Testbericht Hanwag Damen Bergstiefel Badile Combi Lady GTX

Hanwag Damen Bergstiefel steigeisenfähigGute Wanderschuhe sind das wichtigste Ausrüstungsteil für Wanderer, das steht wohl außer Frage. Nach der Arbeitsverweigerung meiner alten Schuhe im letzten Sommer mussten neue her, und zwar steigeisenfähige Bergschuhe, also solche, die ich auch auf Hochtouren mit Gletscher-Begehungen würde tragen können.

Viele Faktoren beeinflussen den Kauf von Bergschuhen, vor allem müssen neue Schuhe passen, richtig perfekt passen, sonst gibt es Blasen und Druckstellen und man wird keine Wanderung richtig genießen können. Mit falschen Schuhen zu einer Hochtour starten kann sogar fatale Folgen haben.

Meine Wahl fiel schließlich auf die Hanwag Badile Combi Lady GTX – Bergstiefel, und diese haben in den letzten Monaten zu einigem Gipfelglück beigetragen. 

Beim Schuhe kaufen gilt es bei der Recherche einige Eckdaten festzulegen -die Einsatzzwecke, das Budget zum Beispiel, und bei Bergstiefeln, die diese Anforderungen erfüllen, entscheidet dann das Gefühl der Füße beim Hineinschlüpfen – und das war beim ersten Kontakt meiner Füße mit den Hanwag Stiefeln fantastisch! Weshalb ich die Bergstiefel gerne empfehle, wenn euch folgende Punkte wichtig sind:

Die voraussichtlichen Einsatzorte: mir geht es hier nicht um Schuhe für gemütliche Wiesenspaziergänge sondern für anspruchsvolle Bergtouren und Hochtouren. Man muss Steigeisen mit den Schuhen tragen können, die Tour auf die Marmolata war die erste große Bewährungsprobe dafür. Laut Hersteller sind die Hanwag Badile Combi „bedingt steigeisenfähig“ Steigeisen mit Kipphebel hinten und Körbchen vorn (wie die AustriAlpin – Tyrol P12 – Steigeisen, die ich euch hier im Blog vorstelle) lassen sich sehr gut befestigen.

hanwag_badile combi mit steigeisen

Für den Zustieg zum Gletscher und sonstige Bergtouren auf Fels und Geröll haben die Schuhe eine gut griffige Sohle, sie sind knöchelhoch, sitzen sehr fest Dank einer optimalen Schnürung und sind bequem auch bei langen Touren.

Das Gewicht: Stabilität ist wichtig, doch zu viel sollten Stiefel auch nicht wiegen, man schleppt ja genug Dinge mit sich herum. 530 g wiegt das Paarein Schuh, sehr schön leicht und alles andere als Klötze am Bein.

Hanwag Badile Bergstiefel von hinten

Die Farbe: bunt ist mir lieber als grau oder beige, immer, und oft sind Firmen bei Wanderschuhen farblich nicht sehr experimentell. Pink mag ich gerne, schließlich habe ich oft meinen knallpinken Rucksack auf Tour mit dabei, deswegen hat der Hanwag Bergstiefel hier Punkte gesammelt. Aber ein wirkliches Kaufargument war die Farbe nicht.

hanwag_badile damen bergstiefel

Der Preis: ist ein wichtiger Faktor bei der Wahl eines Schuhs, und jede Bergsteigerin und Wanderin muss für sich kalkulieren, was sie sich leisten kann und wie wichtig ihr die Schuhe sind. Bei mir steht fest, dass die Wanderschuhe oft benutzt werden, das Wandern ist eine meiner liebsten Beschäftigungen und ohne gute Schuhe wird das nix mit spannenden Hochtouren – weshalb ich die rund 200 Euro für die Schuhe absolut in Ordnung finde.

Der Hersteller: Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit werden immer wichtigere Faktoren und Kaufargumente beim Kauf von allem möglichem. Auf kurze Transportwege, Unterstützung der heimischen Wirtschaft, Materialien versuche ich immer mehr zu achten, und dabei schneidet Hanwag nicht schlecht ab – laut Zitat von der Website:

„Wir fertigen unser Schuhwerk fast ausschließlich in Europa und verwenden kaum Komponenten mit langen Transportwegen. Rund 30 Prozent unseres Programms – zwiegenähte und hochalpine Stiefel – stellen wir nach wie vor an unserem Hauptsitz in Vierkirchen bei München her. Weitere, exklusive Produktionsstätten haben wir in Kroatien, Ungarn und Rumänien. Diese relativ kurzen Lieferwege schonen die Umwelt.“

Hanwag Badile Bergstiefel für Hochtouren

Trockene warme Füße: hier gibt es einen kleinen Punktabzug, leider. Nicht jedem sind warme, trockene Füße wichtig, mir schon, gerade bei anspruchsvollen Touren sollen mir trockene warme Füße als „Grundlage“ im wahrsten Sinne des Wortes dienen. Durch das verwendete Gore-Tex bei den Hanwag Bergstiefeln bleiben die Füße trocken, und sie sind hoch genug, dass nicht zu oft Schnee von oben hereinfällt.

Aber obwohl ich wirklich keine Frierkatze bin, hatte ich bei mehreren Touren schon kalte Füße, verglichen mit anderen Bergschuhen. Was gerade für Gletschertouren keine gute Voraussetzung ist – künftig werde ich wohl zwei Paar Socken beim Wandern anziehen.

Hanwag Wanderschuhe für Bergtouren

Fazit: jeder Fuß ist anders geformt, und vom Angucken weiß man nie, ob ein Schuh passt oder nicht – deswegen hilft nur Anprobieren vor dem Bergstiefel-Kauf. Wenn eure Füße sich beim ersten Reinschlüpfen in den Hanwag Damen Bergstiefel Badile Combi wohl fühlen, dann kann ich euch diese Wanderschuhe sehr empfehlen, inclusive extra pinke Farbtupfer auf Gletschern und Felsen!

PS: Am Gletscher hatte ich anders zu tun als meine Schuhe zu fotografieren…deswegen fand das Fotoshooting in der Rhön statt, wo man mal kurz barfuß rumhüpfen kann. Was an der Marmolata keine gute Idee gewesen wäre ;-)

Besten Dank an die Bergfreunde für die Beratung bei der Schuhauswahl und für das Zur-Verfügung-Stellen als Testschuhe!

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Stefanie Dehler
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Stefanie Dehler

Herausgeberin des Gipfelglück Blogs - einer Sammlung von persönlichen Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radlfahren und Reisen, im Chiemgau, in den Alpen, weltweit.
Mit einer Vorliebe für Höhenmeter, Kuchen, Bier, Bücher und Instagram.
Stefanie Dehler
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7 Comments

  1. Hallo Stefanie,
    das liegt an den verwendeten Materialien. Mit einem Vollleder-Schuh, unabhängig von der Verwendung von Goretex, hättest Du wahrscheinlich wärmere Füße gehabt, habe ich selbst getestet. Besonders wenn Du mal längere Zeit im Schnee stehst merkst Du, dass ein ein Nicht-Leder Schuh schneller abkühlt, sofern er nicht zusätzlich thermisch geschützt ist.

    Liebe Grüße
    Harald

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