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Gipfelbuch: Aiplspitz und Jägerkamp

14. August 2013 by Stefanie Dehler

Aiplspitz

Frohlocken- das Wort sollte immer in einem Atemzug mit der Aiplspitz genannt werden. Einst, als es dieses Blog noch nicht gab, war ich schon einmal auf der Aiplspitz, der Berg hat mir auch damals gefallen, aber es war so grau und neblig, dass ich damals eigentlich das beste verpasst habe – der Blick, den man im Aufstieg, vom Gipfel, am Grat zum Jägerkamp und von dessen Gipfel hat, ist wahrlich zum Frohlocken!

Vom Ende dieser grandiosen Bergtour habe ich vor einigen Tagen ja schon geschrieben, neben den freundlichen Autofahrern trafen wir, @soschy und ich, noch andere lustige Gesellen auf dieser Tour, die uns beibrachten, wie man ein ordentliches Gipfelfoto macht, nämlich frohlockend:

Frohlockendes Gipfelglück

Die Gipfelrast zog sich dieses Mal sehr in die Länge, erst mussten wir unsere Brotzeit drapieren und für eine Instagram-Challenge fotografieren, dann musste ich mit einem Wanderer Geschichten zu Fulda und Kanada austauschen, die Berge bestimmen, und ein bisschen erholen vom Aufstieg mussten wir uns ja auch.

Aiplspitz Gipfelkreuz

Viele Wege führen ja auf die Aiplspitz. Wir haben morgens das Auto am Bahnhof von Fischhausen-Neuhaus abgestellt, sind mit dem Zug 2 Stationen bis Geitau gefahren (Ticket kostet 2,30 Euro) und dort im Tal vom Bahnhof zum Ort spaziert (wenn man wollte, könnt man hier schon eine Kneipp-Runde einlegen!) um erst mal einen Geocache zu finden. Unterbrochen von ein wenig Wind und ein wenig Schatten im Wald geht es dann eigentlich die ganze Zeit in der heißen Sonne ordentlich steil nach oben.

Nur für Geübte

Auf breitem Weg zuerst, ab der Geitauer Alm auf einem tollen, schmalen Pfad, ab und an etwas ausgesetzt, dem Wendelstein gegenüber, ohne irgendwelche andere Wanderer zu sehen. An der Geitauer Alm steht noch ein Brunnen, davon abgesehen weder Quelle noch Hütte bis auf der anderen Seite vom Jägerkamp.

Aiplspitz von Geitau

In den Latschen treffen wir dann auf den Weg, der von Aurach hoch kommt, und prompt auch auf ein paar andere Wanderer. Ab hier ist der Wanderweg endgültig nur noch für „Geübte“, bis zum Gipfel wird gekraxelt und die Hände helfen beim Vorankommen – das ist nichts für Wander-Anfänger, der Weg ist aber gut markiert und macht wirklich Spaß. Am Gipfel wird dann, wie schon gesagt, eine Runde frohlockt! Was für ein Ausblick!

Kraxelnd zur Aiplspitz

Damit ist das Vergnügen aber noch nicht vorbei, in leichterer Kraxelei geht es nun auf der anderen Seite die Aiplspitz hinunter, ein paar Stellen sind mit einem Seil gesichert, immer noch ein Weg, auf dem man sich konzentrieren muss, aber weniger anspruchsvoll als der Aufstieg. Bis auf eine Stelle, wo ich am Hang herumklettere, dann keinen Weg mehr sehe und wir einsehen müssen, dass wir einen der roten Pfeile wohl etwas falsch interpretiert haben… Noch deutet der Himmel aber in keinster Weise auf die angekündigten Gewitter hin, auf dem Pfad geht es nun flotter voran, wir pflücken noch einen Cache und stehen kurze Zeit später am Gipfel des Jägerkamp.

Gipfelkreuz Jägerkamp

Besonders schön der Blick zurück zur Aiplspitz, aber auch Brecherspitz, Bodenschneid und der Schliersee sind nun schön zu sehen, der Spitzingsee ist leider verdeckt. Noch eine Rast, der Wind weht das geschwitzte T-Shirt trocken, aber es wird Zeit aufzubrechen, und keine Minute zu früh: Der Weg geht steil nach unten, zwischen Latschen hindurch, und beim Blick zurück türmen sich plötzlich wilde Wolken hinter dem Jägerkamp auf. Es dauert nicht lange, und Wolken verdecken die Sonne, werden grau, irgendwann rumpelt es in der Ferne.

Schliersee vom Jägerkamp

Die Jägerbauern Alm sieht so gemütlich aus, aber wir haben nun wirklich keine Zeit mehr und müssen schweren Herzens daran vorbei marschieren. Der Weg ist zum Glück recht einfach zu wandern, keine Kraxelei mehr, einfach Serpentine um Serpentine durch den Wald Richtung Tal. Wenn man einmal ein Stück Himmel sieht, so sieht er mit jedem Male dunkler und dunkler aus… Das Wetter war so angekündigt, ist aber wieder einmal ganz schön schnell gegangen.

 

Jägerbauernalm

Die Jägerbauernalm – beim nächsten Mal dann.

Der Rest ist schnell erzählt (und ja im Artikel von letztem Montag nachzulesen), wir erreichen die Spitzingstraße mit den ersten Regentropfen und sehen ein Schild, das den verbleibenden Weg mit über einer Stunde ankündigt bis nach Neuhaus (der Weg führt nicht die Straße entlang sondern durch den Wald Richtung Dorf). Daumen raus, Auto hält, einsteigen, bis zur Kreuzung, dort in anderes Auto umsteigen, am Bahnhof aussteigen, fertig. Eigentlich doof, ein Wanderung frühzeitig abzubrechen – aber das war nur noch der letzte Rest bis zum Auto, der Tag, die Wanderung war so gelungen, warum soll man nicht mal ein wenig schummeln.

Wendelstein von der Aiplspitz

Die Aiplspitz (in manchen Büchern liest man übrigens auch DER Aiplspitz…) ist mit 1.759 Metern nicht besonders hoch, aber durch die Kraxelei und den tollen Blick ein wahnsinnig toller Berg. Und die Überschreitung mit dem Jägerkamp zusammen eine absolut empfehlenswerte Variante.

Sonya hat übrigens in ihrem Blog Soschy on Tour auch von dieser schönen Wanderung geschrieben!

Dieser Wanderbericht passt geografisch für mich am ehesten zum Schliersee, deswegen hier meine Reisetipps Schliersee!

Jägerkamp Almen

 

Nur für Geübte

Alpenpfad

 

Stefanie Dehler
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Stefanie Dehler

Herausgeberin des Gipfelglück Blogs - einer Sammlung von persönlichen Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radlfahren und Reisen, in München, in den Alpen und weltweit.
Mit einer Vorliebe für Höhenmeter, Kuchen, Bier, Bücher und Instagram.
Stefanie Dehler
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9 Comments »

  1. Sonya sagt:

    Sehr schöner Artikel. Und vielen Dank für die wundervolle Tour.

  2. […] 14.08.: Stefanies Bericht von der Wanderung ist mittlerweile auch auf ihrem Blog Gipfelglück online und ebenfalls sehr […]

  3. Christine sagt:

    Der/Die Aiplspitz ist wirklich ein lohnenswerter Berg, hat uns einige Tage nach Euch sehr gut gefallen.

  4. Rebecca sagt:

    Hachja, die Überschreitung kenne ich doch irgendwo her :) Echt eine super Tour, oder? Glück gehabt mit dem Wetter, das kann wirklich schnell gehen, haben wir ja auch schon gemerkt (auch wenn kein Gewitter dabei war). Beim Weg runter nach Neuhaus habt ihr sicher nichts verpasst; vor allem der Weg durch den Ort zieht sich!

    • Stefanie sagt:

      Jaaaa, ich wollte mich da eh noch zu bei dir melden :) Absolut super Tour. Sollen wir bald mal einen neuen Termin fürs Sonnwendjoch suchen oder bist du schon voll verplant?

      • Rebecca sagt:

        Freut mich, dass es dir gefallen hat! Sonnwendjoch würd ich vielleicht eher auf Oktober schieben, weil der August recht verplant ist und im September sicher noch die ein oder andere höhere Tour drin ist ;)

  5. […] Steffi hat wieder mit “GIPFELBUCH: AIPLSPITZ UND JÄGERKAMP” eine schöne Wanderung beizusteuern, dieses Mal mit viel drumherum bei Anreise und während […]

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