EOFT 2012, endlich wieder!

Eigentlich ist draußen sein ja immer am besten, wandern, vor einer Hütte Kuchen essen, aktiv sein, „Abenteuer“ erleben. Ab und an will man Erlebnisse von anderen sehen, schaut ein Video am Handy an oder ein Filmchen am Computer. Und einmal im Jahr muss es einfach die große Leinwand sein, die European Outdoor Film Tour (EOFT) lasse ich mir seit Jahren nicht entgehen!

Savoy Theater in Düsseldorf, Lichtburg in Essen, jetzt zum 2. Mal die Alte Kongresshalle in München. Jedes Jahr scheinen es mehr Vorstellungen, mehr Städte, mehr Termine zu sein, zu denen alle im Einheits-Outdoor-Look erscheinen, als kämen sie gerade von einer Bergtour zurück ;-)

Die Vorfreude steigt, wenn man die Termine der eigenen Stadt auscheckt, Ticket besorgt, die ersten Trailer zu sehen bekommt, und die ersten begeisterten Berichte aus anderen weit entfernten Städten liest, wenn es endlich losgegangen ist. Heute abend war es dann in München so weit, innerhalb von Minuten war der Saal voll. Es war einerseits nicht so spannend wie die letzten Jahre, weil ich so viele Trailer-Ausschnitte vorher schon gesehen hatte – das steigert zwar die Vorfreude aber nimmt eben die Spannung. Was aber im Grunde nebensächlich ist, denn das, worauf es bei der EOFT ankommt, ist selber inspiriert zu werden, Abenteuer zu erleben, draußen zu sein, Berge zu besteigen und diese Erlebnisse mit anderen zu teilen. Als ich nach der Show von der Kongresshalle zum Auto lief, wäre ich am liebsten nicht nach Hause sondern auf die Autobahn gefahren, um sofort auf einen Berg zu klettern.

Denn Inspiration hat die EOFT auch dieses Jahr wieder ausgelöst oder verstärkt, man muss eben das finden, was zu einem selber passt. Die einen fahren mit Mountainbikes durch chinesische Wüsten, kämpfen sich über arktische Inseln, machen wilde Kayaktouren. Ich bin zufrieden, dass ich dieses Jahr die wahrscheinlich unspektakulärste Tour in Nepal gemacht habe, verglichen mit allem anderen dort. Aber für mich war es das größte! Und morgen geht es in die Rhön und auch da kann man seine Abenteuer erleben.

 

Ich habe während des Abends irgendwann angefangen, Zitate mitzuschreiben, im Dunklen ins Programmheft, über Bilder drüber und in wilder Schrift ;-) Einmal hieß es: „Es gibt nichts Tolleres, als im hier und jetzt zu sein„- oh ja, jeder Berggipfel, auf dem man steht, ist in diesem Moment der größte der Welt! David Lama  Conrad Anker sagte in einem Film  ‚The Sharks Fin‘, dass es darum geht, den „clarity filter on your life“ zu legen. Alles klar sehen, fokussiert, nicht verwischt mit 1000 Kleinigkeiten des Alltags. Und dann war irgendwo noch ein Satz: „The only limit is your imagination„. Machen, nicht immer nur träumen. Einen Flug nach Nepal buchen und hinfahren.

 

 

Natürlich löst EOFT unbändiges Fernweh aus, ob man nun gerade 2 Wochen aus Nepal wieder da ist oder nicht. USA, Himalaya, Canada, Mont Blanc und viele andere Alpen-Berge – einfach so schön, so viel zu sehen, unsere Welt ist doch der Wahnsinn!

 

Ein Highlight war sicher, dass Clark Carter in München dabei war und zwischendurch ein paar Fragen zu seiner Durchquerung von Victoria Island beantwortet hat. Ein völlig durchgeknallter sympathischer Australier, der einen so harmlosen Eindruck macht, dann einfach mit seinem Kumpel in die Arktis loszieht und eine wirklich harte Tour durchzieht und zwischendurch dabei jeden positiven Moment so richtig genüsslich auskostet. Die Frage nach dem Warum beantwortete er einfach mit einem „um ein tolles Abenteuer zu haben“. Ja, genau, cooler Typ :)

Nicht alle Filme fand ich gut, Snowboard und Kayak waren nicht sehr spektakulär. Die Birdmen fand ich faszinierend, sie erfüllen sich den Traum vom Fliegen! Selber würde ich das nie nie nie machen, nie! Der Mont Blanc dagegen, der sah machbar aus! Die französische Sängerin ZAZ ist mit ihrer Band samt Kontrabass und Gitarren dort im Rahmen der Mammut Jubiläumstour hoch und hat oben gesungen! Dabei hat sie so ein tiefes Gipfelglück ausgestrahlt, dass ich sehr gut nachempfinden konnte – der Film war vom Thema her eher unspektakulär, ihre Musik, die Bilder und die Stimmung waren für mich aber ein Highlight und haben die Inspiration ausgelöst, vielleicht doch selber mal auf den Mont Blanc zu kommen. Oder irgendeinen anderen tollen hohen Berg in Frankreich oder Nepal oder sonst wo.

Die Kletterer im Himalya waren natürlich etwas Besonderes, sowohl David Lama in Pakistan als auch die Kletterer am Mount Meru in Indien. Und als man Bilder von den Bergen Nepals sah, da dachte ich im Stillen mit großer Freude- da war ich!

Auf der EOFT Website könnt ihr nachschauen, ob die Tour dieses Jahr noch in eure Nähe kommt. Es ist wirklich sehr zu empfehlen! Wenn nicht: einfach aufs nächste Jahr freuen.

*Ich war von der EOFT eingeladen – vielen Dank dafür. Meine Meinung zu dem Abend, die ich hier schreibe, hat das nicht beeinflusst.*

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PS: Ich bin kein Nachtmensch, habe aber gestern nacht noch lange hier vor mich hingeschrieben. Dazu kommt, dass mein Laptop kürzlich ein Kaffeebad nahm und im Moment außer Gefecht gesetzt ist, deswegen bitte ich unattraktives Aussehen des Berichts und Fehler zu entschuldigen. Ich schaue da nächste Woche noch mal drüber, Hauptsache es ist erst mal online ;-) Passt scho.

Stefanie Dehler
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Stefanie Dehler

Herausgeberin des Gipfelglück Blogs - einer Sammlung von persönlichen Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radlfahren und Reisen, im Chiemgau, in den Alpen, weltweit.
Mit einer Vorliebe für Höhenmeter, Kuchen, Bier, Bücher und Instagram.
Stefanie Dehler
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9 Comments

  1. Hi Steffi du fleißige :)

    Schöner Bericht, auch wenn die Formatierung tatsächlich etwas abschreckt :) Bin gespannt auf Euren Bericht von der Rhön.

    Ganz liebe Grüße nach München! Ich werde dieses WE die Ski das erste Mal auspacken. Yiiiaiaiaiaiai!

    Erika

  2. Ich hab die EOFT am Dienstag in Graz gesehen.

    Ich fand ebenfalls „Shapeshifter“ (der Kajak-Film) und „2112“ (Snowboard) als die Lowlights des Abends. Die bieten zwar jeweils eine Sammlung von spektakulären Aufnahmen, aber dahinter wird keine Geschichte erzählt, welche einen irgendwie gefangen nehmen könnte…

    Der Rest des Programms war aber wirklich sehenswert, da ist es fast schwer einen Favoriten zu empfehlen. Bei uns war einer der beiden Verrückten aus „The Crossing“ als „Special Guest“ anwesend. Der Typ kommt „in echt“ genauso rüber wie im Film.

    Ich kann die heurige EOFT also nur weiterempfehlen!

  3. Ich war letzte Woche schon in Köln und fand die E.O.F.T einfach wunderbar (trotz der von Euch genannten Low-Lights). Das Fernweh hat mich wie immer gepackt – am liebsten würde ich sofort den Rucksack packen und weg! Euch ein schönes WE!

  4. Liebe Stefanie, es macht Spaß zu lesen, dass Du die Begeisterung teilst. Mir ging es ähnlich mit den Zitaten. Ich fand manche toll und habe aber nicht wie Du mitgeschrieben. Und bei dem was Du besonders mochtest und was eher nicht, da gehe ich mit.
    Vielleicht ist es auch das, was am EOFT mehr reizt, als an herkömmlichen Kinofilm-Besuchen. Es ist die Leidenschaft für ein Erlebnis da draußen. Wer dem nichts abgewinnen kann, der wird unsere Begeisterung dafür wohl niemals teilen können.
    Auf viele schöne Erlebnisse da draußen für Dich, mich, uns alle, die wir dafür brennen,
    Ch.

  5. Stefanie

    Danke für eure Kommentare, für jeden was dabei und gemeinsam die Begeisterung fürs draußen sein und darüber lesen und schreiben, so passt das schon. Ein schönen Abend euch allen!

  6. Paul

    Liebe Stefanie,

    auch noch mal ein ‚persönliches‘ Dankeschön für diese treffenden Worte. Ich möchte hier jedoch nur kurz anmerken: Es ist Conrad Anker aus ‚The Sharks Fin‘, der den ‚Clarity Filter on your life‘ legt :)

    Liebe Grüße, Paul vom EOFT Team

  7. Pingback: EOFT 2012/13 in Kempten: Grandios. « ulligunde

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