deren Themen man sich weiter informieren möchte. Pro Session sind zum Teil 200 Leute in einem Saal, schon sehr unübersichtlich und wuselig, nicht zu vergleichen mit einem Barcamp, wo vielleicht 30 zu einem Thema diskutieren. Trotz der Masse wird in jedem Vortrag versucht, eine Diskussion aufkommen zu lassen und zumindest Fragen der Zuschauer zu beantworten. Leute zu finden ist aber eine ganz schöne Herausforderung. Egal ob man sie schon lange kennt, oder ob man sie online kennt und endlich mal im RL treffen will, per Zufall geht nur wenig. Am besten twitter und 4square beobachten und dann über twitter verabreden – was aber auch nicht einfach ist, weil der wlan bisher nur sehr sporadisch funktioniert hat und man dadurch auch nicht auf Websites während einer Session schauen kann oder Artikel zu Sessions lesen kann, die man verpasst hat. Denn das ist ein weiteres Dilemma- es gibt 8 Bühnen mit 8 Vorträgen gleichzeitig und man kann sich nicht teilen. Der Wechsel zwischen Räumen ist kein Problem, aber man denkt ständig darüber nach, was man so alles verpasst.

Astronauten twittern

In einem (Ab-)Satz

Ganz kurz gesagt geht es bei der re:publica darum, wie das Internet das Leben, die Gesellschaft, den Alltag verändert. Ob es darum geht, sich zu einer Demonstration zu verabreden, einem Rollstuhlfahrer zu zeigen, in welche Kneipe er fahren kann, oder indem man nicht auf Zeitungen angewiesen ist um Inhalte zu publizieren, was einfach wunderbar am Beispiel der Astronauten gezeigt wurde, was auch zu meinen persönlichen Lieblingsthemen gehört. ESA, NASA und DLR waren „früher“ davon abhängig, einzelne Fotos und Berichte in den Medien unterzubringen, was immer schwieriger wurde. Mit Twitter machen sie es sehr erfolgreich selber: die Astronauten twittern unfassbar schöne Fotos von der ISS aus! Ich schaue diese schon immer gerne an und war sehr begeistern von der Session am Montag, wo sie erzählt haben, welche Kamera sie benutzen und dass sie manchmal auf Wunsch von Followern Fotos von bestimmten Gegenden machen! Schönheit ist das eine, für diese Institutionen ist aber noch etwas anderes wichtig: Transparenz und Sichtbarkeit, denn sie kassieren Steuergelder, die vorher kein Mensch zu Gesicht bekam. Nun gibt es zum einen eben die Gesichter der Astronauten und zum andern intensives Berichten über ihre Arbeit, die viele Leute fasziniert. Also kurz gesagt, es geht so viel mehr mit dem Internet, was vorher nicht ging und es ist toll dabei zu sein. Und die Frage im Titel? Kann man mit JA beantworten!

Anmerkung: es kommt noch mal ein zweiter Artikel zur re:publica und da versuche ich dann noch ein paar Links unterzubringen. Fürs erste schaut einfach unter http://re-publica.de/12/ oder bei Zeit Online

2. Anmerkung: aus Zeitgründen oder was auch immer bin ich leider nie dazu gekommen, einen 2. Bericht zu schreiben…

Stefanie Dehler
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Stefanie Dehler

Herausgeberin des Gipfelglück Blogs - einer Sammlung von persönlichen Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radlfahren und Reisen, im Chiemgau, in den Alpen, weltweit.
Mit einer Vorliebe für Höhenmeter, Kuchen, Bier, Bücher und Instagram.
Stefanie Dehler
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3 Comments

  1. Danke für den schönen Bericht, mit Perspektive auf uns Outdoor-Bloggern! Gerne hätte ich auch die re:publica besucht, ist aber nicht echt um die Ecke für mich, umso besser das Du diesen interessanten Artikel drüber geschrieben hast!

    Die Session mit Udo Vetter vom Lawblog werde ich mir wohl mal online anschaun, das klingt interessant!

  2. Stefanie

    Es lohnt sich auf jeden Fall einige der Session im Nachhinein anzuschauen, muss ich auch machen bei den Sachen, die ich nicht sehen konnte. So viel Interssantes! Kann die Veranstaltung sehr empfehlen.

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