Buchtipp: Fitness Sweets

Fit für anspruchsvolle Berg- und Radltouren sein wollen und gerne Kuchen und andere Süßigkeiten essen – so wirklich passt das ja nicht zusammen. Fehlt einem mal die Kraft im Klettersteig, die Kondition beim Radlfahren, ist der Rucksack bei der Hüttentour viiiiel zu schwer, dann kommen vielen von uns ja Gedanken an „nie mehr Schokolade“, „mehr Gemüse“ und einfach „gesund essen“ um fit zu werden und fit zu bleiben.

Das „nie“ hält meistens gerade bis zur nächsten Alm oder Berghütte, wo ruckzuck frischer duftender Käsekuchen vor einem steht – den ich grundsätzlich auch vom ersten bis zum letzten Bissen genieße. Das gehört dazu bei einer tollen Bergtour.

Dennoch habe ich mich über das Angebot des riva Verlags gefreut, das neue Kochbuch “Fitness Sweets” auszuprobieren. Es stellt kalorienarme und eiweißreiche Rezepte vor, möglichst ohne Weißmehl und Zucker. Lest hier, was ich gesundes gebacken habe und was ich von diesem neuen Kochbuch halte. Das Rezept findet ihr ganz unten zum selber Ausprobieren!

Hinweis: das Kochbuch wurde mir vom Verlag kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Fitness Sweets Backbuch
Fitness Sweets Backbuch

Blättert man das Buch zum ersten Mal durch, ist alles da, was man von einem Backbuch erwartet: Muffins, süßer Auflauf, Cookies, Crumble, Desserts, Lava-Kuchen, dazu Eis und Brotaufstriche. Der „Teufel“ bzw der gesunde Engel steckt im Detail: wo immer möglich werden weißes Mehl und Zucker weggelassen, gesunde Alternativen verwendet, wie etwa Apfelmus, Trockenfrüchte oder Ahornsirup, zusätzlich kommen tolle Zutaten wie Superfood à la Chia Samen und Eiweißpulver dazu.

Die Rezepte lesen sich gut, sind auch schön fotografiert, und man ist tatsächlich beeindruckt, dass all die leckeren Gerichte wirklich gesund sein sollen. Aber schöne Bilder heißen erst mal nix, es muss getestet werden.

Ausprobiert habe ich das Rezept für einen gesunden Schokoladenkuchen. Er enthält Tiefkühl-Beeren, viel Quark, einen Espresso und eine Dose Kidneybohnen! Das Rezept ist einfach (siehe unten!), die Zutaten nicht allzu kompliziert (zu dem Thema komme ich gleich noch), es duftet aus dem Backofen und der Kuchen sah lecker aus!

Das Problem: er hat exakt – gesund geschmeckt. Alle Geschmacksnerven erwarten beim Anblick „echten“ Schokoladenkuchen und sind erst einmal entsprechend enttäuscht. Vermutlich muss sich der Körper erst einmal an die gesunden Süßigkeiten gewöhnen? Es hat tatsächlich geholfen, ein wenig Puderzucker über den Kuchen zu streuen und zusätzlich Beeren dazu zu essen, Stück um Stück schmeckte der Schokokuchen immer besser.

Es gibt zwei Dinge, die mir an Fitness Sweets nicht gefallen haben: Warum ist gesund essen immer gleich mit abnehmen verbunden? Kann man nicht mit seinem Gewicht einfach zufrieden sein, wenn man gesund ist und fit ist? Muss es darum gehen, dass “junge Frauen” ihre “Traumfigur…erreichen”? Muss man „Naschen mit gutem Gewissen“ schreiben, muss „kein Zucker“ unbedingt „schlanke Alternative“ heißen? Bullshit! Natürlich kann man die entsprechenden Passagen im Buch ignorieren und einfach losbacken, aber es muss nicht sein. Im Titel steht zwar Fitness, im Text geht es immer wieder um schlank sein und abnehmen, und das sind zwei verschiedene Dinge.

Zucker und schlanke Alternativen.
Zucker und schlanke Alternativen. Das kann man besser texten!

Zum anderen sind manche Zutaten wirklich extrem teuer. Natürlich muss man für ein spezielles Kochbuch immer Dinge einkaufen, die man (also ich…) üblicherweise nicht im Haushalt hat. Chiasamen. Kokosblütenzucker. Mandeldrink. Buchweizenmehl. Kein Thema, ich kaufe auch mal was Neues. Aber Mandelmehl für einen Kilopreis von 37,48 Euro? Für das Geld kaufe ich mehr als 37 Kilo normales Mehl! So überzeugt bin ich dann doch nicht vom gesunden Essen. Dennoch positiv zu erwähnen: sogar mein normaler Supermarkt in Ruhpolding verkauft Mandelmehl. Neutrales Eiweißpulver ist schwieriger zu bekommen (außer in riesigen Dosen).

Fazit zu Fitness Sweets

68 Rezepte stellt Sophia Thiel in ihrem Buch vor, vieles klingt sehr lecker und ich werde sicher noch öfter aus dem Buch backen. Gesund schadet nicht. Aber ich bin ganz ehrlich – ich genieße auch weiterhin die “echten”, kalorienreichen, ungesunden Kuchen und andere Leckereien, bei einer insgesamt gesunden Ernährung kombiniert mit Bewegung und Aktivitäten am Berg sind auch gelegentliche Schmankerl mit Zucker und Weizenmehl vollkommen in Ordnung. Der Titel ist mit „Fitness“ leider irreführend, im Buch wird immer wieder auf Schlanksein und Abnehmen hingewiesen, schade.

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Infos: Fitness Sweets von Sophia Thiel, erschienen 2017 im riva Verlag, 160 Seiten, ISBN 978-3-7423-0380-6

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Rezept für gesunden Schokokuchen aus Fitness Sweets
Rezept für gesunden Schokokuchen aus Fitness Sweets

Das Rezept: Schokokuchen mit Kidneybohnen aus Fitness Sweets/ riva Verlag

250g Kidneybohnen im Sieb waschen und abtropfen lassen, dann pürieren
80g Tiefkühl-Beeren im Sieb antauen lassen
450g Quark, 3 Eiweiß, 2-3 EL Honig mischen, die Kidneybohnen dazu geben
40g neutrales Eiweißpulver, 60g Kakaopulver, 1,5 TL Backpulver, 5 EL Kokosmehl, 1 Espresso dazu geben, alles verrühren
 Die Beeren vorsichtig unterheben, Teig in eine Springform geben.
 Kuchen 40 min bei 150°C Umluft backen, abkühlen lassen, im Kühlschrank durchziehen lassen. Eventuell mehr Beeren oder etwas Puderzucker dazu, wenn es am Anfang „zu gesund“ schmeckt.

 

Nachgebacken, der gesunde Schokokuchen aus "Fitness Sweets"
Nachgebacken; der gesunde Schokokuchen aus „Fitness Sweets“
Stefanie Dehler
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Stefanie Dehler

Herausgeberin des Gipfelglück Blogs - einer Sammlung von persönlichen Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radlfahren und Reisen, im Chiemgau, in den Alpen, weltweit.
Mit einer Vorliebe für Höhenmeter, Kuchen, Bier, Bücher und Instagram.
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