Gipfelbuch: Höllentalklamm und Stangensteig

Wasserfall HöllentalklammDie Wanderung durch die Höllentalklamm zur Höllentalangerhütte und zurück über den Stangensteig hat ganz unverhofftes Gipfelglück beschert. Bei Abfahrt morgens in München war es grau und nass und trüb, wir waren darauf eingestellt, dass es auch den ganzen Tag so bleiben würde, ganz nach dem Motto Hauptsache draußen und eine kleine Tour machen. Ja und ab Muranu war blauer Himmel zu sehen und in Garmisch hat die Sonne von einem wolkenlosen blauen Himmel gelacht. Und so wurde der Tag im Höllental geradezu himmlisch!

Wir fahren im Auto bis Hammersbach, dort gibt es einen großen Wanderparkplatz, Ticket für 12 Stunden kostet 2,50 Euro, also sehr human. Die Höllentalklamm ist von hier bereits ausgeschildert, lässt sich auch nicht verpassen, da sie ein großer Anziehungspunkt für Wanderer und Urlauber ist. Der Weg ist zunächst breit und geht teils eben, teils leicht ansteigend am Hammersbach entlang durch den Wald. Der Bach ist wild und laut und schön. Nach etwa 1 Stunde und 300 Höhenmeter kommt man zum Eingang der Höllentalklamm.

Höllental-KlammIn der Höllentalklamm

Eine kleine Hütte klebt am Hang mit Toiletten (Frauen brauchen 1 20-Cent-Stück!), Möglichkeit zum Essen und Trinken kaufen, ein kleines Museum und die Kasse – für Alpenvereinsmitglieder kostets nur 1 Euro statt 4! Hier an der Hütte sollte man auch seine Regenjacke anziehen, egal wie sehr die Sonne scheint! Sobald man die Klamm betreten hat, sinkt die Wandergeschwindigkeit beträchtlich – es gibt so viel zu schauen, so viel zu fotografieren, und möglichst Fotos zu zaubern, auf denen nicht irgendein Arm oder Hinterkopf eines anderen Fotografierenden drauf ist. Und wir hatten wohl noch Glück gestern, dass noch nicht zu viele Leute in der Klamm waren.

 

Die Felswände gehen rechts und links steil nach oben, ein schmaler Weg ist in die rechte Wand gehauen und führt über Stege, durch Tunnel, unter tropfenden Felsen und kleinen Sturzbächen hindurch. Der Weg ist zum Teil rutschig und glatt, aber das ist egal, hinter jeder Kurve, jedem Tunnelausgang gibt es neue fantastische Ansichten, der Bach tost und schäumt, legt man den Kopf in den Nacken, sieht man weit oben den blauen Himmel. Und mal kurz auch eine kleine Brücke, die weit weit oben über die Klamm führt – die wartet auf dem Rückweg auf uns. Zum Fotografieren sind die anderen Leuten in roten Regenjacken perfekt – sie zeigen im grau der Steine wo der Weg lang führt.

Höllental

Viel zu schnell ist der Spaß vorbei, man kommt im oberen Höllental an, sieht hohe Berge vor sich, grüne Wiesen und der Hammersbach plätschert leise vor sich hin, kein Anzeichen, dass er sich gleich in ein Donnerwetter verwandeln wird. Es geht noch ein wenig in Serpentinen den Hang hinauf, nicht anstrengend, aber sehr viel wärmer als erwartet und der ganze Kram wie Gamaschen, Regenhose, Thermoskanne mit heißem Tee wieder mal völlig überflüssig – aber das ist schon in Ordnung heute.

Hütte im HöllentalIn der Höllentalangerhütte

Der Anblick der Höllentalangerhütte (auf 1387m) ist eine wahre Idylle. Grandioser Blick zur Zugspitze, Schafe auf grünen Wiesen, Leute sitzen in der Sonne vor der Hütte und im Gras, eine volkstümliche CD spielt 10 Lieder, die sich alle gleich anhören, es gibt Kaiserschmarrn (wobei ich den nicht unbedingt weiterempfehle, ich habe schon besseren gegessen…) und kühle Johannisschorle, Beine ausstrecken. Entspannte, freundliche Leute, Kinder, Hunde, Sonne Sonne Sonne… Ich kann mein Glück gar nicht fassen, mit so etwas habe ich absolut nicht gerechnet! Gipfelglück pur, auch ohne Gipfel.

 

 

Stangensteig im HöllentalÜber den Stangensteig

Aber wir sind von dem kurzen Aufstieg noch nicht ausgelastet, also brachen wir bald wieder auf, gehen aber nur ein kurzes Stück auf dem Hinweg zurück. An einer flachen Stelle führt ein Steg über den Hammersbach, Richtung Stangensteig. Dieser Weg umgeht die Klamm, dauert auch ein wenig länger (wobei – man bleibt nicht ganz so oft zum Fotografieren stehen…). Teilweise ist der Stangensteig mit einem Stahlseil gesichert und er ist sehr schmal, aber man braucht keine Klettersteigausrüstung und muss auch sonst nicht extrem geübt sein.

 

Der Weg führt weit über dem Tal am Hang entlang, links gehts steil nach unten – ausrutschen sollte man nicht, aber es ist auch keine große Gefahr. Highlight ist die Brücke, die man am Hinweg von der Schlucht aus gesehen hat, tief tief schauen wir nun hinunter und winken den kleinen Menschlein in ihrer bunten Regenkleidung unten zu. Weiter durch den Wald, hauptsächlich bergab jetzt, gemütlich und ruhig, kaum jemand ist hier unterwegs. An der Eingangshütte zur Klamm treffen wir auf den alten Weg und über den breiten Weg spazieren wir zurück zum Auto.

Fazit: Die Höllentalklamm ist wirklich toll, keine krass-anstrengende Bergtour, aber auch kein einfacher Spaziergang. Bergschuhe braucht man schon, es werden auch Höhenmeter gemacht. Die Höllentalangerhütte ist ein Traum, ein Klischee von Alpenhütte. Aber das überraschend tolle Wetter von gestern, das hat allem die Krone aufgesetzt.

Und ja, ich gebe zu, ich bin schadenfroh und bedauere die Münchner, die den ganzen Tag in der trüben Suppe sitzen mussten…

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Zu den Gipfelglück Reisetipps für Garmisch-Partenkirchen

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Stefanie Dehler
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Stefanie Dehler

Herausgeberin des Gipfelglück Blogs - einer Sammlung von persönlichen Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radlfahren und Reisen, im Chiemgau, in den Alpen, weltweit.
Mit einer Vorliebe für Höhenmeter, Kuchen, Bier, Bücher und Instagram.
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4 Comments

  1. Pingback: Lesestoff der vergangenen Wochen « mittenmank

  2. In der Höllentalklamm war ich auch vor ein paar Wochen.. So unglaublich schön. Habe über 200 Bilder an dem Tag gemacht, weil ich mich einfach nicht für ein Motiv entscheiden konnte.
    Wir hatten auch so einen tollen schönen Tag wie ihr!

    LG
    Manuela

  3. Pingback: Winterwanderung durch die Partnachklamm und zum Eckbauern

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