Das Winterschlaf-Gefühl

Es schneit und schneit. Die Schneefräsen brummen seit Tagen, die Gartenzwerge und Gartenmöbel verschwinden Stück für Stück unter einer dicken weißen Schicht, der Himmel ist seit Tagen grau und wolkenverhangen, Sonne und blauer Himmel sind nicht in Sicht.

Zeit für (m)einen Winterschlaf.

Wobei das Wort eigentlich ganz falsch ist. Weder will ich den ganzen Winter schlafen – ich warte einfach auf das Strahlen der Natur, das Glitzern, die wärmenden Sonnenstrahlen im Gesicht.

So, wie es rund um Weihnachten war:

Mein Hausberg. Der Unterberg von Ruhpolding.
Mein Hausberg- der Unterberg von Ruhpolding. Mein Wetter – Sonne, Schnee und blauer Himmel

Ich schlafe auch nicht, ganz im Gegenteil. Ich mache jeden Tag Sport, ob Yoga oder Fitness Studio, ich lese ein Buch nach dem anderen…

Ein schlimmes Buch, ein wichtiges Buch: Deutsches Haus.
Ein schlimmes Buch, ein wichtiges Buch: Deutsches Haus.

… ich koche und backe und studiere Kochbücher, ich fange einen Blogartikel nach dem anderen an und schreibe jeden Tag, und im Job ist so viel zu tun, dass kaum ein Tag vergeht, den ich wirklich komplett frei habe. Home Office und remote work sei dank.

Doch ich will das Haus gerade nicht verlassen. Feuchte Kälte, die selbst unter den Nagel am kleinen Zeh dringt, Jacke nass, Mütze nass, Wind von allen Seiten, der Akkupunktur mit meinem Gesicht spielt, Nebel, Farblosigkeit, grau in grau. Da hat der Spaß ein Loch, wie man Chiemgau sagt.

Kommt die Sonne, wird alles anders. Da werden all die Überstunden auf der Skipiste wieder abgebaut. Das sehe ich tatsächlich als ein Stück großes Luxus – ich kann auf die Sonne warten. Ich muss keinen Urlaub Monate vorher einreichen und muss dann skifahren, weil ich vor Wochen schon gebucht habe und keine andere Möglichkeit mehr haben werde. Abwarten und Kaffee trinken – ich warte auf meine Bedingungen, und dann gehts ab ins Pistenglück!

Der Garten, eingeschneit.
Der Garten, eingeschneit.

Ich verstehe die Begeisterung über Neuschnee und Pulverschnee und endlich Skifahren, ein wenig. Ich schaue mit Respekt auf die Leute, denen durchdringende Kälte und pieksender Schnee im Gesicht nichts auszumachen scheinen. Wenn das Schneetreiben nicht zu wild ist, sehe ich vom Wohnzimmer aus schwarze Pünktchen am Tag und gelbe Stirnlampen-Pünktchen am Abend, SkitourengeherInnen am Unternberg. Ich schaue auf Verkehrsmeldungen und Lawinenwarnungen.

Und dann zapfe ich mir einen Kaffee, nehme ein Stück vom frisch gebackenen Kürbisgewürzkuchen und schaue durchs Fenster den Schneeflocken beim Fallen zu.

In Gedanken formuliere ich Absätze für den Blog Artikel über die Galapagosinseln, ich überlege, wie ich die Rote Bete aus der Biogemüsekiste zubereiten werde, ob ich zuerst das Irlandbuch oder das Lissabonbuch anfange oder beide parallel lese? Dann lege ich ein Scheit Holz in den Kachelofen, schaue auf Instagram Bilder von Menschen im Schneetreiben an, schüttele den Kopf, und rolle meine Yogamatte aus. Warum sollte ich das Haus, meine Höhle, verlassen?

Winterschlaf à la Gipfelglück ist schön. Und selbstverständlich kann ich es kaum erwarten, dass der Schneefall endlich aufhört, dass die Sonne rauskommt und ich meine gemütliche Höhle wieder mit Skipiste und Schneeschuhwildnis tauschen kann. Das wieder Farbe ins Leben kommt, anstatt nur grau und weiß und schwarz.

Wie verbringst du solche Tage, raus in den Schnee, egal, wie der Himmel aussieht? Warum? Oder baust du eine gemütliche Winterschlaf-Höhle und wartest in den Startlöchern auf bessere Zeiten?

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Was magst du jetzt lesen, Berichte von Schneeschuhtouren? Oder lieber vom Skifahren, Projekt Pistenglück genannt?

Oder hättest du gerne Inspiration für Kuchen backen und Kochbücher? Beschäftigt bist eine Weile mit allen meinen gesammelten Buchtipps.

In Kürze kommt übrigens ein neuer Buchtipp, so viel sei schon mal verraten:

Demächst im Blog: Der Geschmack der Berge.
Demächst im Blog: Der Geschmack der Berge. Mit Rezept.

 

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Stefanie Dehler

Herausgeberin des Gipfelglück Blogs - seit 2011 eine Sammlung von persönlichen Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radlfahren und Reisen, im Chiemgau, in den Alpen, weltweit.
Mit einer Vorliebe für Höhenmeter, Kuchen, Bier, Bücher, Yoga und Weit-Weg-Unterwegs-Sein.
Stefanie Dehler
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Kommentare

    • Stefanie Dehler

      Ja es ist eine besondere Stimmung… aber so langsam könnte es mal aufhören zu schneien, noch mehr wegen Lawinen gesperrte Straßen brauche ich nicht. Immerhin war ich heute schon draußen. Semmeln holen, mehr wird heute nicht passieren.
      Dir auch alles Gute für 2019!

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