Bücher von Stefan Nink: Donnerstags im Fetten Hecht und Freitags in der faulen Kobra

Donnerstags im Fetten Hecht

Donnerstags im Fetten Hecht” ist ein Reise-Roadtrip-Roman, der von der ersten bis zur letzten Seite einfach Spaß macht. Die Hauptperson, Siebeneisen, reist im Auftrag eines Freundes namens Schatten um die Welt, um dessen Verwandte aufzuspüren. Nur wenn er alle findet, erben alle zusammen (die Verwandten, nicht Siebeneisen) einen Haufen Geld. Ein echter Buchtipp für reiselustige Leser!

Donnerstags im Fetten Hecht von Stefan Nink
Donnerstags im Fetten Hecht von Stefan Nink

Die Figuren, die Autor Stefan Nink da erfunden hat, sind alle wunderbar skuril und sympathisch, Siebeneisen rauscht dummerweise in jede Katastrophe, die man sich nur (oder so gar nicht) vorstellen kann. Gerade noch realistisch irgendwie… Eine Facebook Seite spielt eine Rolle und eine Kneipe namens Fetter Hecht. Mit das beste am Roman sind die Orte auf der Welt, die Siebeneisen im Laufe der rund 400 Seiten besucht. Lauter Orte, die mir selber ans Herz gewachsen sind, oder wo ich unbedingt mal hinwill. Das Ruhrgebiet, Irland und Nepal zum Beispiel gehören zu ersteren, New Orleans, die Antarktis und die Mongolei zu letzeren.

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Siebensteins Abenteuer im Himalaya

Das große Aber. Sobald man selber einen Ort entweder sehr gut kennt, oder aber wenn man an einem Ort war, wo kaum jemand im näheren Bekanntenkreis schon war, wird man schnell zum großen Klugscheißer. Also ich zumindest. Zum Beispiel mit Nepal. Als Siebeneisen in dem Roman anfängt im Himalaya zu wandern, habe ich doch sehr sorgfältig gelesen und schnell die Stirn runzeln müssen.

Siebeneisen fliegt von Kathamandu nach Jomoson – bei meiner Nepalreise im letzten Oktober hieß dieser Ort Jomsom, aber man ist ja gewöhnt, dass Orte in Nepal mindestens drei verschiedene Schreibweisen haben. Ich habe Jomsom übrigens beschrieben mit “eine der furchtbarsten Städte (…), die ich je gesehen habe”. Es war bei mir Etappe 11, Start in Muktinath, Teepause Kagbeni, Mittagessen Jomsom, Etappenende Marpha. Siebeneisen marschiert in der Gegenrichtung, marschiert vor allem mit dem Wind nicht gegen ihn. Der Guide plant trotzdem 4 Stunden bis Kagbeni und dann brauchen sie 10 Stunden von Jomsom bis Kagbeni? Unmöglich. Wir haben maximal 3 gebraucht, gegen den Wind und mit der Thorung La Etappe vom Vortag in den Knochen. Siebeneisen ist kein großer Wanderer, aber 10 Stunden? Irgendwann mache ich doch noch ein www.klugscheißer.de auf ;-)

Abgesehen von dieser Episode ist das Buch aber überaus realistisch, die Pinguine, die Geier, die Geister, Bono, Elvis und das chinesische Oktoberfest, kann alles so passieren, wenn man Siebeneisen heißt. Von Seite 1 an ist es lustig und spannend und fernwehmachend, ca ab Seite 200 kann man das Buch kaum noch weglegen und überlegt ob Dinge wie essen, schlafen und zur Arbeit gehen nicht völlig überbewertet sind. Große Gipfelglück-Leseempfehlung!

Freitags in der Faulen Kobra


Freitags in der Faulen Kobra” ist ein 447-Seiten-Roman, den man in einem Rutsch von vorne bis hinten durchlesen könnte. Um ihn dann zuzuklappen und auf den 3. Band zu warten. Der erste Roman von Stefan Nink, Donnerstags im Fetten Hecht, hatte mich schon sehr begeistert und zum Glück ist das neue Buch genauso großartig. Vielleicht besser, denn ein Buch mit Neuseeland ist immer besser als ein Buch ohne Neuseeland. Und ich habe es nicht in einem durchgelesen, sondern immer mal Pause gemacht, um länger was davon zu haben.

Musik spielt in der Geschichte eine wichtige Rolle – Musik, die im Teehaus “Zur Faulen Kobra” in Jodhpur in Indien läuft, Lieder, die Bergführer singen, Songs, die wichtig für das jeweilige Reiseziel sind. Ich habe erschreckend wenige der Lieder gekannt und deshalb mal schnell einen Soundtrack gebastelt, den du über Spotify hören kannst. Einfach auf den Knopf drücken und Playlist starten:

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Man muss “Donnerstags im Fetten Hecht” nicht gelesen haben um Spaß an “Freitags in der Faulen Kobra” zu haben. “Wiederholer” werden an ein paar Episoden erinnert, erkennen vielleicht auch ein paar Figuren wieder, aber es sind zwei unabhängige Geschichten. Hauptperson ist Siebeneisen, der wieder einmal durch die Welt reisen muss, auf der Suche nach Teilen einer Statue dieses Mal.

Die tanzende Kobra. Foto: Stefan Nink

Wobei “muss” nicht ganz stimmt – auch wenn er wieder lauter furchtbare Dramen erlebt, er gönnt sich durchaus mal ein paar Annehmlichkeiten auf der Tour, genießt das Reisen**, hat seine Freundin Lawn dabei und kommt an tolle Orte dieser Welt. Überhaupt, Lawn, die Dame ist schon zu bewundern, dass sie es mit einem Typen wie Siebeneisen aushält, denn er ist im Grunde genauso ein Schlauschwätzer wie Schatten und Wippferführt, das fiel im Fetten Hecht noch nicht so auf. Lawn erträgt das erstaunlich gut – und doch glaube ich, dass sie an einer Stelle ganz bewusst einfach in einen bestimmten Bus steigt… aber ich will nicht zu viel verraten.

In “Freitags in der Faulen Kobra” kommen sogar ein paar Outdoor-Themen vor, auch wenn Siebeneisen rumjammert ohne Ende, so besteigt er doch den Mitre Peak in Neuseeland, auf dessen Gipfel nicht mal ich war (aber ich habe im Milford Sound ja auch die tollen Wasserfälle nicht gesehen, wegen zu gutem Wetter)…

.. und er macht eine fantastisch klingende Klippen-Wanderung in Hawaii, den Kalalau Trail, der Hawaii auf meiner persönlichen Wunschliste um einige Stellen nach oben katapultiert hat. Südafrika kommt reiseberichtstechnisch ein wenig zu kurz, die Ereignisse sind aber sehr lesenswert, vor allem im Nachhinein. Nach London kann muss man eh immer mal wieder fahren und die Beschreibung des “Prospect of Whitby” hat die Dringlichkeit extrem gesteigert. Für Churchill in Kanada und die Nordlichter würde ich eh alles stehen und liegen lassen. Kurz gesagt, das Buch macht höllenmäßig Fernweh, das muss man vorher wissen, wenn man anfängt zu lesen.

“Freitags in der Faulen Kobra” ist insgesamt ein sehr abwechslungsreiches Buch, von Anfang an äußerst lustig und herrlich klugscheißerisch, Alf wird zitiert, von James Cook erzählt, es gibt ein geheimnisvolles Tagebuch und ein Gemälde, Siebeneisens Facebook-Seite darf vorkommen, und Whatsapp hat einen Gastauftritt. Bei Schatten und Wipperfürth in der Faulen Kobra in Indien ist’s so nervig, dass man sich immer freut, wenn die Geschichte wieder zu Siebeneisen wechselt, und doch kann die Geschichte ohne Indien gar nicht funktionieren.

Kurz gesagt, jeder, der Bücher liebt und Reisen, sollte diesen Roman auf jeden Fall lesen. Wer nicht gerne reist, kann das Buch natürlich auch lesen und sich bestätigt darin fühlen, dass es zu Hause doch am Schönsten ist. Und ich hoffe, dass es Siebeneisen sehr bald wieder in die Welt zieht – aber samstags kommt doch schon das Sams?!

Infos zu den Büchern

Stefan Nink, Donnerstags im Fetten Hecht, Limes Verlag, ISBN 978-3-8090-2622-8, € 14,99. Paperback, Klappenbroschur, 416 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, erschienen August 2012. Zu bestellen auf über diesen Partnerlink bei Amazon*.

Stefan Nink, Freitags in der Faulen Kobra, Limes Verlag, ISBN 978-3-8090-2636-5, € 14,99, 447 Seiten, erschienen März 2014. Hier bei Amazon bestellen*.

Über den Autor Stefan Nink

Stefan Nink ist Reisejournalist, er bloggt, hat soeben den ITB Berlin Buch Award gewonnen und anhand der vielen Details in der Story von Siebeneisen merkt man, dass er ganz schon rumgekommen ist (ein großes ABER kommt gleich…). Er erzählt wirklich wunderbar, springt nach vorne, springt zurück, springt an andere Orte, lässt über die Facebook-Seite Figuren vom anderen Ende der Welt weiter mitspielen. Man möchte nicht unbedingt Siebeneisens Dramen erleben, aber die Orte, wo er sich befindet definitv selber (wieder) sehen. Dem Autor Stefan Nink könnt ihr auf Twitter folgen, auf Facebook kannst du Fan vom “Fetten Hecht” werden.

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6 Comments

  1. Schön, dass es anderen auch so geht, dass sie dieses Buch nicht mehr zur Seite legen können. Meine Lieblingsstelle: das Schild am Strand. Stichwort Krokodile und so…
    Vielen Dank natürlich auch für die Verlinkung! :)
    Viele Grüße, Kristine

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