Das norditalienische Städtchen Grado in der Region Friaul Julisch Venetien ist wahrlich kein Geheimtipp. Dieser Reisebericht soll dir allerdings zeigen, wie gut es für ein langes Wochenende im Frühling geeignet ist. Die Region ist interessant, wenn du per Fahrrad Landschaft und Städte erkunden willst verbunden mit italienischem Dolce Vita. Grado und Umgebung hat alles, was dein Körper und deine Seele nach einem langen kalten Winter brauchen!
Konkret findest du meine Empfehlungen für zwei unterschiedliche Radtouren und eine ganze Liste mit schönen Städten, die zum Bummeln, Besichtigen, Essen und Trinken wie geschaffen sind.
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Inhaltsverzeichnis
Frühling in Grado – Tipps für lange Wochenenden
Grado liegt auf einer langen schmalen Insel in der Lagune, unweit der berühmten Badeorte von Bibione, Jesolo etc. Die Insel ist per Damm und Brücke mit dem Festland verbunden und eignet sich bestens als Basecamp für ein langes Wochenende in der Region Friaul Julisch Venetien, zwischen Triest, Venedig und Udine.
Der Frühling im Friaul ist ideal, wenn man mit dem Fahrrad unterwegs sein, durch italienische Städtchen bummeln und italienische Küche genießen will.

Schöne Radtouren in Friaul Julisch Venetien
Radtour im Friaul: von Grado nach Lignano
Bei langen Radtouren von A nach B ist immer die Frage: wie komme ich wieder zurück? Meist ist es dann ein Zug, manchmal ein Bus mit Fahrradanhänger, bei dieser Radtour in Friaul-Julisch Venetien aber etwas Besonderes: Rückweg per Schiff!
Der Weg führt rund um die Lagnue von Marano und Grado, sehr flach (wenn man wie ich immer Berge gewöhnt ist), teilweise auf tollen separaten Radwegen, teilweise Schotter- und Feldwege und teilweise auf der Straße – und das ist in Italien eher wild… Man kommt durch ein paar kleine Orte, eine Bar für ein kleine Cappucino Pause findet sich immer und auch Brunnen mit Trinkwasser. Das Fischerdorf Marano Lagunare lohnt sich dann für eine längere Pause.

Im Sommer ist es vermutlich viel zu heiß für diese Tour, im Frühling hat man noch den Bonus der schneebedeckten Alpen-Gipfel am Horizont.
Lignano als Ziel ist jetzt kein Highlight, viel zu voll, viel zu viel Betrunkene und eine riesig Fußgängerzone – in der gibt es aber Eis und Aperol Sprizz und einen kleinen Supermarkt. Schnell gestärkt also und mit den Einkäufen zum Schiffsanleger, dort ist es schön ruhig und man kann den Anglern zusehen. Das Schiff hat Platz für 25 Fahrräder, mit richtig guten Radständern! Es fährt weiter bis Triest, hält aber auch in Grado und die Rückfahrt ist sehr entspannend nach der langen Radfahrt.
Touren-Infos Radtour Grado Lignano
| Start: | Grado, Italien |
| Ziel: | Lignano, Italien |
| Länge: | 86 km |
| Höhenmeter: | 52 hm |
| Einkehr: | Green Paradise in Marano Lagunare |
| Highlights: | Rückfahrt per Schiff (Erwachsene 13,90 €, Fahrrad 1 €) |
| Link zur Tour bei Komoot: | https://www.komoot.com/de-de/tour/3000417950 |

Radtour im Friaul: von Buttrio durch die Weinberge
Durch die Weinberge des östlichen Friaul führt diese relativ entspannte Radtour. Größtenteils Asphalt, schöne Feldwege, Wiesen und Schotter, es geht immer locker bergauf und bergab, alles nicht so wild. Theoretisch kann man an Weingütern und Schlössern anhalten, man kann aber auch einfach nur durchradeln.
Die Route ist nicht durchweg beschildert, du solltest entweder den GPX Track dabei haben oder die Route im Kopf, um den Orts-Wegweisern zu folgen. Auf Komoot kannst du meine gefahrerne Route downloaden und nachfahren. Parken kann man kostenlos in Buttrio in der Nähe des Bahnhofs.

Touren-Infos Radtour Buttrio Weinberge
| Start: | Buttrio, Italien |
| Ziel: | Buttrio, Italien |
| Länge: | 20,14 km |
| Höhenmeter: | 236 hm |
| Highlight: | Weite Blicke über die Weinberge, viele Brunnen |
| Einkehr: | Caffè & Bistrot Le Fucine, modern italienisch, mit süßen und herzhaften Speisen und gutem Kaffee (nicht direkt am Weg) |
| Link zur Tour bei Komoot: | https://www.komoot.com/de-de/tour/2935586344 |

Tipps für Radtouren in Friaul Julisch Venetien
Wegweiser: es gibt Fahrrad-Beschilderung, die manchmal richtig gut ist, dann aber auch einfach wieder aufhört. Du solltest dich also nicht darauf verlassen sondern Karte und Online Tracks dabei haben.
Schiff: In der Hauptsaison gibt es wohl noch mehr Möglichkeiten, Fahrräder im Bus oder auf dem Schiff mitzunehmen. Auf dem Schiff zwischen Lignano und Grado kostet die Fahrradmitnahme 1 Euro und es ist wirklich viel Platz für die Räder. Unbedingt aber vorher über die Fahrpläne informieren!
Trinkwasser: sehr erfreulich, in vielen Orten gibt es Brunnen mit Trinkwasser. Für die alten Römer schon wichtig, aber auch gut, dass sie bis heute erhalten sind.
Sprache: In Grado wird häufig deutsch gesprochen, gefühlt kommt der größte Teil der Gäste aus Österreich. Kaum ist man aber in den kleinen Dörfern am Festland unterwegs, ist italienisch meistens die einzige Sprache. Ein paar Brocken zum Essen und Trinken bestellen sind nützlich und nicht allzu kompliziert, Hände und Füße tun ihr übriges.
Routenvorschläge: In den Tourist Informationen in Friaul kann man eine gute Radkarte für den „Adria Bike Radweg“ / Ciclovia del mar adriatico kaufen, mit vielen Radwegen zwischen Venedig und Triest. Sehr hilfreich außerdem die Website von Turismo FVG mit vielen Vorschlägen.

Schöne Städte in Friaul Julisch Venetien
Grado
Das kleine Grado hat alles, was man sich unter einem italienischen Städtchen am Meer vorstellet: verwinkelte Gassen, eine breite Promenade, Strände und Yachten. Pizzerien, Seafood Lokale, Eisdielen und den ganzen Tag das unverwechselbar leuchtende Orange der Aperol-Gläser. Dolce Vita und das Gefühl, dass in Italien einfach alles einfach gut tut.
Grado ist kein Geheimtipp und im Sommer vermutlich viel zu voll. Den 1. Mai als Feiertag nutzt man auch in Italien und in Österreich für ein langes Wochenende am Meer. Und doch war es für mich nicht unangenehm voll, gerade richtig zum Sonne tanken und genießen, dafür eignet sich Grado im Frühling sehr sehr gut!

Gorizia/ Nova Gorica
Gorizia ist eine Stadt direkt an der Grenze zu Slowenien, man spaziert die Straße entlang, findet ein Grenz-Schild und ab da heißt der Ort dann Nova Gorica. Beide zusammen waren 2025 Kulturhauptstadt Europas, was mich auf die Städte aufmerksam gemacht hat.
Ich habe die meiste Zeit im italienischen Teil verbracht, gegenüber der Kirche rund um die gemütliche Piazza sind einige Restaurants, die einen geradezu drängen, einen Sprizz oder Cappucino und kleine Snacks zu bestellen. Die Hauptattraktion ist aber der „Kunsttunnel“ DAG Digital Art Gallery, ein Projekt der Kulturhauptstadt, das noch bis Ende 2026 zu bewundern ist.

Für die Digital Art Gallery im Tunnel lohnt sich schon die Fahrt nach Gorizia (für Leute wie mich), auch wenn er unfassbar schwer zu beschreiben ist. Die kompletten Tunnelwände sind ein riesiger Bildschirm, über den eine Kunstinstallation läuft und unfassbare Formen und Farbkombinationen zeigt. Der Tunnel ist kostenlos, man muss sich vorher online ein Ticket kaufen und kommt am besten früh, wenn wenig Leute im Tunnel sind. Die Digital Art Gallery passt so gar nicht zum Italien Klischee aber ist wirklich großartig.

Palmanova
Das Coole an Palmanova sieht man eigentlich nur auf der Karte oder von oben: die alte Militärstadt ist nämlich sternförmig angelegt! Das war auch tatsächlich der Grund, warum ich hingefahren bin – und die Stadt entpuppte sich als perfekte Zwischenstation auf dem Weg in den Süden.

Im Zentrum gibt es eine riesige runde Piazza, viele Cafés und Restaurants drumherum. Viele Straßen führen schnurgerade zu einem äußeren Befestigungsring, ein grün bewachsener Wall und mit einigen Gebäuden, das ist dann auch schon alles. Palmanova ist einfach eins von diesen italienischen Städtchen, die gleichzeitig nichts bieten und eben das Lebensgefühl aus Kaffee, Sprizz und fußballspielenden Kindern, wegen dem man nach Italien kommt.

Aquilea
Auf der oben beschriebenen Radtour von Grado nach Lignano fährst du auf dem Radweg direkt an Aquilea vorbei. Dieses Mal habe ich nur für einen kurzen Fotostop gehalten, vor einigen Jahren war ich einmal länger dort und völlig geflasht von den tollen Mosaiken, die man dort bewundern kann.
Aquilea gehörte zu den reichsten und wichtigsten Städten im Römischen Reich. Sie wurde zwar schon im 5. Jh n. Chr. zerstört, Dank Ausgrabungen und Restaurierungen lässt sich die Geschichte ein wenig nachempfinden, vor allem in der Basilica di Santa Maria Assunta. Die stammt zwar aus dem 14. Jh., sie wurde allerdings über den römischen Mosaiken aus dem 4. Jh. gebaut, die den gesamten Fußboden bedecken. Sie liegen unter Glas, man läuft auf Stegen darüber und kann die fantastischen Bilder betrachten.
Aquilea ist über einen super Radweg von Grado aus zu erreichen!

Udine
Je länger ich an diesem Artikel schreibe, desto mehr wird mir bewusst, von wie vielen Italien Urlauben und Ausflügen ich nie gebloggt habe… Auch von Udine war ich sehr begeistert. Die zweitgrößte Stadt im Friaul eignet sich super zum Bummeln, in der Altstadt finden sich Spuren aus der römischen Zeit und aus dem Mittelalter, venezianische Bögen und griechische Statuen.
Triest
Mein Besuch in Triest liegt schon länger zurück, aber seitdem ist es immer eine Option, wenn ich über ein Reiseziel für ein langes Wochenende nachdenke. Die Stadt liegt am Meer, Kaffee und Cafés haben eine große Bedeutung, sowohl Kroatien als auch Slowenien sind nicht weit, die ganze italienische Adriaküste und das Landesinnere von Friaul.

Venedig
Da braucht es kaum Worte… auch mein letzter Venedig-Besuch liegt schon einige Jahre zurück, es war Corona und sehr leer… Grado liegt ungefähr zwischen Triest und Venedig und in beide Städte kann man gut einen Tagesausflug unternehmen, wenn man die Zeit hat.
Datum der Reise: Mai 2026
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Stefanie Dehler ist seit 2011 Herausgeberin des Gipfelglück Blogs – eine Sammlung von persönlichen Reiseberichten und selbst erlebten Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radfahren und Reisen, im Chiemgau, in den Alpen, weltweit.
Stefanie Dehler hat über 50 Länder bereist und rund 300 Berge bestiegen. Jährlich kommen ca 50.000 Höhenmeter zusammen.
Mit einer Vorliebe für Berg-Gipfel, Vulkane, Gletscher, Höhenmeter, Kuchen, Kaffee, Bücher, Yoga, Großstädte und das Unterwegs-Sein.
