Gipfelglück beim Tourismuscamp

Thema im Blog heute ist mal etwas anderes als immer nur Berge, wandern, outdoor und Bier mit Kaiserschmarrn auf der Hütte. Zum 5. Mal hat am Wochenende in Eichstätt das Tourismuscamp statt gefunden, ich selber war zum 4. Mal bei diesem tollen Barcamp dabei (für das erste, 2008, habe ich eine Entschuldigung- meinen Neuseeland-Aufenthalt!), auch wenn ich dafür auf das Barcamp München verzichten musste.Wenn ihr Details nachverfolgen wollt, sucht mal nach dem Hashtag #tc12.

 

Welches Resumees, welche Erkenntnisse sind nun interessant für  Outdoor-Blogger  oder Outdoor-Blog-Leser? Wen das nicht interessiert, der muss nicht weiterlesen, aber bitte beim nächsten Artikel dann wieder bis zum Ende lesen, ja? Der Artikel ist nun ganz schön lang geworden, über Wanderungen bloggen geht doch flotter… Warnung, es gibt keine Bilder. Wenn ihr Bilder wollt, sucht euch im Gipfelbuch einen Bericht von einer Wanderung raus :-)


Usability

8 Session gab es über die zwei Tage, dazu zwei erstklassige Abendveranstaltungen. Bei Barcamp-Abenden schaltet man ja auch nicht ab, man diskutiert darüber, mit wem man welche Infos so teilt oder lässt sich faszinierende Gadgets zeigen. Richtig los gings am Samstag morgen mit einer sehr interessanten Session von Manuel von der Österreich Werbung. Seine These: Nie mehr Relaunch, wir verbessern in Zukunft Websites ständig und immer weiter. Kleine Dinge, die der Entwickler toll findet, der Nutzer aber nicht versteht, sollte man halt anders lösen und für die User verbessern. Beispiel: Tag Cloud weg, ordentliche herkömmliche Liste hin: zack, Zugriffe erhöht. Fazit: alle kann immer noch besser werden- für private kleine Blogger sind so große Usability Tests natürlich schwierig, aber das ein oder andere kann jeder auch so rausfinden. (Bei mir gibts so einiges zu verbessern,ohja.)


Customer Journey

Um die Customer Journey ging es in der 2. Session bei Uwe Frers [Chef bei den Escapio Hotels und bekennender Gipfelglück – Leser :-) ]. Gewohnt unterhaltsam, information, beeindruckend. Wo tauchen Blogs in der C.J. auf? Sicher bei der Inspiration, bei der Vorbereitung einer Reise. Besonders aber auch während der Reise, wenn man denn ein aktiver Blogger ist und ein Land bereist, das einem günstigen, schnellen Internetzugang bietet. Und die Reflektion, wenn man von zu Hause all das bloggen kann, für das von unterwegs keine Zeit war. Oder auch noch später, so wie jetzt bei meinen #twalpen10 Berichten von der Wanderung über die Alpen. Also liebe Blogger, bloggt! Inspiriert! Helft anderen bei der Reiseentscheidung!


Messen und Steuern 

Olaf Nitz war dann nach der Mittagspause an der Reihe, ein wenig mit uns ins Controlling einzusteigen, Thema Messung und Steuerung. Zum Glück kein großes Thema für eine kleine Wander-Bloggerin, wo man höchsten mal auf die Clicks auf die Amazonbanner schaut. Aber für jeden, der sich mit größeren Seiten beschäftigt, ein wichtiges Thema. Für mich also interessant, aber nicht für dieses Blog hier.


Google +

Die Schneeengel-Session entwickelte sich hin zu einer Diskussion um Google Plus. Fazit für mich: auch wenn im Moment scheinbar noch niemand dort ist, ist eine G+ Präsenz jetzt schon wichtig. Für die Google Suche. Deswegen lohnt es sich wohl, ein bisschen mehr zu machen als nur einen Link auf einen neuen Blog Artikel zu setzen. Keywords gebrauchen, regelmäßig posten, Netzwerk zu anderen Bloggern aufbauen, das dürfte sich in Zukunft auszahlen. Und wenn nicht, haben wir zumindest ein paar nette Kontakte aufgebaut und schöne Bilder angeguckt. Gipfelglück hat bereits eine Google Plus Seite, ihr dürft gerne einkreisen!


Responsive Webdesign

Responsive Webdesign war die Session von Rainer, sehr technisch, wichtig und relevant – in Zukunft. Aus Blogger-Sicht schon ganz gut gelöst, wenn man Posterous benutzt und sich keine Sorgen machen muss, wie das Blog auf dem Iphone aussieht- dafür sorgt Posterous von ganz allein. Mein (geringes) Verständnis für responsive webdesign ist, dass eine Website „selbständig“ ihr Layout ändert, je nachdem auf welchem Gerät sie angesehen wird und wie groß Bildschirm bzw Display sind. Ist die Fläche klein, verschwinden große Navigationselement und werden zu einem Dropdown. Eine große Fläche zeigt großzügig Bilder und Grafiken an. Hoher Aufwand, denn natürlich geht nix automatisch sondern muss gestaltet und programmiert werden. Also hohe Kosten, doch die Wichtigkeit wird steigen und steigen.


NFC

Near Field Communication von Eric war ein spannender Abschluss für den ersten Barcamp Tag. „Wuschen“ ist das Stichwort. So wie man ein Kärtchen nur vor die Hoteltür hält und keinen Schlüssel zum Eintreten braucht, wie in der Kantine mit Karte-vor-Sensor halten bezahlt wird, so wird es in Zukunft noch viel mehr geben; in Frankreich wird da viel investiert und ausprobiert. Und in Canada gibt es das:   

 

 

Aktive Nutzung und Erlernung von Social Media Tools

Der Abend stand im Zeichen des Googlehupfs. Die Trompete, traditionelle Tourismuscamp-Kneipe, Social Media Vorreiter und Hotel im Altmühltal, ging wieder einmal auf die Suche nach Empfehlungen, Bewertungen und Links, was die online affinen Tourismuscamper natürlich gerne machten, denn zum Einen sind Essen und Getränke (man merke sich den Hochmoorgeist!) wirklich sehr gut, zum anderen wurden die Gäste für Ihre Empfehlungen prompt in Form von Getränken in allerlei Farben belohnt. Was ich persönlich nicht machen würde, wäre ich etwa mit Essen und Übernachtung nicht zufrieden. Aber wer guten Service bietet, darf auch empfohlen werden.

Großartigerweise kam der Wirt, Markus, am nächsten Morgen noch zum Barcamp und brachte eine Auswertung der Aktion mit, jede Menge Blogeinträge, Google Plus Einträge und Google Bewertungen. Dass das WLAN langsam ist, wenn 100 Leute pausenlos rein wollen, ist kein Wunder… Fazit: Wenn ihr euch in einem Hotel, einer Kneipe, einer Berghütte wohl fühlt, bewertet sie. Bewerbt sie. Tut dem Wirt etwas Gutes. Wenn ihr ein Hotel, eine Kneipe, eine Berghütte betreibt: kümmert euch um die Leute, die bewerten wollen. Gebt ihnen kostenloses Wlan, bedankt euch für Bewertungen und Links, wenn ihr einen guten Schnapps im Laden habt, spendiert einen. Das ist Gold wert!


A-B-Testing & Südamerika

Zum Schluss kam dann noch Fernweh auf, obwohl es um ein eigentlich nüchternes Thema ging. Yngrid Arnold von Viventura erklärte ein Tool für A-B-Testing, (Optimizely), damit kam das Camp für mich an den Anfang zurück, einerseits. Denn mein Kopf war doch gleichzeitig voller Erinnerungen an Urlaub in Peru und Bolivien (davon wird hier im Blog auch irgendwann mal die Rede sein), so dass die tollen Möglichkeiten, die beste Seite für den User zur Verfügung zu stellen, immer wieder an den Rand meines Gehirns gedrängt wurden. Aber auch verständlich nach einem langen Camp-Wochenende mit tollen, engagierten Leuten, tollen, freundschaftlichen Diskussionen und ganz schön viel Spaß.

 

Gratulation, wenn wirklich jemand bis hier unten gelesen hat, ich hätte das Schreiben auch mehrfach fast aufgegeben… Ich kann jedenfalls jedem nur empfehlen, Barcamps zu besuchen, sich auszutauschen, auch wenn ein Blog nur ein Hobby ist, ein kleines verglichen mit den Bergen, den Klettersteigen, den Reisen da draußen, es kann doch Spaß machen. Oder euch einen gratis Hochmoorgeist bescheren!

Stefanie Dehler
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Stefanie Dehler

Herausgeberin des Gipfelglück Blogs - einer Sammlung von persönlichen Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radlfahren und Reisen, im Chiemgau, in den Alpen, weltweit.
Mit einer Vorliebe für Höhenmeter, Kuchen, Bier, Bücher und Instagram.
Stefanie Dehler
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13 Comments

  1. Roland Fricke

    Danke, Stefanie, dass Du das Schreiben nicht aufgegeben hast. Es hat sich gelohnt! Ich würde Dich gern mit dem Aufruf unterstützen: Besucht Barcamps! Denn nicht nur die Sessions lohnen sich immer, sondern auch die vielen kleinen Gespräche abseits mit Gleichgesinnten. So konzentriert ist Netzwerken sonst nirgends möglich…. und inzwischen ist es doch auch eine Art Familientreffen.Beste Grüße aus BerlinRoland

  2. Alexander von Halem

    Vielen Dank für Deine Zusammenfassung, Steffi! Ich habe sie (gerne) bis zum Ende gelesen. Spannend fand ich in diesem Jahr, dass es zunehmend um technischere Themen ging wie NFC und dass das Thema steuern und messen zur Entwicklung besserer Strategien in den Vordergrund rückt.GrüßeAlexander

  3. Eric Horster

    Dem kann ich mich anschließen: Sehr gut und persönlich geschrieben, Steffi.Was mir vor allem aufgefallen ist, dass es immer weniger um die Frage geht, wie man die digitale Kommunikation nach außen gestaltet, sondern sehr viel mehr darum, wie man in einer Destination die Leistungsträger integrieren kann. Auch das ist Social Media. Nur eben auf einer anderen Ebene. Und diese Frage zu beantworten ist denke ich noch sehr viel komplexer. Dazu gab es viele gute Denkanstöße.Zum anderen geht es immer stärker auch darum, sich von technischen Entwicklungen unabhängig zu machen. Zum einen durch das von Dir angesprochene Responsvie Webdesign, aber auch „das Ende des Relaunches“ wurde ja angesprochen.Also, gerne mehr von solchen Posts – wenn sie denn in die Bergwelt passen ;)Gruß Eric

  4. Stefanie Dehler

    Danke fürs Lesen, Roland, Alexander und Eric, und danke für eure Kommentare. Es hat mich sehr gefreut euch wieder zu treffen und freue mich schon auf die nächsten Male. Ideen für die Verknüpfung von Blogthemen und Tourismuscampthemen gibt es sicher, zum Beispiel verschiedene Apps zu testen, aber die Berge sollen schon weiter die Hauptrolle spielen.

  5. Alexander von Halem

    Die Freude ist ganz meinerseits, Steffi! Wir sehen uns ja im April hier in Zeilitzheim beim Twitter Picnic wieder. Ausserdem habe ich mich gerade zum DestinationCamp angemeldet…

  6. Stefanie Dehler

    Also wenn du dich zum Destination Camp angemeldet hast um mich zu treffen, kannst du dich direkt wieder abmelden- ich habe keine Zeit! #ztp12 aber schon, auch wenn der typewithme link nicht mehr funktioniert…

  7. Alexander von Halem

    hattest du in eichstätt ja schon erwähnt… ich möchte in diesem jahr unbedingt dabei sein. mich interessiert auch das konzept des destinationcamp (die inhalte natürlich auch). wichtig wäre es für jede session eine mischung zwischen leistungsträgern, touristikern (DMO) und beratern hin zu bekommen.ja, habe gemerkt, dass das #zt12 etherpad dokument nicht mehr lädt. habe den stand des letzten backups in ein gDoc übertragen und lade angemeldete teilnehmer dann per email dorthin ein.

  8. Roland Trebo

    Hallo Stefanie,auch ich habe mit viel Interesse bis zum Ende gelesen. Da meine Teilnahme leider heuer leider ins Wasser gefallen ist, sind solche Recaps eine Möglichkeit, trotzdem ein wenig teilzunehmen, auch wenn, wie Roland schon angemerkt hat, der große Nutzen der Barcamps eigentlich in den vielen kleinen Gesprächen am Rande und am Abend liegt.Schöne Grüße nach MünchenRoland

  9. Stefanie Dehler

    Roland und Michael auch euch danke fürs Lesen und Kommentieren- ich bin echt überrascht, wie viel Traffic hier heute zustande gekommen ist. Ich hoffe ein Teil der Leute liest auch in Zukunft hier mit :-)

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