Fit für die Berge Teil 7: Yoga!

Dank der Fit-für-die-Berge-Serie setze ich mich jetzt endlich einmal hin und versuche die Faszination Yoga in Worte zu fassen. Gut für Körper und Seele, das wäre die Kurzfassung. Eine Fitness-Grundlage für alle Bergsportarten, eine ideale Winteraktivität, um nicht völlig unfit im Frühling zu starten. Eine Ausblendung des Alltags und Konzentration auf dich selbst, eine Vorbereitung auf viele andere Trainingsarten. Gedanken zu einem großen Thema.

Mit Yoga habe ich vor Jahren schon in meinem Fitness Studio in München begonnen. Mir ging es nie um Gurus in Indien, Om-Singen, Gedanken an rosa Delfine, sondern immer um die anstrengende, sportliche, bewegungsintensive, auspowernde Art des Yoga, Vinyasa, mit tiefenentspanntem, hingebungsvollem Shavasna am Ende – Daliegen und nichts tun außer froh sein.

Yoga mit LehrerIn im Studio war toll, weil es genaue Ansagen und Hilfestellungen gab, die Gemeinschaft der Gruppe, den fixen Punkt jede Woche im Kalender.

Inzwischen hat sich bei mir aber auch eine Anzahl Yoga DVDs angesammelt. Um auf der eigenen Yogamatte selber entscheiden zu können, ob es 20 min werden oder eine Stunde, ob es sanfter wird oder fordernd, ob der  Fokus auf dem schreibtischgeplagten Rücken liegt oder Sonnengrußvarianten den Kreislauf mal richtig hochtreiben dürfen.

Wer sich mit Yoga daheim (oder auch: Yoga auf Reisen, im Hotelzimmer..) beschäftigt, begegnet schnell dem Namen Mady Morrison, einer Berliner Yogalehrerin, die auf ihrem riesigen YouTube Kanal wirklich alle Arten von Yogasessions anbietet, die man sich nur vorstellen kann, für alle Schwierigkeitsgrade, die einem manchmal Grenzen zeigen, einen ächzen lassen, motivieren. Die manchmal noch ein paar Minuten Meditation dranhängen.

Um dir ein Beispiel zu geben, dass Yoga Körper und Seele gut tut: recht häufig mache ich morgens folgende “Morgenroutine” bestehend aus Yoga und Meditation. Die 20 min schafft man direkt nach dem Aufstehen, sie bringen dich in Schwung und lassen dich positiv in den Tag starten ohne gleich Sorgen und Problemen den Vortritt zu lassen.

Auf meine Frage, ob sich Yoga Faszination in Worte fassen lässt, und ob Bergsportler mal Yoga ausprobieren sollten, antwortete mir Mady:

Yoga schafft eine wundervolle Verbindung von Körper und Geist; schult Konzentration, Gleichgewicht und Koordination und sorgt gleichermaßen für Kraft und Beweglichkeit.
Alles Eigenschaften, die einem Bergsportler mit Sicherheit zu Gute kommen. Zudem bietet die Asanapraxis im Yoga ein großes Repertoire an Übungen zur Stärkung der Körpermitte und Schulter Rückenpartie. Ich hör den Berg schon rufen ;)

Bei der Vorbereitung der Fit-für-die-Berge-Serie und auch beim Sport treiben fiel mir immer wieder auf, wie nützlich regelmäßiges Yoga ist. Und jetzt fällt mir auf, dass es halt schwierig ist, die Nützlichkeit und die Faszination in Worte zu fassen.

Yoga für Berg-Sportler?!

Tadasana. Die Berghaltung. Mountain Pose. Der Beginn fast jeder Yoga Session. Das Konzentrieren, fest am Boden erden, ein unbeweglicher starker Berg sein für einen Moment.

Gleichgewicht. Jeder Baum, jeder Krieger 3, hilft mir zu mehr Gleichgewicht. Und Gleichgewicht halten ist essentiell beim Berggehen, auf schmalen Pfaden, bei Kletterpassagen, auf heiklen Trailabschnitten mit dem Mountainbike. Inneres Gleichgewicht kommt dazu, lässt dich schlechtes Wetter ertragen, zugewachsene Wege, andere Hindernisse.

Starke Beine. Brauchst du am Klettersteig, beim Berggehen, auf dem Radl bei nicht enden wollenden Bergfahrten. Yoga macht dir starke Beine. Bei jedem Krieger 2 merkst du, wie Kraft in deine Beine hineinströmt.

Starke Arme. Brauchst du im Klettersteig, aber auch beim Lenker-Halten in der immer gleichen Position, gehen mit Stöcken ist angenehmer, wenn du Kraft in den Armen hast. So viele Asanas im Yoga stärken deine Arme. Jeder Herabschauende Hund. Jeder Heraufschauende Hund. Arme, Arme Arme.

Geduld und Beharrlichkeit. Wieder an der gleichen Stelle hat dich die Kraft auf dem Radl verlassen und du musstest absteigen? Wieder schaffst du den Klettersteig nicht ohne kräftig ins Seil zu packen statt rein am Fels zu klettern? Für deine Traumtour ist immer wieder zu schlechtes Wetter gemeldet? Auch einen Kopfstand, oder eine Krähe musst du immer wieder üben. Daraufhin arbeiten. Probieren. Nicht aufgeben. Irgendwann klappt es.

Ausdauer. Cardio-Training. Mach mal 10 Sonnengrüße am Stück. Das fetzt.

Rücken. Du kommst nach Hause und alles tut weh, weil der Rucksack so schwer war oder falsch gepackt? So viele entspannte Yoga-Rücken-Sessions sorgen dafür, dass Schmerz und Verspannung verschwinden, Entspannung bleibt.

Klarer Kopf. Ein Gewitter naht? Du musst beurteilen, ob der Hang vor dir lawinengefährdet ist? Yoga gibt dir Konzentration, einen klaren Kopf und innere Stärke, ruhig zu bleiben, die wichtigen Dinge im Blickfeld zu haben.

Kraft, Beweglichkeit und innere Ruhe gesucht? Auch dafür gibt es eine Yoga Session von Mady Morrison, einen 23 Minuten langen Mountain Flow. Aufgenommen in Südtirol, ein angenehmer Bewegungsablauf, der die Gedanken in die Berge abschweifen lässt.

 

Hat dich dieser Artikel jetzt motiviert, endlich mal Yoga auszuprobieren? Hier kommt noch ein Fitness-Tipp von Mady Morrison:

Das kann man so nicht verallgemeinern, da jeder Mensch vollkommen individuell ist, andere Bedürfnisse hat und unterschiedliche Ziele verfolgt.
Wenn man daran arbeitet, eine regelmäßige Yoga Routine zu etablieren, empfehle ich mindestens 3x die Woche die Yogamatte auszurollen, gerne öfter. Es muss ja nicht immer eine ganze Stunde sein. Oftmals genügen schon 10 oder 20 Minuten um entweder Energie zu tanken (z.B. Sonnengrüße am Morgen) oder entspannt den Abend ausgleiten zu lassen (z.B. mit sanften Hüftöffnern).

 

Ausprobieren! Oder bist du selber schon begeisterter Yogi? Welche Asanas, welche Kombinationen kannst du für BergsportlerInnen empfehlen?

 

Übersicht der Gipfelglück Serie Fit für die Berge

Ein neuer Artikel erscheint jeweils am Donnerstag. Zum Austauschen und Vernetzen: die Facebook Gruppe Fit für die Berge

  1. Die Ausgangssituation: Wo ist die Fitness?
  2. Ganz viele kleine Schritte – viele kleine Ideen
  3. Fit für die Berge: Berggehen, Wandern, Bergsteigen (Interview)
  4. Fit für die Berge: Klettersteige, Klettern (Interview)
  5. Fit für die Berge: Radlfahren (Interview)
  6. Fitnessprogramm und Trainingsplanung (Buchtipp)
  7. Fit für die Berge mit Yoga (dieser Artikel hier)

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Stefanie Dehler
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Stefanie Dehler

Herausgeberin des Gipfelglück Blogs - seit 2011 eine Sammlung von persönlichen Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radlfahren und Reisen, im Chiemgau, in den Alpen, weltweit.
Mit einer Vorliebe für Höhenmeter, Kuchen, Bier, Bücher, Yoga und Weit-Weg-Unterwegs-Sein.
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