Frühlings-Wanderung auf den Rauschberg bei Ruhpolding

frühling am rauschberg Über eine Winterwanderung auf den Ruhpoldinger Hausberg, den Rauschberg, gibt es im Gipfelglück Blog schon länger einen Bericht. Von einer Tour bei Schnee, im Dezember, als die Rauschberg-Bahn ihre Frühwinter-Revision hatte.

Nun, im Frühling, ist wieder Zeit für Revision am Rauschberg, und wieder können Wanderer einen ruhigen Aufstieg zum Rauschberg erleben, über den Hutzenauer Steig, der zwar schwarz markiert ist, geübten Berggehern aber keinerlei Probleme bereiten wird.

Am Ende des Artikels findet ihr zudem einige Tipps, was man bei der Tourenplanung für Wanderungen im Frühling berücksichtigen sollte. 

Chiemgauer Bergwald im Frühling
Chiemgauer Bergwald im Frühling

Startpunkt für diese Bergtour ist ein kostenloser Parkplatz gegenüber des Campingplatz Ortnerhof, in der Nähe der Talstation der Bergbahn (auf ca 720m) . Es ist ein grauer April-Tag, für später ist Regen angekündigt, doch wir versuchen unser Glück, solange es trocken ist. Im Frühling erfreuen einen ja die kleinen großen Dinge, selbst wenn die Sonne nicht scheint: hellgrün leuchtender Frühlingswald, blaue, gelbe, pinke Frühlingsblumen, Vogelgezwitscher, schneefreie Wege.

Endlich blüht es im Chiemgau
Endlich blüht es im Chiemgau

Der Weg ist zunächst breit und relativ eben, nach kurzem Aufwärmen biegt rechts ein Pfad Richtung Rauschberg ab, der wenig später in den Hutzenauer Steig übergeht. Für den Steig sollte man trittsicher sein, ein paar mal ist er leicht ausgesetzt. Im Winter dürfte er oft lawinengefährdet sein, im Regen recht glitschig – also ein idealer Weg für trockene Frühlingstage.

Schilderwald im Wald bei Ruhpolding
Schilderwald im Wald bei Ruhpolding

Unser Steig ist menschenleer. Und abwechslungsreich: Man quert Geröllfelder, kommt an steilen Felswänden vorbei, blickt auf Ruhpolding herab samt Biathlonanlage und Skisprungschanze, schraubt sich Serpentine um Serpentine nach oben, durch Wald, Wiesen und Geröll. An einer Stelle hilft ein Stahlseil bei der Balance.

Ab dem Frühling wieder begehbar: Geröllquerung am Hutzenauer Steig
Ab dem Frühling wieder begehbar: Geröllquerung am Hutzenauer Steig
Ausgesetzte Stelle am Hutzenauer Steig am Rauschberg
Ausgesetzte Stelle am Hutzenauer Steig am Rauschberg
Blick auf Ruhpolding
Blick auf Ruhpolding

300m vor dem Gipfel fängt dann der Regen an. Wie es im April halt so passiert. Kein kurzer Sommer-Schütter, sondern ausdauernder Frühlings-Nieselregen. Wir müssten nur noch die frühere Skipiste hinauf, sehen bereits den Gipfel, spüren hier aber auch den kalten Wind im freien Gelände.

Windiger Weg auf der ehemaligen Skipiste am Rauschberg
Windiger Weg auf der ehemaligen Skipiste am Rauschberg
Ein paar Hundert Meter vorm Gipfel: der Nieselregen beginnt
Ein paar Hundert Meter vorm Gipfel: der Nieselregen beginnt

An einer beeindruckenden alten Scheune, etwa auf Höhe der Talstation des ehemaligen Skilifts, finden wir eine windgeschützte Ecke mit zwei Bänken. Wir starren ins Tal, starren auf die trostlose breite Skipiste, der Regen fällt lautlos, wir schlürfen Tee – das hat so gar nichts mehr mit herrlichen Frühlingstagen zu tun, fühlt sich mehr wie November an. Also November in früheren Zeiten, seit dem Klimawandel ist ein November ja nicht mehr so grau wie einst. Jedenfalls entscheiden wir, auf den Gipfel zu verzichten und den Weg durch den Sackgraben hinab zu gehen.

Scheune am Rauschberg für die Brotzeit
Scheune am Rauschberg für die Brotzeit

Der ist mehr Pfad als Steig, bei Nässe für ungeübte Wanderer die bessere Alternative zum Hutzenauer Steig. Es wird hier wieder frühlingshafter, je tiefer wir kommen. Mehr hellgrün, mehr Blumen. Wegweiser nach “Fritz am Sand” tragen zur Belustigung bei, am Fuß des Rauschbergs schließlich stehen noch zwei riesige Steinmännchen. Wahrscheinlich markieren sie einen Pfad durch steiles Geröll, im Nebel ist allerdings wenig zu erkennen.

Riesen-Wegweise
Riesen-Wegweise
Nebel unterhalb des Rauschbergs
Nebel unterhalb des Rauschbergs
Nach Fritz am Sand
Nach Fritz am Sand
Taubensee im Frühling
Taubensee im Frühling

 

Chiemgauer Taubensee im Frühling
Chiemgauer Taubensee im Frühling

 

Frühlingsanzeichen am Rauschberg
Frühlingsanzeichen am Rauschberg

Tipps für die Tourenplanung im Frühling

Zu guter letzt folgen wir einem breiten ebenen Weg, kommen am kleinen grünen Taubensee vorbei und erreichen das Auto. Und mit welchem Fazit? Die Zwischensaison zwischen Winter und Frühsommer stellt einen vor Herausforderungen bei der Tourenplanung. Was man beachten sollte:

  • anspruchsvolle Touren können am Restschnee scheitern – deswegen vorher genau über die Bedingungen informieren, z.B. über Webcams oder über praktische Facebook Gruppen, in denen sich Berggeher über die Wegverhältnisse austauschen. Am besten immer Grödel oder Leichtsteigeisen dabei haben.
  • Hütten und Bergbahnen haben noch nicht auf oder machen Revision bzw Frühlingspause – deswegen vorher am besten die Websites der Hütten checken, diese sind inzwischen meist recht aktuell
  • das Wetter ist gerade im April unberechenbar – deswegen Wechselkleidung, Regenausrüstung und heißen Tee dabei haben
  • wer im Winter wenig gewandert ist, sollte zum Frühling seine Ausrüstung überprüfen. Ist das Erste Hilfe Set noch in Ordnung? Brauche ich neue Schnürsenkel? Batterien für die Stirnlampe? Habe ich aktuelle Karten oder sollte ich mal neue kaufen? (Wanderbücher und Ausrüstung kann man übrigens gut bei Amazon bestellen* – über diesen Link hier erhalte ich eine kleine Provision, wenn ihr etwas bestellt, ohne dass ihr mehr bezahlt!)
  • zu Hause bleiben ist aber doof – deswegen gut vorbereiten, gut ausrüsten, losgehen. Und im Zweifelsfall abbrechen und umkehren. Dabei aber das Grün im Wald und das Bunte am Boden unbedingt genießen. 
Frühlingswege
Frühlingswege

 

Höhenangaben aus der Kompass Wanderkarte 14, Berchtesgadener Land Chiemgauer Alpen

Datum der Tour: 23. April 2016

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Stefanie Dehler
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Stefanie Dehler

Herausgeberin des Gipfelglück Blogs - einer Sammlung von persönlichen Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radlfahren und Reisen, im Chiemgau, in den Alpen, weltweit.
Mit einer Vorliebe für Höhenmeter, Kuchen, Bier, Bücher und Instagram.
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