Wer weit wandern will, braucht vor allem eines: die Zeit dafür. Für weite Wanderungen in Deutschland empfiehlt sich außerdem das neue Wanderbuch „Weiter Wandern“ aus dem Bergverlag Rother, geschrieben von den werten Blogger-Kolleginnen Kathrin Heckmann und Romy Robst.
Wenn ich im Gipfelglück Blog Wander-Bücher vorstelle, versuche ich ja immer, vorher etwas aus diesem Buch nachzuwandern. Kürzlich hatte mir der Verlag das Buch zugeschickt, was mir fehlte: die Zeit für eine weite Wanderung.
Ich entschied mich also für das absolute Minimum einer Mehrtagestour: zwei Etappen auf dem Hochrhöner, vom Kreuzberg nach Bad Kissingen durch die Bayerische Rhön. Die Rhön kenne ich seit meiner Kindheit, das sind die Berge, mit denen ich aufgewachsen bin. In den zwei Tagen auf dem Hochrhöner habe ich trotzdem neue Ecken entdeckt.
In diesem Kombi-Artikel erfährst du also etwas über die zwei Etappen auf dem Hochröhner und über das Buch, das mich zur Wanderung inspiriert hat und noch viele weitere Ideen in meinen Kopf gesetzt hat.
Werbehinweis: Das Buch ist ein Rezensionsexemplar des Verlags. Der Artikel enthält Affiliate Links*. Findest du Inspiration, findest du Gefallen an diesem Artikel und diesem Blog? Lade mich auf einen Kaffee ein! Und abonniere gerne auch den kostenlosen Newsletter und folge Gipfelglück auf Komoot.

Inhaltsverzeichnis
Buchtipp: Weiter Wandern [Rezensionsexemplar]
Wenn sich jemand akutell mit Fernwanderungen in Deutschland auskennt, dann sind das Kathrin Heckmann und Romy Robst. Sie zeigen es auf ihren Blogs, auf Social Media und Komoot Kanälen und jetzt auch in einem gemeinsamen Wanderbuch „Weiter Wandern – 25 Mehrtages-Touren in und um Deutschland“, erschienen im Bergverlag Rother.
Für mich persönlich sind diese Art Wandertouren derzeit mehr Sehnsucht als Realität, wenn dann bin ich auf Hüttentouren in den Alpen unterwegs, die hohen Gipfel rufen lauter als die Mittelgebirge. Aber wenn ich Geschichten von langen Touren höre, kommt immer wieder mal der Gedanke, dass man „da ja auch mal hinwandern könnte“. Bei mir vor allem: der Heidschnuckenweg und der Pfälzer Weinsteig. Und der Edersee, weil der zur Kindheit gehört wie die Rhön. Irgendwann.

Die 25 vorgestellten Touren verlaufen wirklich in ganz Deutschland, von Flensburg bis Berchtesgaden, mit viel Mittelgebirgen und Abstechern in einige Nachbarländer. Auf den rund 300 Seiten ist viel Platz für Kartenausschnitte, Beschreibungen der einzelnen Etappen, Übernachtungsmöglichkeiten, Höhenprofile und große stimmungsvolle Fotos. GPX Tracks gibt es für alle Etappen einzeln, das macht es einfacher auch kürzere Abschnitte nachzuwandern. Icons beschreiben wie geeignet die Touren sind zum Zelten, zum Wandern mit Hund oder zum Wandern im Winter. Für Neulinge gibt es einen ausführlichen Infoteil zur Ausrüstung und zur Planung einer Mehrtagestour.
Dazwischen finden sich kurze Essays der beiden Autorinnen: Gedanken zu Achtsamkeit und Minimalismus, zum Wandern ganz alleine oder mit Hund, vom Verlassen der Komfortzone.
Meiner Meinung nach ein sehr inspirierendes Wanderbuch, was im Regal warten wird hervor geholt zu werden, wenn doch einmal die Mittelgebirge mit ihren Mehrtagestouren lauter rufen als die Alpengipfel.
Infos zum Buch: Weiter Wandern 25 Mehrtages-Touren in und um Deutschland von Kathrin Heckmann und Romy Robst, erschienen 2026 im Bergverlag Rother. ISBN 978-3-7633-3484-1. Hier kannst du Weiter Wandern bei Amazon bestellen* oder hol es dir in deiner Lieblings-Buchhandlung.

Auf dem Weitwanderweg Hochrhöner durch die Rhön
Sind das hier die schönsten Etappen des Hochrhöners? Eher nein. Ist ein heißes Juli-Wochenende ideal für diese Etappen? Nein. Hat es sich trotzdem gelohnt? Für uns: na klar! Mit dem Rucksack unterwegs auf unbekannten Wegen lohnt sich immer. Bad Kissingen lag aber für uns auf dem Weg und ich kenne mich in der Rhön insgesamt gut aus – wenn das bei dir anders ist, dann empfehle ich dir auf jeden Fall, zuerst einmal mit Wasserkuppe, Milseburg oder dem Ellenbogen mit dem Aussichtsturm Noah’s Segel zu starten. Oder eben den ganzen Höchrhöner durchzuwandern.

Es gibt den Hochrhöner in zwei Varianten, einer östlichen und einer westlichen. Die Rhön erstreckt sich über die drei Bundesländer Hessen, Bayern und Thüringen. Das oben erwähnte Buch vergleicht die Rhön mit dem Auenland aus Herr der Ringe und meint weiter:
„Auf dem Weitwanderweg findet man nicht die spektakulären Highlights, der Weg überzeugt eher durch seinen Abwechslungsreichtum: Neben schönen Wäldern, weiten Wiesenlandschaften und grasigen Kuppen passiert man auch immer wieder schöne Aussichtspunkte. […] Der Weitwanderweg führt zudem in hübsche Fachwerkörtchen.“
Weiter Wandern, Bergverlag Rother
Will man einen Fernwanderweg nur ein Stück gehen und nicht komplett, benötigt man für An- und Abreise und Etappenplanung Kreativität oder Glück und vor allem Recherche im Vorfeld. Der Hochrhöner machte es uns in diesem Fall einfach: der Kreuzberg Shuttle verbindet im Sommer am Wochenende Bad Kissingen mit dem Kreuzberg und die Strecke ist sogar im Deutschland Ticket enthalten (Stand 2026, siehe Fahrplan). Eine Stunde Busfahrt nach Norden, eineinhalb Wandertage nach Süden, ein guter Deal!
Höchrhöner Tag 1: Etappe vom Kreuzberg bis Stralsbach
Der Kreuzbergshuttle spuckt uns am riesigen Parkplatz am Kreuzberg aus, der morgens um 9 noch recht leer ist. Auch den Biergarten habe ich noch nie so leer gesehen. Wir wandern zu dem Symbol des „Heiligen Bergs der Franken“, der Golgatha Kreuzigungsgruppe, und anschließend noch zum Gipfelkreuz auf 928 m, was tatsächlich neu für mich ist. Am Wegesrand: jede Menge wilde Himbeeren! Danach geht es auf den im Buch beschriebenen Weg, immer nach Süden, zunächst im schönen Rhön-typischen Buchenwald.

Es geht an diesem Tag fast nur bergab oder flach dahin, wenn der Weg aus dem Wald heraus in die Felder oder die kleinen Dörfer führt, ist es brutal heiß. In den Vorgärten kaum ein grüner Grashalm, alles vertrocknet und gelb. Die Blumen werden offensichtlich gegossen und sind willkommene Farbkleckse. Beim Blick zurück winkt immer der Kreuzberg, durch eine große Antenne (der „Sender Kreuzberg“) ist er auch nach Stunden noch gut zu erkennen.
Es ist ein heißer Samstag, im Hotel können wir erst nach 16 Uhr einchecken, Einkehrmöglichkeiten liegen keine am Weg. Wir passen also unsere Route an: im Dorf Burkardroth, etwas westlich gelegen, zeigt die Onlinekarte einen Supermarkt an. In der Hoffnung auf einen stärkenden Kaffee und einen klimatisierten Cafébereich verlassen wir also den offiziellen Hochrhöner und finden tatsächlich den Supermarkt. Herrlich klimatisiert, aber die Kaffeemaschine ist kaputt.

Trotzdem sitzen wir eine gute Stunde fast bewegungslos im kühlen Café, bei Kuchen und eiskaltem Spezi. Wobei man sagen muss, dass es, typisch Mittelgebirge, auch unterwegs viele Bänke im Schatten gibt, mitten im Wald oder mit Aussicht, nur kaltes Spezi serviert dort niemand.
Im Gasthof angekommen wird geduscht und es gibt frische Kleidung, ich stelle mir vor wie es für die ist, die den Hochrhöner durchwandern. Für die wäre es der letzte Abend, so kurz vor dem Ziel. Aufregend! Für uns ist es ein entspannter Abend nach einer mittelanstrengenden Wanderung, auf der schattigen Terrasse gibt es tolles Essen, kühles Bier und danach auch noch ein Glas Frankenwein.
Zum Nachwandern: Strecke: 22,5 km mit 273 hm in ca 5h Etappe bei Komoot abspeichern

Höchrhöner Tag 2: Etappe von Stralsbach bis Bad Kissingen
Nach dem Frühstück geht es wieder in die verschwitzen Klamotten vom Vortag und nach ein paar Schritten direkt mal bergauf. Es liegt nur ein halber Tag vor uns, der lockere Weg führt an Kreuzwegstationen und Kapellen vorbei, an einer Luitpold Eiche und einem Tiergehege. Unter dem Kaskadental hatte ich mir ehrlich gesagt mehr vorgestellt, ein Weg am Bach wäre bei Hitze ja eigentlich perfekt. Vom Bach war leider recht wenig zu sehen, vermutlich auch er ein Opfer des heißen Sommers.

Der „Einmarsch“ nach Bad Kissingen dagegen gefällt mir: zunächst quert man die Fränkische Saale und direkt hinter der Brücke beginnt mit der Salinen-Promenade ein riesiger Parkbereich, der am Rosengarten in der Innenstadt endet. Es gibt ein Gradierwerk, einen Fisch-Lehrpfad, viele Bäume, viele Bänke. Ich kann nicht widerstehen und drehe natürlich ein paar Runden im Kneippbecken!

Diese Etappe des Hochrhöners endet in einer ganz besonderen Atmosphäre: in Bad Kissingen ist Stadtfest, für das Rakoczy Fest ist der historische Kurpark festlich geschmückt, es wandeln prunkvoll gekleidete Menschen herum, kein Vergleich mit zwei verschwitzten Wandersleuten. Wir belohnen uns mit großen Eisbechern und ich bin froh, den Buchtipp-Artikel mit einem ordentlichen Strecken-Test ergänzen zu können!
Zum Nachwandern: Strecke 11,4 km mit 162 hm in ca 2,5 h Etappe bei Komoot abspeichern

Datum der Tour: im Juli 2026
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Zum Nachwandern: meine Rhön Kollektion auf Komoot
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Welche Tour in welchem Monat? Alle Gipfelglück Touren sortiert
Blog von Romy Robst: www.etappen-wandern.de
Blog von Kathrin Heckmann: https://fraeulein-draussen.de


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Stefanie Dehler ist seit 2011 Herausgeberin des Gipfelglück Blogs – eine Sammlung von persönlichen Reiseberichten und selbst erlebten Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radfahren und Reisen, im Chiemgau, in den Alpen, weltweit.
Stefanie Dehler hat über 50 Länder bereist und rund 300 Berge bestiegen. Jährlich kommen ca 50.000 Höhenmeter zusammen.
Mit einer Vorliebe für Berg-Gipfel, Vulkane, Gletscher, Höhenmeter, Kuchen, Kaffee, Bücher, Yoga, Großstädte und das Unterwegs-Sein.
