Wanderung durchs Murnauer Moos

im Blauen Land
Blaues Land

70 Prozent Regenwahrscheinlichkeit bedeutet 30 Prozent Wahrscheinlichkeit, dass es nicht regnen wird. Genau darauf muss man manchmal setzen, umso mehr freut man sich dann, wenn es trocken bleibt. So geschehen gestern im Murnauer Moos, dem größten zusammenhängenden Moor nicht nur in Bayern sondern in ganz Mitteleuropa- eine Hochtour sollte man bei blöden Wettervorhersagen natürlich eher nicht riskieren.

Moor-Pflanzen

Selbstverständlich wäre die Tour mit Sonne schöner gewesen, aber dann wären Dshamilja und ich sicher zu einem Gipfel gestartet und nicht ins Moor. Das erste Highlight fand ich schon im Bahnhof in Murnau (dort gibt es einen großen Parkplatz, ab Samstag 13 Uhr und sonntags kostenlos!). Statt mir einfach nur eine Nussecke zu verkaufen, pries die Bäckerei-Verkäuferin jede Ware einzeln an, sang lauthals FC Bayern Lieder und überredete mich prompt zu einer köstlichen Rhabarber-Praline auf die Hand. Wie schön, mal nicht von den typischen Grummel-Verkäufern abgefertigt zu werden!

Pralinen in der Bäckerei im Bahnhof Murnau

Der Weg führt zunächst zu einem Ausblick über den Staffelsee zum Münterhaus und dann durch eine wunderschöne Allee, Kühe und Pferde rechts und links, und theoretisch einen prächtigen Blick auf die Benediktenwand und ihre Nachbarn. Bei unserer Tour hängen die Wolken tief, die Berge sind mehr Schatten und Vorstellungen. Am Ende der Allee ein weiter Blick aufs Murnauer Moos, grün und braun und bläulich – man kann sich schon vorstellen, warum die Region das Blaue Land heißt und warum die Künstler des Blauen Reiters hier so verzaubert waren.

Blick von Murnau aufs Moos

An einer winzigen Kapelle mit Geocache vorbei gelangt man zum Ähndl (Gasthaus und Kapelle), und hier betritt man dann das Moor. Zunächst auf einem bequemen breiten Schotterweg, keinerlei Gefahr, dass man im Modder versinkt. Wenig Leute sind unterwegs, warum schleppt man noch mal die ganzen Regenklamotten im Rucksack mit? Es gibt Unmengen an Blumen zu fotografieren, unendlich viel zu erzählen, und so laufen wir zunächst tatsächlich am wichtigen Abzweig des Hauptwegs vorbei. Also Augen aufhalten, rechts geht es über den Bach, Richtung Bäume und dann auf den tollen Bohlenweg namens Lange Filze.

Bohlenweg durchs Moor

Kaum Geräusche außer vielen Vögeln und dem gleichmäßigen Klacken der Schuhe auf den Brettern. Zum Teil sind die Planken glatt wie Schmierseife. Ein wunderschöner Mix aus Latschen und Birken, Lilien und Dotterblumen, Blick auf neuschneebedeckte (!) Hügel. Ruhe und gute Luft.

Lilie im Murnauer Moos

Eigentlich hatten wir geplant, an Grafenaschau vorbei zum Staffelsee zu gehen und an seinem Südufer nach Murnau zurück. Wir wollen aber rechtzeitig zum Champions League Finale in München sein und haben Bierdurst, deswegen steigen wir in Grafenaschau in den Zug und fahren die 9 min nach Murnau zurück. Noch immer etwas ungläubig, dass es gar nicht geregnet hat, und sehr zufrieden, eine so schöne Tour gemacht zu haben. Und irgendwann kommen wir zurück, um das Murnauer Moos noch mal mit richtiger Bergkulisse zu sehen!

 

Kuchen und Weißbier
wie immer!

 

Allee in Murnau
Die Allee in Murnau

PS: Die Idee zu dieser Wanderung kam aus dem neuen Wanderführer „Gerettete Landschaften“Hier geht es zur Buch-Vorstellung.

Moorblumen

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Stefanie Dehler
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Stefanie Dehler

Herausgeberin des Gipfelglück Blogs - einer Sammlung von persönlichen Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radlfahren und Reisen, im Chiemgau, in den Alpen, weltweit.
Mit einer Vorliebe für Höhenmeter, Kuchen, Bier, Bücher und Instagram.
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