Jägerinnen des Augenblicks

Wanderschilder im ChiemgauKürzlich hörte ich ein Interview mit Stefan Glowacz, es ging um seinen neuen Film „Jäger des Augenblicks“. Der Titel beschreibt die Antwort auf das „Warum?“, das „Warum macht man solche Touren?“ Die Wanderung mit @soschy und @dshamilja gestern brachte auch öfter ein „Warum?“ in mir auf, weshalb dieser Blogbericht eben Jägerinnen des Augenblicks heißt.

Warum?

Warum liegt immer noch Schnee? Warum scheint keine Sonne? Warum wandere ich im Graupel durch den Chiemgau? Warum ist der Gipfel völlig eingenebelt und gefährlich? Warum posten alle Leute, die ich kenne (außer den zwei oben genannten), Fotos von einem sonnigen Sonntag? Warum ist kein Frühling? Warum bleibe ich nicht einfach auf dem Sofa?

Darum!

Wenn es den ganzen Tag grau in grau ist, wenn man zwei Minuten nach dem Loswandern in Sachrang die dünnen Handschuhe zurück in den Rucksack packt und lieber die warmen Handschuhe anzieht, dann muss man nach den schönen Augenblicken suchen, und bei vielen schönen Augenblicken werden die Fragen des letzten Absatzes völlig nebensächlich.

Ein Augenblick zum Beispiel: Blumen!

Blume im Chiemgau

Ein Augenblick: der Anblick von Spitzsteinhaus und Altkaseralm

Spitzsteinhaus und Altkaseralm

Ein Augenblick: ein Bier. Und ein Spinatknödel.

Altkaseralm

Ein Augenblick: bizarre Sträucher

bizarrer Strauch

Ein Augenblick: Vogelhäuschen, und die Geschichten der Hüttenwirtin dazu. Denn wäre besseres Wetter gewesen, wäre mehr auf der Altkaseralm losgewesen und dann hätte die Hüttenwirtin keine Zeit gehabt sich zu uns zu setzen. Und von den Wieseln und Murmeltieren zu erzählen.

Vogelhäuschen Altkaseralm

Viele Augenblicke: Jägerinnen-Spaß. Für Spaß haben und eine Wanderung genießen braucht man keine Sonne.

wandern im Chiemgau

Aber geiler wärs schon.

(1989, hihi)

Ich habe letztes Jahr schon einmal eine Tour zum Spitzstein gemacht, damals erreichte ich auch den Gipfel und ich kehrte auch im Spitzsteinhaus ein. Damals gab es Bärlauchknödel auf der Altkaseralm. Deswegen Geheimtipp: in zwei Wochen ist Bärlauchzeit auf der Alm, geht hin! Wenn sich das Wetter nicht rasant ändert, schaden Ski, Schneeschuhe oder Grödeln nicht. Im Wald ist es ok zu laufen aber im Bereich um die Hütten herrscht tiefster Winter!

 

 

Stefanie Dehler
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Stefanie Dehler

Herausgeberin des Gipfelglück Blogs - einer Sammlung von persönlichen Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radlfahren und Reisen, im Chiemgau, in den Alpen, weltweit.
Mit einer Vorliebe für Höhenmeter, Kuchen, Bier, Bücher und Instagram.
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8 Comments

  1. Hi Stefanie,

    ein schöner Beitrag, sich nicht vom Wetter dieses Jahr einschüchtern zu lassen und trotzdem die Augenblicke zu suchen.

    Ich lese Deinen blog schon seit einer Weile – Zeit auch mal „Hallo!“ zu sagen.

    Die Bärlauchzeit kann aber trotzdem bald kommen…

    Viele Grüße
    Jens

  2. Hi Stefanie, danke für deinen Kommentar auf meinem blog. Ist ja ein lustiger Zufall, dass wir beide eine „ähnliche“ Tour gemacht haben :) Finde es schön, wie du von deiner erzählst, kann die Augenblicke total gut nachvollziehen!

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