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Bücherglück (11) – Bücher für Neugierige

von Stefanie Dehler
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Eine der besten Fußballerinnen aller Zeiten erzählt ihre Geschichte als Sportlerin und Aktivistin im Kampf gegen Ungleichheit, Sexismus, Rassismus und Homophobie. Mit einem Reiseblogger-Paar reisen wir quer durch Deutschland zu den besten Foto-Spots und bekommen Tipps, wie wir selber besser fotografieren. Und zwei Bergfreunde mit Expertise berichten von der Zukunft der Berghütten – und während man noch liest, wird klar, dass Hüttenschließungen wegen Steinschlag oder Wassermangel längst Gegenwart sind und keine ferne Zukunft.

Nicht immer sind gute Bücher leichte Kost. Gerade dann ist es wichtig, sie zu lesen und sie zu empfehlen, zu verschenken, damit wichtige Stimmen gehört werden, über wichtige Themen gesprochen wird und alles irgendwann besser wird. Unerlässlich beim Empfehlen: gute Fotos. Viel Lesefreude also mit diesen neuen Büchern für Neugierige!

Werbehinweis: Die Bücher sind Rezensionsexemplare der Verlage. Der Artikel enthält Affiliate Links*. Findest du Inspiration, findest du Gefallen an diesem Artikel und diesem Blog? Lade mich auf einen Kaffee ein! Und abonniere gerne auch den kostenlosen Newsletter und folge Gipfelglück auf Komoot.

Buchtipp 1: Foto Eskapaden in Deutschland von Biggi Bauer und Florian Manuel Westermann

Bei Reisebüchern mit Tourenvorschlägen versuche ich ja meist, zumindest einen Teil nachzureisen oder nachzuwandern, bevor ich davon erzähle. Das hat dieses Mal einfach zeitlich nicht geklappt, aber in „Foto Eskapaden – Die besten Touren und Fotospots in Deutschland“ gibt es auch kleine Aufgaben und Challenges zu Foto-Themen und ich habe mich mit den Tipps endlich mal an das Fotografieren des Sternenhimmels gewagt.

Wer Blog und Social Media Kanäle von Biggi Bauer und Florian Westermann folgt, weiß, wie unermüdlich die beiden seit Jahren sind: akribisch vorbereitet, bei Wind und Wetter, reisen sie, fotografieren, inszenieren, schreiben, filmen, posten und geben unendlich viele Tipps für Reisen, Outdoor-Aktivitäten, Fotospots und Foto-Anleitungen.

In ihrem Foto-Eskapaden-Buch machen sie Lust ganz besondere Orte in Deutschland zu besuchen und zu fotografieren. Wo man schon mal war (bei mir z.B. Externsteine und Steinwand, Leuchtturm von Westerheversand und Weltenburger Enge) und wo man immer schon mal hin wollte (bei mir vor allem die Lüneburger Heide und der Pfälzerwald). Es gibt Vorschläge für Wanderungen, Stadtspaziergänge und Radtouren und dazu die passenden Foto-Challenges. Von Personen im Bild als Größenvergleich, dem Bildaufbau bei Spiegelbildern, Foto vom Zug, in dem man selber fährt, und eben: Sterne fotografieren.

Buchtipp Foto Eskapaden in Deutschland von Biggi Bauer und Florian Westermann
Buchtipp Foto Eskapaden in Deutschland von Biggi Bauer und Florian Westermann

Ich buchte also direkt vor meiner Haustür ein Zimmer in der Traunsteiner Hütte, einer DAV Hütte mitten im Sternenpark Winklmoos-Alm. Die Perseiden waren der Anlass, Sternschnuppennächte, und ehrlich gesagt auch, dass ich nach meiner Verletzung im Frühling überhaupt wieder mal auf einer Hütte schlafen wollte… So bequem ist Sterne fotografieren selten. Auf dem Balkon sitzend, nirgendwo Licht, das kleine Stativ am Balkongeländer festgeklemmt und das Handy darin festgesteckt.

Schon am Abend vorher hatte ich mir den Abschnitt im Buch genau durchgelesen und sogar Notizen gemacht (das Buch war mir am Fahrrad zu schwer…), außerdem, ganz wichtig, hatte ich auf meinem Handy schon mal die verschiedenen Funktionen gesucht und mit den Vorschlägen verglichen (Belichtung, Schärfe, manueller Modus und automatische Nachtfunktion etc). Letztendlich bin ich mit den Ergebnissen auch ganz zufrieden; dafür dass es mit dem (relativ alten) Handy war und der erste Versuch, sehen die Bilder am Handy auch ganz gut aus. [Am großen Laptop Bildschirm fragt man sich eher, ob es Sterne sind oder doch Staubkörner?]

Das Buch ist also ein Langzeitprojekt, bei den nächsten Städtetouren und Wasserfällen werde ich weitere Tipps ausprobieren. Endlich weg von schnellen Schnappschüssen. Was man nach so kleinen Experimenten auf jeden Fall lernt: gute Fotos sind kein Zufall, sondern Ergebnis langjähriger Erfahrung und Ahnung, da können die Tipps noch so einfach klingen.

Infos zum Buch: Foto Eskapaden – Die besten Touren und Fotospots in Deutschland von Biggi Bauer und Florian Manuel Westermann, erschienen 2026 im DuMont Reiseverlag, ISBN 978-3-616-02839-2. Hier kannst du die Foto Eskapaden Deutschland bei Amazon bestellen* oder hol dir das Buch in deiner Lieblings-Buchhandlung.

Erster Versuch Sterne fotografieren im Sternenpark
Erster Versuch Sterne fotografieren im Sternenpark

Buchtipp 2: One Life von Megan Rapinoe

Die US-amerikanische Fußballerin Meg Rapinoe ist eine faszinierende Persönlichkeit, auf dem Rasen und darüberhinaus. Ihr Buch „Ohne Life – Gegen Diskriminierung und Rassismus. Mein Leben als Aktivistin und Fußballerin“ wollte ich schon seit Jahren lesen; anlässlich der letzten Männer-WM in Kanada, den USA und Mexiko habe ich es endlich getan. Ich wollte auch schon längst hier im Blog davon erzählen, heute ist es so weit.

Gelesen habe ich die deutsche Ausgabe und zwar die „Neuausgabe für Jugendliche mit exklusivem Vorwort und Schwarz-Weiß-Fotos“. Megan Rapinoe erzählt darin wie sie zum Fußballspielen überhaupt kam, von ihrer Familie, von ihrer Schulzeit und welch große Rolle Sport in ihrem Leben schon damals einnahm.

Talent und hartes Training kamen zusammen, sie wurde Profi-Spielerin, schoss wichtige Tore für die Nationalmannschaft. Und sie bemerkte, welchen Einfluss sie dadurch hatte, wie ihr zugehört wurde. Sie outete sich als eine von wenigen lesbischen Fußballerinnen, setzte sich lautstark gegen Diskiminierung und Rassismus ein, kämpfte für gleiche Bezahlung in den Nationalmannschaften der Männer und Frauen. Obwohl das Damen-Team der USA viel erfolgreicher war, verdienten die Spielerinnen viel weniger als die Männer – wie in so vielen Bereichen des Lebens. Zusammen mit Verletzungen kam die Frage auf, ob sie wegen ihres Aktivismus seltener eingesetzt wurde, beruflich Probleme bekam…

„Wenn man sich als Sportpromi outet, tut man das nicht in erster Linie für sich selbst, sondern für andere.“

Megan Rapinoe

Meg Rapinoe erzählt von unzähligen Interviews und TV-Auftritten, wo sie nicht allein über Fußball spricht. Die Fußball-Erfolge geben ihr eine Bühne, Sexismus, Rassismus, Homophobie und Ungleichheit zu thematisieren und immer wieder anzuprangern. Man hört ihr zu, man feiert sie, aber man feindet sie auch an. Sie hat wenig Mitstreiterinnen. Sie erntet Shitstorms und die Hölle des Internet-Hasses bricht über sie herein.

Trotzdem zieht sie ihr Ding durch. Hält Reden, wird als Weltfußballerin des Jahres geehrt und hat vermutlich mehr Menschen berührt und Leben positiv verändert als sie sich vorstellen kann. Beim Lesen ihrer Geschichte läuft es einem manchmal kalt den Rücken herunter, wegen all der Ungleichheit, all der Ungerechtigkeit. Aber ich habe auch so mitgefiebert und mit Meg Rapinoe gefeiert, wie gut, dass es solche Menschen gibt, dass sie ihre Bühne nutzen, für andere einstehen und so laut gegen Ungleichheit und Ungerechtigkeit protestieren.

Ich kann nur sagen: Lies dieses Buch! Und schenke es Mädchen und Jungs, die sich für Fußball interessieren oder auch nicht, es ist eine echt starke Geschichte.

Infos zum Buch: One Life von Megan Rapinoe, erzählt für junge Leser:innen von Sarah Durand, mit Emma Brockes; erschienen 2023 im cbj Kinder- und Jugenbuchverlag, ISBN 978-3-570-17858-4. Hier kannst du „One Life“ bei Amazon bestellen* oder hol es dir in deiner Lieblingsbuchhandlung.

Buchtipp Megan Rapinoe: One Life. Gegen Diskriminierung und Rassismus. Mein Leben als Aktivistin und Fußballerin
Buchtipp Megan Rapinoe: One Life. Gegen Diskriminierung und Rassismus. Mein Leben als Aktivistin und Fußballerin

Buchtipp 3: Die letzte Hütte der Alpen von M. Ballweg & B. Kloss

Beim Lesen dieses wissenschaftlichen, super spannenden Buches wurde ich von der Realität überholt. Der Untertitel lautet „Eine Reise in die Zukunft unserer Berge – Antworten auf den Klimawandel zwischen Gletscherschwund und neuer Wildnis“. Kürzlich noch Zukunftsthemen, wurden im Sommer 2026 Wassermangel, Waldbrände, Steinschlag, Gletscherschwund und damit verbundene Hütten-Schließungen und Weg-Sperrungen zur Gegenwart.

Ballweg und Kloss, „promovierte Experten und passionierte Bergsportler“, haben zum einen rund 300 Hütten der Ostalpen untersucht und ihre Gefährdung bzw ihre Widerstandsfähigkeit hinsichtlich Permafrost, Wassermangel, Gletscherschwund, Schneemangel und Biodiversität analysiert. Höchst interessant, schockierend und beängstigend!

Buchtipp Die letzte Hütte der Alpen
Buchtipp Die letzte Hütte der Alpen

Im Hauptteil des Buches werden anhand von Beispielhütten wie dem Watzmannhaus, der Stüdlhütte oder dem Taschachhaus (von allen drei war in diesem Blog schon die Rede) die brutalen Auswirkungen der Klimakrise beschrieben. Kleine positive Hoffnungsschimmer gibt es aber genauso: das Watzmannhaus serviert zB zu den Spagetti keinen Parmesan mehr, dadurch lassen sich die Teller leichter spülen und es wird viel weniger Wasser verbraucht!

Das Taschachhaus verliert seine Nähe zu den Gletschern. Wird es vielleicht deswegen künftig interessanter für Weitwanderer?

Die Autoren kommen erst einmal zu einem erschütternden Ergebnis:

Jede einzelne der fünf Gefahren für die alpine Infrastruktur bringt direkte Konsequenzen für Bergsportlerinnen und Bergsportler mit sich. Wenn Hütten schließen, Wege gesperrt werden oder Extremwetterlagen zunehmen, sind typische Bergtouren nicht mehr in gewohntem Stil möglich – oder nur mit deutlich höherem Risiko und erheblich mehr Planungsaufwand.

Ballweg/ Kloss in „Die letzte hütte der alpen“

Ausführlich geht es dann um Sportarten, mit denen ich persönlich wenig Bezug habe: Skibergsteigen, Kajakfahren und Gletschirmfliegen. Spannend. Wieder wird deutlich, wie sehr alles zusammenhängt, wie sehr alles von der Klimakatastrophe beeinflusst wird, was wir in den Bergen so gerne tun.

Das Fazit wird dann tatsächlich wieder irgendwie optimistisch. Es verkündet das Ende der „garantierten Bequemlichkeit“, ene „zweite Pionierzeit“ und eine „neue Einstellung zum Bergsteigen“: Berge werden wieder wilder.

Das wichtigste Element im Gepäck ist heute die Anpassungsfähigkeit.

Die letzte Hütte der Alpen

In meinen Worten: vorbei mit „das haben wir schon immer so gemacht“ und „das haben wir noch nie so gemacht“. Bei aller Trauer um Hütten, Wege und Bergabenteuer, die wir so nicht mehr erleben werden können, sind das nicht nur schlechte Aussichten. Ein super interessantes Buch, das auf den ersten Blick vielleicht zu wissenschaftlich erscheint, sich dann aber als gut lesbar und richtig gut erklärt entpuppt.

Infos zum Buch: Die letzte Hütte der Alpen von Matthias Ballweg und Bertram Kloss, erschienen 2026 im Rother Bergverlag, ISBN 978-3-7633-3512-1. Hier kannst du Die letzte Hütte bei Amazon bestellen* oder hol es dir in deiner Lieblingsbuchhandlung.

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