Gastbeitrag: Hochgern-Wanderung

 

Wolken am Hochgern
Wolken am Hochgern

Als Vorbereitung auf ihre Alpenüberquerung auf dem E5 diesen Sommer hat Maren eine Wandertour auf den Hochgern mit Übernachtung im Hochgernhaus gemacht. Mir hat es ja im Winter auf dem Hochgern auch sehr gut gefallen, leider aber ohne Übernachtung, deswegen freue ich mich über den Gastbeitrag von Maren über ihre Tour – ihr E5 Blog und ihre täglichen Instagram-Fotos kann ich euch zudem sehr empfehlen!

 

Hochgern, 1748 m und Hochgernhaus, 1461 m

Das Schönste am Wandern? Die Entschleunigung. Die Einfachheit. Die großartigen Momente, die Du nicht mit Geld kaufen kannst. Das Gefühl nach einem langen anstrengenden Aufstieg, den Gipfel erreicht zu haben. Die unendliche Aussicht auf die Berge. Die Alpendiät: Einfache Küche, aufs Wesentliche reduziert. Erbsensuppe und
Kaiserschmarrn frisch vom Herd auf den Teller. Heiß. Dazu ein alkoholfreies Weißbier. Eiskalt. Sonnenuntergang auf der Hütte genießen. Alpenluft einatmen. Runterkommen.

Abwechslungsreicher Aufstieg

Ein Ort, an dem das ausgezeichnet geht, ist der Hochgern  bzw. das Hochgernhaus  im Chiemgau vor den Toren Münchens. Klar könnte man Auf- und Abstieg an einem Tag bewältigen, aber dann entginge einem der grandiose Rundumblick auf die bayerischen und österreichischen Alpen bei Sonnenuntergang. Der Aufstieg über die Schnappenkirche und die Staudacher Alm ist abwechslungsreich, allerdings gegen Ende hin steil und bei Nässe etwas rutschig, aber auch bei Dauerregen machbar. Das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Wir hatten Glück, dass kurz vor dem Gipfel, der Wolkenhimmel aufriss und sich ein einzigartiges Panorama vor uns auftat mit Blick auf den Chiemsee und die benachbarten Berge bis hin zum Großglockner.

Alpendiät: Karnivoren bevorzugt

Alpendiät
Alpendiät

Von dort ist es nicht mehr weit bis zum Hochgernhaus, ein privat von Hans Sima bewirtschafteter Berghof. Als wir am Spätnachmittag am Haus ankamen, hatte Hans wohl nicht mehr mit uns gerechnet, da alle anderen Gäste wegen des schlechten Wetters abgesagt hatten, und so standen wir erst einmal vor verschlossener Tür. Schließlich wurden wir doch noch aufgenommen – bayrischen Grantlercharme inklusive.

Wir haben uns entschieden im Haupthaus zu übernachten. Dort gab es Zweierzimmer mit Federbetten. Wir hätten auch das Matratzenlager in einem Nebengebäude wählen können. Die Einrichtung ist einfach, aber sauber. Die Speisekarte wartet mit den üblichen Gerichten auf, wobei für mich als Nicht-Fleischesser nur die Erbsensuppe und der Kaiserschmarrn in Frage kamen. Es kann sein, dass es, wenn die Wandersaison richtig losgegangen ist, mehr frische Gerichte auf dem Speiseplan gibt. Den Eindruck machte auf jeden Fall die etwas versteckt an eine Wand gelehnte handbeschriebene Tafel.

Logenplatz mit Aussicht

Terrasse am Hochgernhaus
Terrasse am Hochgernhaus

Die Terrasse des Hochgernhaus ist nach Süden hin ausgerichtet, so dass man beim Essen beste Logenplätze mit spektakulärem Blick auf die Bergkulisse hat. Da spielt es eh nur eine untergeordnete Rolle, was man auf dem Teller hat. Dort mit einem Weißbier zu sitzen in dem Moment als die Sonne unterging, war unbeschreiblich und unvergesslich.

Sicher wäre es genauso schön, hier wieder mit einer heißen Tasse Kaffee bei Sonnenaufgang Platz zu nehmen, aber da sich schon wieder Regen angekündigt hatte, haben wir den Tagesanbruch lieber im kuscheligen Federbett verschlafen. Das Frühstück war wieder einfach gehalten: Brot, Butter, Marmelade, Kaffee. So gestärkt, die Wärme des Kachelofens noch im Rücken, traten wir im Regen den gut eineinhalbstündigen Abstieg über die Agerschwendalm an. Wir waren immer noch beseelt von der Stimmung am Abend zuvor.

Alles in allem bin ich wirklich gern hoch auf den Hochgern. Und der Abstecher zum Hochgernhaus inklusive Sonnenuntergang lohnt auch. Danke, für den Tipp, Stefanie!

Weitere Links:
Blog „Passion Project E5 – Ein Wanderweg ist das Ziel“ 
Flickr „Passion Project E5“ 
PassionProject E5 auf Pinterest

Hinweis: Alle Bilder fotografiert von Maren @zehnbar.

2 Comments

  1. Oh ja – die Reduktion auf das Wesentliche liebe ich ebenfalls beim Wandern! Die Terrasse sieht tatsächlich spektakulär aus (resp. der Blick von dort) und ist mit Sicherheit mal einen Besuch wert :-)

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