Reisetipps für Saalbach Hinterglemm

Berühmte Namen von Wander-Zielen machen mich ja immer erst einmal skeptisch, Massen-Wanderungen mit Halli Galli ertrage ich nur einmal im Jahr, bei den 24 Stunden von Bayern. In den Orten Saalbach und Hinterglemm, im Tal, stehen Hotels, Pensionen und Kneipen zwar Wand an Wand, im Sommer hat man in den Bergen rundherum dennoch seine Ruhe und begegnet nur wenig anderen Wanderern. Die Berge rund um das Tal sind nicht die allerhöchsten in Österreich aber an sonnigen Tagen ist der Blick auf die Hohen Tauern, Großvenediger, Großglockner, Hochkönig und viele andere grandios!

 

7 Summits Wanderung

Die 7 Summits von Saalbach Hinterglemm

Viel kenne ich noch nicht von der Gegend (deswegen kommen unten zwei Tipps von Stammgästen!), von der 7 Summits Tour im Sommer 2013 war ich aber von vorne bis hinten begeistert. Es ist eine lange Wanderung, die einen auf 7 Gipfel führt, größtenteils einfach zu gehen, an manchen Stellen ist Trittsicherheit nötig. Als zusätzlichen Anreiz, die Tour bis zum Ende zu machen, bekommt man einen Chip, mit dem kann man Foto-Automaten auf jedem Gipfel aktivieren und dabei virtuelle Trophäen sammeln. Hier gehts zum ausführlichen Bericht.

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Saalbacher HofÜbernachten in Saalbach Hinterglemm: im Saalbacher Hof

Ich kann euch den Saalbacher Hof mitten in Saalbach sehr empfehlen. Schon seit 1932 kann man hier übernachten, von einer kleinen Pension hat sich der Saalbacher Hof zu einem 4 Sterne Hotel mit 90 Zimmern und Suiten entwickelt. Im Treppenhaus ist mit alten Fotos und Prospekten die Geschichte von Hotel und Tal dokumentiert und wenn es sich ergibt, solltet ihr euch von der Hotelchefin die Geschichten dahinter erzählen lassen. Von der Schmied-Witwe mit dem 30 Jahre jüngeren Ehemann, dem norwegischen Buch über ein neumodisches Ding namens Ski, der ersten Pension mit elektrischem Licht im Ort und was man mit Dingen macht, die man so auf dem Hotel-Dachboden findet.
Saalbacher Hof Deko
Vom Frühstückstisch aus kann man übrigens den früh aufgestandenen Mountain Bikern zuschauen, die Talstation des Schattberg Xpress ist nur wenige Meter von der Hoteltür entfernt. Wanderer, die früh aufbrechen, bekommen ein üppiges Lunchpaket am Abend vorher aufs Zimmer gebracht – und an einem wanderfreien Morgen kann man sich dann sehr lange am Frühstücksbüffet aufhalten und schlemmen.
Abendessen Saalbacher Hof
Abends gibt es köstliche 5 Gänge, mit Auswahl zwischen „normalen“ und „gesünderen“ Gerichten, wobei sich beides auch je nach Geschmack und Lust kombinieren lässt. Das Personal sowohl beim Essen als auch an der Rezeption ist äußerst freundlich und zuvorkommend, die Zimmer groß und gemütlich (ein paar Zimmer sind übrigens herrlich kreativ-verrückt eingerichtet), die Betten sehr bequem. Allerdings bin ich doch mehr der Typ, der sich über eine Tür zum Badezimmer freuen würde, gemeinschaftliches Zähneputzen ist auf der Berghütte ok, im Hotel soll’s ja gerade mal anders sein.
Book Crossing SaalbachSo wie halt auch mit dem Garten, Pool, Liegestühlen, Whirlpool und Hallenbad, wo man nach einer ordentlichen Bergtour in totaler Ruhe entspannen kann! Dazu gehören auch eine Bibliothek (mal mit anderem Lesematerial als die speckigen Reinhold-Messner-Bildbände auf Alpenvereinshütten …), Lesezeichen auf den Zimmern und einem tollen Bookcrossing-Baum vor dem Hotel.
*Ich war vom Saalbacher Hof eingeladen – deswegen habe ich dazu vielleicht mehr geschrieben als normal, aber trotzdem wie immer meine ehrliche, persönliche Meinung.
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ReiteralmExperten-Tipp von Nina Dahlhaus: die Reiteralm

Saalbach-Hinterglemm ist bekannt für seine urigen und gemütlichen Hütten. Pommesbudenfritierfetthütten sucht man vergebens, und so kennt jeder Skifahrer die Alte Schmiede, die Pfefferalm, das Rauchkuchl… und seit letztem Jahr muss man auch die Reiteralm ins Pflichtprogramm aufnehmen.
 
In diesem Jahr waren wir zum ersten Mal im Sommer in Saalbach – zum Heiraten übrigens. Unsere Feier fand auf der Reiteralm statt, aber da Steffi hier ja nun mal einen Wanderblog und keinen Weddingplanerblog hat, stelle ich Euch gerne eine kurze Wanderung… ähm… Spaziergang zur Reiteralm vor.
 
Wir haben tatsächlich nur die Spaziergang-Variante gewählt, da wir mit Freunden auf eine Kinderwagen-taugliche Strecke angewiesen waren. Der Spaziergang beginnt an der Reiterkogelbahn, die man übrigens mit der Joker-Card (Saalbacher Gästekarte) kostenfrei nutzen kann. Alternativ kann man auch den Weg über die Sonnalm oder über die Pfefferalm aus dem Ort nehmen. Von der Reiterkogelbahn geht man ca. 30 Minuten zum Alpenblumengarten, mit dem Kinderwagen hat es etwas länger gedauert. Man kann sich hier zwischen einem kinderwagentauglichen Weg am Speicherteich und dem netteren Wanderpfad entscheiden. Ich würde den Wanderpfad empfehlen.
 
Reiteralm
 
Der Kräuter- und Alpenblumengarten mit über 100 verschiedenen wilden Heilkräutern wird von der Wirtin der Reiteralm, Tanja Kees, gepflegt. Sie mischt auch Allerlei zusammen, was man auf der Hütte kaufen kann: Teemischungen, Heiltropfen… auch Kräuterwanderungen und Workshops bietet sie an.
 
Auch Essen und Getränke werden von Tanja liebevoll mit Kräutern dekoriert. Zu empfehlen ist besonders der Kräutersmoothie, und dazu ein Palatschinken – ein Gedicht.
Palatschinken
 
Man kann die Wanderung von hier fortsetzen zum Wetterkreuzspeicherteich, oder man geht Richtung Hochalm – hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten, aus unserem Spaziergang auch eine richtige Wanderung zu machen.
 
Wenn Ihr also mal in Saalbach seid, schaut auf der Reiteralm vorbei!
 

Danke für deinen Tipp, Nina, auch für die 3 Fotos.

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Eperten-Tipp von Sabrina Lütcke: Skifahren in Saalbach Hinterglemm

 
Mit ordentlich Bumbum startet Anfang Dezember beim BERGFESTival und Rave on Snow die Skisaison in Saalbach Hinterglemm. Ohnehin hat sich der Ort in den letzten Jahren als Winter-Party-Hochburg einen Namen gemacht: urige Hütten, coole Clubs und zünftiger Aprés Ski (absolutes Muss: rote Herzln in der Hinterhag in Saalbach fangen und Ziegen im Hinterglemmer Goaßstall streicheln!).
 
Spannender und sportlicher finde ich jedoch, dass hier mit mehr als 50 Liften und 200 Pistenkilometern echtes Skivergnügen wartet. Ein Geheimtipp, da leider nicht explizit ausgeschildert, ist die so genannte „Große Runde„, die geübte Ski- und Snowboardfahrer einmal rund um das gesamte Skigebiet führt und ordentlich Abwechslung bietet. Die Verbindung mit dem benachbarten Leogang eröffnet weitere Routen. Im Gegensatz zu anderen Gebieten ist der gute alte Schlepplift bis auf ein, zwei Ausnahmen (z.B. Bärnalm in Saalbach) ausgestorben, was vor allem Snowboardfahrer jubeln lässt. Die vielen beheizten Sessellifte sind eine Wohltat für eisige Hinterteile.Hier noch ein paar ganz persönliche Superlative:
Pisten:
Die Längste: Jausernabfahrt von Schattberg West mit 7 km
Für die schönsten Schwünge: einsame Waldabfahrt nach Viehhofen (unten wartet der Skibus)
Die steilste: 12er Nord in Hinterglemm, leider meist gesperrt! Eine Alternative ist die Schattberg Nord.
 
Hütten:
Die bekanntesten und immer gut: Reiteralm, Panoramaalm, Sonnalm, Thurneralm, Bärnalm
Die gemütlichsten und wahrscheinlich kleinsten: Rachkuchl bei Schönleiten Mitte oder Pfeffer Alm in Hinterglemm
 
Bestes Après Ski:
in Saalbach: Hinterhag Alm und anschließend Bauers Skialm, beide Turmwiese in Saalbach
in Hinterglemm: Goaßstall am 12er Kogel
 

Im Namen aller Skifahrer und Snowboarder vielen Dank für die Tipps, Sabrina! Sie fährt übrigens seit 1984 jedes Jahr nach Saalbach Hinterglemm in den Skiurlaub!

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Dies und das

Im Hotel bekommt man die Joker Card, eine Gästekarte, mit der man kostenlos die Bergbahnen benutzen kann, ein paar Museen besuchen, den Wanderbus und Talschlusszug benutzen und Minigolf spielen. Der Joker ist ein Clown, den die Region für ihr Marketing nutzt, und den ich, das muss ich zugeben, unglaublich hässlich finde (mein Job außerhalb dieses Blogs ist im Tourismus Marketing, deswegen mache ich mir über so was vielleicht mehr Gedanken als ein normaler Wanderer…). Aber über Geschmack lässt sich nicht streiten und der grässliche Clown sollte einen nicht von einem Besuch hier abhalten.

Bei schlechtem Wetter

An trüben Tagen liegen Wolken und Nebel wie ein Deckel auf dem Tal, wie halt auf den meisten Tälern in den Alpen. Man kann dann Brücken bauen oder einen Ausflug nach München machen :-)
Stefanie Dehler
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Stefanie Dehler

Herausgeberin des Gipfelglück Blogs - einer Sammlung von persönlichen Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radlfahren und Reisen, im Chiemgau, in den Alpen, weltweit.
Mit einer Vorliebe für Höhenmeter, Kuchen, Bier, Bücher und Instagram.
Stefanie Dehler
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4 Comments

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