Gipfelbuch: Winterwanderung Hochgern

Den Hochgern, den mag ich wirklich gern! Eine anstrengende Wanderung im Chiemgau war das gestern, ideal für den Spätwinter. Anstrengend, weil der Körper noch im Wintermodus arbeitet und noch nicht so auf die 1.200 Höhenmeter Aufstieg vorbereitet ist, und auf 7 Stunden reine Gehzeit (deswegen nicht mitten im Winter machen, wenns um 5 dunkel wird, machts wenig Spaß).

Anstrengend fand ich aber auch die Temperatur- warm in der Sonne, plötzlich wieder kalter Wind, geschwitztes TShirt und vielleicht doch die Handschuhe – ständiges an- und ausziehen. Klassischer Zwiebel-Tag, viele Schichten mitnehmen, und alle benutzen, incl. Gamaschen. Denn es lag noch ordentlich Schnee, zum Teil auch noch hüfthoch, zum Teil sehr sulzig und an den ersten Stellen schon in klassischen Frühlingsmatsch übergehend.

Stefanie am Hochgern

Also schöne anspruchsvolle Bedingungen, alles andere als Spaziergang, verbunden mit traumhaft schönen Ausblicken auf den Chiemsee und die Berge rundum. Vom Parkplatz in Marquartstein (den Hinweisschildern „Hochgern Parkplatz“ folgen) sind es 800 Meter/ 2 Stunden bis zum Hochgern-Haus und noch mal 300 Meter zum Gipfel. Es gibt keine Seilbahn, keine Skifahrer, keine Schlitten, nur Wanderer und ein paar Renner.

Es geht zunächst durch den Wald, zum Teil über breite Forstwege, zum Teil über Pfade, kontinuierlich bergauf. Meistens in der Sonne, die schon gut gewärmt hat! Kurze Pause zum Panorama genießen an der Agersgschwendt Alm (die aber erst am Rückweg geöffnet hat- am Hinweg trinken Wanderer und vereinzelte Mountainbiker noch ihr eigenes Wasser). Kurz hinter der Alm beginnt zumindest im Handynetz Österreich!

Am Hochgern-Haus kann man auch nicht einfach vorbeigehen, Gipfelglück-Vorfreude hin oder her… Leider ist das Klo wegen Wassermangel gesperrt und die Bäume standen am ganzen Weg relativ weit auseinander, nichts für schwache Mädchen-Blasen!

Hochgernhaus, Chiemgau

Noch mehr Schnee, noch mehr Sonne dann auf dem Weg zum Gipfel, es geht über eine Art Grat, wo die Bäume wunderschöne Schatten werfen (hier in der Nähe liegt auch ein Geocache, aber da muss noch einiges tauen, bis man den wieder heben kann…). An ein paar Felsen vorbei gehts ruckzuck zum Gipfel, der nicht viel Platz bietet, aber genug für die 10 Leute, die gerade hier sind. Excellente Aussicht!!!

Aber an der Hütte wartet die „Brot“zeit – endlich ein Bier und ein Kuchen, ich mag ja diese Kombination. Kaum noch jemand auf der Hütte um 3 Uhr, um 12 war noch alles voll gewesen… Klo immer noch zu. Runter gehts schnell- viele Stellen kann man auf den Wanderschuhen abrutschen oder durch den weichen Schnee hinabsegeln. Manches einsinken erfordert dann aber Kraft zum Wieder Rauskrabbeln…

Perfekte Brotzeit

Und weil wir einen Abkürzungspfad zu viel genommen haben, finden wir uns plötzlich auf einem „falschen“ Weg wieder- unterhalb vom Parkplatz, also gehts um halb 5 noch mal für eine Weile bergauf. Da ist dann der leckere Kuchen gleich wieder abtrainiert.

Also, sehr zu empfehlen diese Tour, es könnte aber sehr matschig werden in den nächsten Wochen…

Stefanie Dehler
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Stefanie Dehler

Herausgeberin des Gipfelglück Blogs - einer Sammlung von persönlichen Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radlfahren und Reisen, im Chiemgau, in den Alpen, weltweit.
Mit einer Vorliebe für Höhenmeter, Kuchen, Bier, Bücher und Instagram.
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