Fernweh-Freitag (4): die Ostküste Australiens entlang

Australien OstküsteBridge – Reef – Rock: das sind die 3 häufigsten Gründe, warum Leute nach Australien reisen. Daneben gibt es aber noch sehr viel mehr zu sehen in Oz, gerade für Outdoor-Fans. Ich reiste nach Australien von Neuseeland aus, um 4 Wochen Urlaub machen zwischen Arbeit auf dem Weingut in Blenheim und dem Hostel in Christchurch, und die Billigflieger in diesem Eckchen der Welt fliegen halt die australische Ostküste an. Leider nicht die Westküste.

Leider, weil es an der australischen Ostküste hässliche Hochhaussiedlungen gibt und man 16 Stunden im Bus sitzt ohne dass es einen Grund gibt auszusteigen. 16 Stunden aus dem Busfenster starren  – und plötzlich hoppeln vor dem Busfenster Kängurus vorbei. Echte Kängurus!

Kängurus beobachten ist Australien, und beim ersten Mal ist’s deshalb auch egal, wo man sich rumtreibt. Man schafft in 4 Wochen Australien nicht viel, glaubt mir, und obwohl ich mich eher für einen Australien-Westküsten-Menschen halte, war die Zeit die Ostküste hoch, von Sydney bis Cape Trib, voller wunderbarer Erlebnisse.

Sonnenuntergang Australien

Hier sind meine Outdoor-Highlights:

Sydney – eine Wahnsinns-Stadt, vor allem, wenn man aus einem Land mit 4 Millionen Einwohnern plötzlich in einer Stadt mit 4 Millionen Einwohnern landet. Die Touristen nicht mitgezählt. Es war Juli, Winter auf der Südhalbkugel, ideal für eine Outdoor-Tour die Ostküste hoch. Die Kulisse aus Oper und Brücke ist wirklich so herrlich, wie man sie sich vorstellt…

 

Sydney Bridge und Opernhaus

…und die Surfer am Bondi Beach auch…

Surfer am Bondi Beach

… und mitten in der Stadt hängen schlafende Flughunde kopfüber in den Bäumen und lassen sich tagsüber durch nichts beeindrucken.

Sydney Flughunde

Ein erster Ausflug ging in die Blue Mountains, eine kurze Zugfahrt von Sydney entfernt. Milchig trüb war es leider, pünktlich zum Wandern waren Sonne und blauer Himmel verschwunden und Nebel aufgetaucht, aber wenn er sich kurzzeitig lichtete, schien die Landschaft großartig. Weit. Weit und leer.

wandern in den Blue Mountains

…und mit Wasserfällen im Nationalpark – wobei ich nicht weiß, ob die immer so sind oder ob es einfach wirklich viel geregnet hat ;-)

Wasserfälle Blue Mountains

Byron Bay. Ein Küstenwanderweg zu einem Leuchtturm (Cape Byron), den an diesem Tag aber keiner beachtete, weil draußen auf dem Meer die Buckelwale vorbei wanderten. Da interessiert sich doch keiner für einen Leuchtturm, bei Buckelwalen! Auf dem Foto sind leider nur Surfer, keine Wale …

Strand von Byron Bay

Eins meiner Australien-Highlights waren die roten Felsen von Teewah, obwohl wir hier nur einen kleinen Stopp auf dem Weg nach Fraser Island gemacht haben. Von der Sandinsel Fraser leider keine Fotos, schlechtes Wetter…

rote Felsen von Teewah

Danach: 4 Tage mit dem Segelboot durch die Whitsunday Islands.

Und es hat nur die Sonne geschienen. Die Tage bestanden aus segeln, an Deck rumlungern, und an großartigen Spots schnorcheln, es war mindestens so toll wie später am Great Barrier Reef. Es war ein Backpacker Segelboot, das heißt Dauerparty ohne jeglichen Komfort. Aber in manchen Situationen braucht man keinen Komfort: Nach dem Aufwachen frühstückten wir im Bikini auf dem Deck in der Sonne, eine Tasse Tee in der einen Hand, eine Scheibe Toast in der anderen, und beobachteten die Wale, die vor uns im Wasser herumtollten.

Auf manchen der Inseln soll man tolle Wanderungen machen können – wir hatten nur leider keine Zeit, vor lauter Party, schnorcheln und Wale gucken und Schildkröten, Delfine, Seeadler und sagte ich schon Wale?

Whitsunday Islands

Wieder ein paar Busstunden weiter nördlich, vor der Küste von Townsville, liegt Magnetic Island. Ein Geheimtipp, zumindest damals 2008, falls es so etwas wie Geheimtipps an der Ostküste von Australien gibt. Das herbstliche Regenwetter war zurück, es zeigte sich, dass man auf Mopeds nass wird, egal wie schnell man fährt. Die kleinen Strände und Buchten waren dennoch wunderschön, die perfekte Erholung vom Partysegelschiff.

Strand von Magnetic Island

Wenn man Cairns hinter sich gelassen hat, liegt der letzte faszinierende Zipfel von Queensland vor einem, der Daintree National Park und Cape Tribulation. Regenwald, Krokodile und zugewucherte Flüsse…

CIMG5725

… dazu feine leere Strände.

Daintree National Park Australien

Port Douglas ist ein wunderbares Städtchen, um sich nach einem Australien-Urlaub der gemischten Gefühle (Wetter, Hochhäuser, schlechte Backpacker-Unterkünfte, unendliche Busfahrten…) letztendlich doch sehr zufrieden von Australien zu verabschieden und sich wieder auf Neuseeland zu freuen. Von Cairns flog ich also über Brisbane nach Christchurch zurück. Statt tropischen 25 Grad in Australien warteten in Neuseeland die eisigen Winde, die direkt aus der Antarktis kamen. Am Flughafen donnerte die Einreise-Beamtin einen Stempel in meinen Pass und sagte strahlend zu mir „Welcome Home“.

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Weitere Ausgaben des Fernweh-Freitags:

Die Ostküste von Australien – segeln, wandern, Städte

Inseln, Lagunen, Atolle – in Tahiti und Bora Bora

Baja California in Mexico – beim Wandern in der Wüste

British Virgin Islands – Segeln in der Karibik

Andalusien – ganz ohne Wanderschuhe

Ins Weltall– eine Sonderausgabe

Sierra Nevada in Spanien – Wüste, Nationalpark, 3000er

… und hier noch mehr über Neuseeland.

 

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Stefanie Dehler
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Stefanie Dehler

Herausgeberin des Gipfelglück Blogs - einer Sammlung von persönlichen Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radlfahren und Reisen, im Chiemgau, in den Alpen, weltweit.
Mit einer Vorliebe für Höhenmeter, Kuchen, Bier, Bücher und Instagram.
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