Mit dem Heißluftballon über die Berge des Tiroler Kaiserwinkls

im HeißluftballonHeißluftballon Fahren ist eine Outdoor-Sportart, die wetterabhängig ist wie kaum eine andere. Der Wind allein bestimmt die Richtung, in die man fährt, hohe Berge wie der Wilde Kaiser z.B. können nur bei perfekten Bedingungen überfahren werden, und wenn es schneit, bleiben alle am Boden – und wenn eine Region wie der Kaiserwinkl in Tirol eine große Heißluftballon-Veranstaltung plant, steht das ob und wann und ab wo auch erst kurz vorher fest.

Alpin Balloning Kaiserwinkl

Meine Fahrt im Rahmen des Alpine Ballooning, das jeden Winter im Kaiserwinkl stattfindet, war ein wirklich tolles Erlebnis – und die fehlende Sonne und Fernsicht auf die Berge lassen jetzt schon die Vorfreude auf eine Wiederholung irgendwann steigen!

Als Startplatz sind Felder in der Nähe des Walchsees bestimmt worden, dorthin fahren wir mit dem Auto, den Ballon auf dem Anhänger dabei. Jeder Pilot sucht sich seinen persönlichen Startplatz, nah an der Straße, weit weg von den Stromleitungen, dann heißt es für alle: anpacken. Der Korb wird herausgehoben, in einem dicken Sack der Ballon dazu, und mit vereinten Kräften wird alles auf dem Feld ausgebreitet.

 

Da liegt ein Ballon auf dem Feld.
Da liegt ein Ballon auf dem Feld.

 

Dann wird ein Ventilator angeschmissen und innerhalb kürzester Zeit füllt sich der Ballon mit Luft und macht sich bereit zum Abheben. Zur Sicherheit ist der Ballon am Auto festgemacht, damit er nicht ausbüxt…

Vorbereitung zur Ballonfahrt in Tirol

 

Ein Ballon nach dem anderen steigt in die Luft…

Startplatz der Heißluftballons

…Pilot und wir drei Passagiere klettern in den Korb, unser Pilot Karl bedient einen Hebel über unseren Köpfen und schickt eine Stichflamme Richtung Ballon, es ruckelt ein paar Mal und schon schweben wir über dem Boden! Ganz sanft und leicht, ein tolles Gefühl! Man kann gar nicht aufhören Fotos zu machen. Die in der Nachbarschaft fahrenden Ballons sind tolle Motive, sie machen das ansonsten  schwarz-weiße Bild auch etwas bunter- denn die Sonne lässt sich nur kurz blicken heute.

Walchsee schwarz-weiß
Walchsee schwarz-weiß

Dafür beobachten wir Rehe, die im Wald hin und her flitzen, ein paar Wanderer, die stehen bleiben, nach oben schauen, winken. Der teilweise zugefrorene Walchsee, mein Skiberg vom Vormittag (Bericht folgt – aber um es vorweg zu nehmen, es war eine große Verbesserung zum 1. Skitag!), die Häuser von Walchsee und Kössen, Kufstein in der anderen Richtung, der Pendling, die Rotwand, unbekannte andere Berge.

Tirol von oben

Der Wilde Kaiser versteckt sich in den Wolken, leider… Die Kälte ist nicht extrem übrigens, das hätte ich mir schlimmer vorgestellt. Wir plaudern ein wenig, aber eigentlich ist jeder nur mit Schauen und Genießen beschäftigt.

Wald und Wiesen von oben
Wald und Wiesen von oben

Und schon ist eine Stunde vorbei, wir sinken, streifen fast ein paar Bäume, und setzen sanft auf einem Feld auf. Zu weit weg vom Weg, deswegen steigt die Hälfte der Besatzung aus, wir bekommen ein Seil in die Hand, während der Ballon vielleicht einen halben Meter über dem Feld schwebt, müssen wir ihn Richtung Weg ziehen. Und das, wo ich schon 2 Stunden Skifahren hinter mir habe… Ein Ballon darf übrigens überall landen, egal ob es dem Grundbesitzer gefällt oder nicht. Und ein Ballonfahrer versucht, stets mit noch einer vollen Gasflasche zu landen. Bloß nichts riskieren.

Finde die Menschen
Finde die Menschen

Und dann warten wir darauf, dass unser Autofahrer uns findet… Es gibt dazu eine Ipad App, die hat aber nicht viel gebracht, wir fragen Spaziergänger („ihr seid an der Straße zum Golfplatz“), beschreiben dem Fahrer die Ballons, die wir sehen, und warten und machen Fotos und warten. Als er uns gefunden hat, fahren und schieben wir den Ballonkorb auf den Anhänger, wieder müssen alle dabei anpacken, die Luft aus dem Ballon zu bekommen und ihn so klein zusammenzufalten, dass er wieder in seinen Sack passt und bereit ist für die nächste Fahrt. Die dann hoffentlich bei mehr Sonne stattfindet!

Gelandet!
Gelandet!

Gelandet sind wir in der Nähe von Schwendt, unterwegs waren wir relativ flott, mit 10 bis 15 km/h. Und in einer Höhe von 4.500 Fuß.

Ballonfahrer im Kaiserwinkl

Im Ballon mit dem Kaiserwinkl Logo ist übrigens Manuela vom Seiltanz Blog mitgefahren- in ihrem Bericht gibts viele tolle Fotos, unbedingt auch ansehen!

Die Ballonfahrer-Taufe

Eine Fahrt mit dem Heißluftballon endet mit der Ballontaufe – dabei müssen die Ballonfahrer einen Eid ablegen, bekommen vom Piloten die Haare angekokelt und werden mit Sekt gelöscht und erhalten, „nach überlieferter Zunft und Ordnung der Aerostatik“ einen adligen Namen, den sie auswendig lernen und bei Bedarf – sprich im Gespräch mit anderen Ballonfahrern- aufsagen können müssen. Ich gebe zu mein „Fürstin Stefanie, liebreizende Luftelfe im Kaiserwinkl von listigen Winden entführt von und zu Kössen“ kommt mir noch nicht so leicht von den Lippen…

Taufurkunde Ballonfahrt

Alpine Ballooning im Kaiserwinkl 2014

Das Alpine Ballooning im Kaiserwinkl ist die größte Ballon-Veranstaltung im deutschsprachigen Alpenraum im Winter, 53 Heißluftballons sind in diesem Jahr dabei. Bei meiner Fahrt am Samstag waren ca 10 Ballons in der Luft, dann wurde erst mal das Wetter so schlecht, dass niemand fahren konnte. Die Veranstaltung geht aber noch bis zum 1. Februar, es ist gutes Wetter vorhergesagt, nach all dem Neuschnee wird es wahrscheinlich fantastisch aussehen, für die Fahrer in der Luft wie für die Zuschauer auf dem Boden! Das Mitfahren kann man auch noch kurzfristig buchen.

Eine Fahrt im Heißluftballon gehört absolut zu den Dingen, die man im Leben einmal gemacht haben muss! Und wenn beim ersten Mal kein Traumwetter war, dann wartet man halt auf die nächste Gelegenheit, um auch richtig tolle Bilder machen zu können:

Alpine Ballooning Kaiserwinkl
Foto:TVB Kaiserwinkl/ Bernhard Bergmann

 

Herzlichen Dank an den Tourismusverband Kaiserwinkl für die Einladung zur Ballonfahrt!

Stefanie Dehler
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Stefanie Dehler

Herausgeberin des Gipfelglück Blogs - einer Sammlung von persönlichen Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radlfahren und Reisen, im Chiemgau, in den Alpen, weltweit.
Mit einer Vorliebe für Höhenmeter, Kuchen, Bier, Bücher und Instagram.
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14 Comments

  1. Oh toll, das habe ich lange nicht mehr gemacht. Aber hier in Nordschweden sind die Heißluftballone mehr als rar.

    Im Korb ist es meistens wärmer als erwartet, weil man mit dem Wind fährt und es daher völlig windstill ist.

    Schöne Grüße von
    Olaf, Edler vom Torfvennteich zur Geisheide bei Lavesum.

  2. Hi Stefanie.
    Sehr toller Bericht. Ich habe bisher die Ballons nur von unten gesehen, während ich in die Berge gehe. Auf die Idee einmal selbst mit so einem Ding durch die Lüfte zu schweben bin ich noch gar nicht gekommen (komisch, oder?).
    Hast du einen Link, wo man so etwas buchen kann?
    Gruß.
    Basti

  3. Pingback: Lesetipps zum Wochenende #011 | Von Hamburg bis Hawaii

  4. Ronnie

    Ich bin auch ein großer Fan des Ballonfahrens und besuche auch immer wieder solche Festivals. Dadurch bin ich auf diese spannende Geschichte gestoßen. Einfach beeindruckend, welche Bilder dabei entstanden sind. Ich habe auch zufällig ein Interview mit einem erfahrenen Ballonfahrer in einem Blog gefunden: http://www.dolomiten-blog.net/2013/12/ballonfahren-suedtirol-interview.html. Total interessant dieses Interview. Freue mich schon aufs nächste Festival!! :)

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