Gipfelbuch Teufelstättkopf

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Der Teufelstättkopf ist ein fantastischer kleiner Gipfel, das August-Schuster-Haus eine sehr gemütliche Hütte, die Wanderung von Unterammergau bis zur Hütte aber leider einfach nur langweilig.

So muss man diese Tour in den Ammergauer Alpen zweigeteilt sehen: Tal bis Hütte Pflicht, Hütte bis Gipfel Kür, Kür mit richtig viel Gipfelglück auf gerade 1.758m! Und genau die richtige Wanderung an einem sonnigen Silvestertag.

Gipfelkreuz Teufelstättkopf

Trubel herrscht am Morgen am völlig vereisten Parkplatz Schleifmühl am Ortsende von Unterammergau (2 Euro Gebühr für ein Tagesticket), fast jeder, der sich auf den Weg macht, zieht einen Schlitten hinter sich her. Dabei sind fast alle Hänge grün, nur die Bergspitzen von Laber, Kofel und Hörnle sind weiß. Wir folgen dem schattigen Schlittenbahn-Forstweg, zum Teil über Schotter, größtenteils dann doch über Schnee (kein Wunder, hier unten ist wohl immer Schatten…) und wenn man sich genug zu erzählen hat, merkt man oft ja gar nicht, wie eintönig ein Wanderweg eigentlich ist.

Wanderung zum Teufelstättkopf

Immerhin, an einer Kapelle kommen wir vorbei und sehen hoch über uns die Sonne und das August-Schuster-Haus, das wir dann nach rund 2 Stunden erreichen. Wie schön die Sonne ist, wie herrlich der Blick zur Zugspitze und zum Estergebirge. Bis zum Gipfel des Teufelstättkopf sind es noch etwa 45 Minuten- endlich über einen kleinen Pfad, über vereiste Wurzeln und eine schmale Spur im Schnee, für die man keine Schneeschuhe braucht derzeit, und ohne Grödel geht es auch.

Ammergauer Alpen und Allgäu

Nach einer halben Stunde weitet sich der Blick nach Westen – und man fühlt sich wie im Hochgebirge, nicht wie am Rand des des Alpenvorlandes, 800 m über dem Parkplatz bizarre einzelne Felstürme überall. Wild und zerklüftet grüßt die Klammspitze herüber, und auf der Karte tauchen Namen von Gipfeln auf, die ich tatsächlich noch nie gehört habe. Eine kleine Ecke des Forggensees blitzt durch die Berge und erinnert an ein Highlight des ablaufenden Jahres, die 24 Stunden von Bayern.

Gipfelweg Teufelstättkopf

Zum Gipfel selber, die ca letzten 10 Höhenmeter, ist ein wenig Kraxelei angesagt, die Rucksäcke lassen wir liegen. Wir sind froh über das dicke Stahlseil, das man im Sommer kaum brauchen würde, jetzt sind aber einige ganz schön eisige Stellen dabei. Der Gipfel ist klein, die Sicht dafür um so größer. Flach im Norden, grün unterbrochen von blauen Seen, und zackig, grau-weiß alles im Süden. Der Himmel – einfach nur blau.

Traumtag in den Bergen

Wir machen neuen Silvester-Wanderern Platz auf dem Gipfel, steigen ab zur Hütte und weil auf der Terrasse alle Plätze besetzt sind, suchen wir uns einen Tisch mit Südblick in der gemütlichen Gaststube. Die Sonne strahlt herein, das Hüttenteam ist außerordentlich entspannt, gastfreundlich und macht vegetarische Witze. Da schmeckt der Leberkäs erst recht ;-) Vom Kuchen ist tragischerweise kein Foto entstanden. Es herrscht auf der Hütte eine besondere, ruhige Gelassenheit, alles Wanderer hier, die am letzten Tag des Jahres einfach raus in die Sonne und auf dem Berg ein Bier trinken wollen.

Einkehr im August-Schuster-Haus

Den Rückweg starten wir nicht über die jetzt vielbefahrene Schlittentrasse sondern nehmen den kleinen Pfad Richtung Wald (in der Karte als Weg 17 markiert), der mehr über Stock und Stein geht, mit einigen eisigen rutschigen Stellen. Alles im Schatten, aber zumindest kommt nicht alle paar Minuten ein Schlitten hinter einem angerast. Es bietet sich schon an, Schlitten oder Ski für den Rückweg dabei zu haben, denn Spaß macht das jetzt eigentlich keinen mehr- nur noch zurück zum Parkplatz bevor es dunkel wird, heißt die Devise. Die Gedanken sind weiter oben am Gipfel und auf der sonnigen Terrasse. Im Tal startet bereits die Böllerei und die Bergruhe ist dahin.

Alpenblick

Kurzes Fazit – Hütte und Gipfel haben mich positiv überrascht, dafür nimmt man den zähen Aufstieg von Unterammergau schon in Kauf. Es gibt auch einen Weg mit Startpunkt Schloss Linderhof, der vielleicht mehr Spaß macht. Mehr in den Wander- und Reisetipps Ammergauer Alpen

am Teufelstättkopf

Ammergauer Alpen und Zugspitze

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Stefanie Dehler
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Stefanie Dehler

Herausgeberin des Gipfelglück Blogs - einer Sammlung von persönlichen Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radlfahren und Reisen, im Chiemgau, in den Alpen, weltweit.
Mit einer Vorliebe für Höhenmeter, Kuchen, Bier, Bücher und Instagram.
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8 Comments

  1. Hi Steffi, auch dir alles Liebe für 2014! Der Weg von Schloss Linderhof zum Pürschlinghaus ist tatsächlich sehr viel schöner, aber im Winter eigentlich nicht zu begehen, da er sehr steile Wiesenhänge quert. Ich habe die Tour letztes Jahr im Juli bei nicht allzu schönem Wetter gemacht, und statt Menschen haben wir ganz viele Gemsen gesehen: http://rebecca-abenteuerberge.blogspot.de/2013/07/vier-kopfe-uber-schloss-linderhof.html

    Viele Grüße aus NRW, Rebecca

  2. Der Silvestertag war in der Gegend wirklich traumhaft! Wir waren bei wundervollem Sonnenschein im „Murnauer Moos“ unterwegs…

    Der Weg von Unterammergau auf den Pürschling ist wirklich zäh und eintönig.
    Wir sind im Sommer von Oberammergau aus Richtung Kofel und über den Kolbensattel (zufällig) dorthin gelangt. Der Gipfel blieb mir allerdings leider verwehrt. Auch wenn du schreibst, dass es nur ein wenig Kraxelei ist, und man das Stahlseil im Sommer kaum brauchen würde, war es für mich nicht möglich dort hoch zu klettern. An solchen Stellen holt mich die Höhenangst dann doch immer mal wieder ein. :-(
    … und dann bleibe ich ehrlich gesagt lieber unterhalb des Gipfels stehen, auch wenn mir so schon das eine oder andere Gipfelglück entgangen ist. :-(

    Im Winter ist der Weg von Pürschling runter nach Unterammergau ohne Schlitten schrecklich. Wir meiden das August-Schuster-Haus in dieser Zeit meistens, weil es uns schon mehrfach so gegangen ist, das man auf dem Rückweg Angst haben musste, von einem Schlitten mitgerissen zu werden.

    • Stefanie Dehler

      Was für den einen schwer ist, ist für den anderen leicht, das ist immer schwer zu vergleichen. Ich hoffe irgendwie, dass die Leser hier aus verschiedenen Tourenberichten die entsprechende Schwierigkeit für sich ableiten können… Beim nächsten Mal bleibt nur eins – Schlitten mitnehmen.

  3. Pingback: Bergtour auf den Teufelstättkopf

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