Mit dem Radl in Vorarlberg: Bregenz, Hard & Bodensee

Radl in Hard am BodenseeDer Münchner an sich fährt ja gerne an den Gardasee. An Ostern, in den Sommerferien, immer. Wenn wir weniger Zeit haben, dann geht’s an den Achensee, den Chiemsee, den Tegernsee, den Schliersee, Auswahl für Outdoor Urlaub am See gibt es genug. Und irgendwie vergessen wir immer, dass es da noch einen anderen feinen Alpen-See in der Nähe gibt – der Bodensee (und in diesem Artikel geht es um seine 28km lange österreichische Seite) ist gerade einmal 2 Stunden von München entfernt!

Ich war mit dem Fahrrad zwischen Bregenz, Hard und dem Rheindelta unterwegs und kann euch die Region sehr als „Vorspiel“ zu einer Hüttentour im Bregenzerwald empfehlen (über die berichte ich hier).

Radlfahrer sind willkommen am Bodensee! Und keiner guckt doof, wenn man schon in Radlklamotten im Hotel beim Frühstück sitzt, im Gegenteil, der Kaffee scheint allen noch besser zu schmecken mit der Aussicht auf eine gleich beginnende Radltour am See entlang.

Radfahren am Bodensee

In den meisten Hotels kann man sich Fahrräder (samt Schloss und Korb) ausleihen, bei anderen Verleihern gibt es auch E-Bikes, so dass man die eigenen Räder nicht mitbringen muss – praktisch vor allem dann, wenn man nach dem Radeln noch zum Wandern in die Berge will.

Tiefgarage im Hotel am See in Hard
Tiefgarage im Hotel am See in Hard

Schon beim Start in Hard sieht man wie gut die Rad- und Fußwege ausgeschildert sind, alles ist flach zum entspannten Radeln. Viele Radler haben ihre Satteltaschen voll gepackt und scheinen den Bodensee umrunden zu wollen, andere haben bloß Decke, Handtuch und Wasserflasche dabei, auf dem Weg zu geheimen Lieblings-Badestellen.

Wegweiser am Bodensee

Mein Ziel ist der Rohrspitz, ein Naturschutzgebiet am Südufer des Bodensees, nicht weit von der Schweizer Grenze. Auf dem Weg quert man den Rhein, der hier kerzengerade in den Bodensee geleitet wird.

Rhein in Vorarlberg

Der Radweg führt zum Teil durch Wohngebiete, zum Teil durch Wiesen, und wenn man Masten und Segel durch die Bäume blitzen sieht, fühlt man sich ein bisschen wie am Meer. Über dem See schwebt der Zeppelin. Das letzte Stück radelt man auf dem Polderdamm, an einem Campingplatz vorbei, an Seglern, die ihr Boote schrubben, und an Fußgängern mit Sonnenschirm unterm Arm. Bis zu einem kleinen Steinstrand, mit Bänken, zum Baden, um einen Bodensee-Apfel zu essen und einfach nur aufs Wasser zu schauen (Infos www.rheindelta.com).

Rohrspitz Badestelle

Ratschläge aus Vorarlberg
Ratschläge aus Vorarlberg

Bis der Magen anfängt zu knurren. Im Ort Fußach ist mir ein Fischrestaurant empfohlen worden, kaum findet man einen Parkplatz für das Fahrrad. Bei Fränzle’s (In der Schanz 40 in Fußach) sitzt man schattig an schweren großen Holztischen über dem Wasser eines Hafenbeckens. Serviert wird, was der Wirt selbst am Morgen gefischt hat, für mich ein Saibling mit Kartoffeln und dazu herrlich kalter Grüner Veltliner.

Fränzles in Fußach

Meine nächste Station ist der Feierabend-Berg der Bregenzer, der Pfänder. Man könnte mit dem MTB hochfahren oder in 1 1/2 Stunden hochwandern, doch ich ziehe ausnahmsweise die Seilbahn vor – in der kurzen Zeit, die ich in Bregenz habe, möchte ich so viel wie möglich sehen. Und was man auch sagen muss: Wer oft auf einsame Berggipfel wandert, für den ist der Pfänder anstrengend. Viel zu viele Menschen, Spektakel, Attraktionen, Lärm. Und doch empfehle ich allen Bregenz-Besuchern die Fahrt hinauf – wegen der Aussicht! Auch wenn es bei mir leicht diesig war, die Sicht von 1.064m aus auf das Rheindelta, Stadt und Uferpromenade, auf Lindau und darüberhinaus auf der Westseite, bayrische und Vorarlberger Hügel und Berge auf der Pfänder-Ostseite ist wirklich grandios. Dafür darf auch mal Seilbahn sein…

Die Seeseite des Pfänders...
Die Seeseite des Pfänders…
...und die Bergseite des Pfänders
…und die Bergseite des Pfänders

Auch auf dem Pfänder kann man ein wenig Ruhe finden – im kleinen Wildpark mit Murmeltieren und Steinböcken. Und dann geht es mit der Seilbahn wieder hinab. Von der Talstation geht es mit dem Radl flott hinab zum Kornmarktplatz, wo neben Cafés auch die beiden berühmten Museen von Bregenz stehen, Kunsthaus und Vorarlberg Museum. Ersteres spare ich mir (das Wetter ist viel zu schön für Museum!), durch letzteres schlendere ich hindurch, bewundere die Architektur, ein unglaubliches See-Panorama und lese, höre und betrachte viele Ausstellungsräume zu Vorarlberg-Themen.

Auf der Hauptstraße von Bregenz drängt sich Auto an Auto, zu viele Leute sparen sich die Autobahn Vignette auf dem Weg in die Stadt oder in Richtung Schweiz. Zwar verständlich, aber halt auch nervig für alle Beteiligten, selten war ich so froh, mir dieses Jahr die Jahreskarte für Östereichs Autobahnen ins Auto geklebt zu haben… Als Radfahrer kommt man sehr viel schneller in der Stadt voran, es gibt viele Radwege, nur Teile der Uferpromenade sind offiziell Fußgängern vorbehalten. Ein wenig Slalomfahren ist nötig, insgesamt kommen Radler, Fußgänger und motorisierte Leute aber ganz gut miteinander aus.

Bodensee bei Bregenz

Hier in der Innenstadt von Bregenz haben nicht alle Radlklamotten an, ganz im Gegenteil: sie sind wegen der Festspiele hier und entsprechend gekleidet. Auf der berühmten Seebühne wird am Abend Turandot gespielt werden, bevor es losgeht, darf jeder aber noch auf den Zuschauertribünen herumspazieren und die Terracottakrieger der Kulisse betrachten.

Seebühne der Bregenzer Festspiele
Seebühne der Bregenzer Festspiele

Ein Highlight meines Besuchs: Der Sonnenuntergang in Hard, wunderschön mit den Booten im Vordergrund, finde ich.

Hard am Bodensee
Hard am Bodensee

Schließlich noch der größte Vorteil, den der Bodensee gegenüber dem Gardasee hat:

Es gibt Sachertorte!     

Sachertorte in Bregenz

Und wenn man schon am Kuchen essen ist, fährt man am nächsten Tage am besten in die Berge, in den Bregenzerwald. Denn da gibt es einen Ort, wo sie dir Kuchen schon zum Frühstück vorsetzen. Davon erzähle ich in diesem Artikel…

Noch ein paar Tipps:

Hotel am See in Hard, 4****,  neu, modern und minimalistisch, in toller Lage und mit prima Frühstück. Mit Fahrrädern, Tiefgarage und nettem hilfsbereiten Personal. www.hotelamsee.biz

Hotel Schwärzler in Bregenz, 4****, traditionelles Haus mit modernen Elementen, Pfänder-Blick vom Balkon, tollem Frühstücksbuffett, Fahrrädern und Supermarkt 1 min entfernt. schwaerzler.s-hotels.com

Bodensee-Vorarlberg Freizeitkarte: für freie Eintritte, Rabatte und Bus- und Bahnfahrten, 16 Euro für 3 Tage. Erhältlich bei den Tourist Infos und in einigen Hotels. www.bodensee-vorarlberg.com

Der Radweg Rund um den Bodensee – ist insgesamt 260 km lang. 

Bodensee-Vorarlberg-Card
Bodensee-Vorarlberg-Freizeitkarte

Hotel Schwärzler Bregenz

Vielen Dank an die Österreich Werbung und an den Bodensee Vorarlberg Tourismus für die Unterstützung meines Aufenthaltes.

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Stefanie Dehler
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Stefanie Dehler

Herausgeberin des Gipfelglück Blogs - einer Sammlung von persönlichen Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radlfahren und Reisen, im Chiemgau, in den Alpen, weltweit.
Mit einer Vorliebe für Höhenmeter, Kuchen, Bier, Bücher und Instagram.
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2 Comments

  1. Hach schön mal was aus meiner Wahlheimat von dir zu lesen. Schöner Bericht und ich freu mich schon auf deine Hüttentour Bregenzerwald. Denn Wandern bin ich in meiner Nachbarschaft leider viel zu wenig…

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