Packliste für Gletschertouren

Bergtouren für Fortgeschrittene können schon mal über einen Gletscher gehen, und braucht man ganz andere Ausrüstung als bei einer Ausrüstung Gletscherkurskleinen Tageswanderung in den Münchner Hausbergen. Vor einiger Zeit habe ich einen Gletscherkurs beim Alpenverein an der Stüdlhütte unterhalb des Großglockners in Österreich belegt und inzwischen habe ich auch erste Hochtouren-Erfahrung gesammelt, so dass ich hier eine kleine Übersicht zur Ausrüstung für Hochtouren geben kann. 

Ausrüstung für Kurse und Touren kann man sich zunächst ausleihen, an manchen Hütten oder an den Geschäftsstellen des Alpenvereins. Nach und nach wird man sich Ausrüstung kaufen – schon um die Zeit fürs Bestellen, Abholen und Zurückbringen zu sparen.

Was gehört also in den Rucksack für Hochtouren und Gletschertouren:

Gletscherbrille – sehr wichtig, sollte man sich kaufen. Die Sonneneinstrahlung am Gletscher ist extrem, die Reflektierungen kommen von allen Seiten, deswegen muss eine Gletscherbrille vor allem gut passen, beim hochgucken, runtergucken, Kopf schütteln. Am besten im Outdoor Geschäft beraten lassen und mehrere anprobieren.

Sonnencreme Stärke 50 – überall eincremen, auch in die Kniekehlen! Auch wenn die Sonne nicht scheint.

Steigeisen mit Frontalzacken – es gibt verschiedene Varianten von Steigeisen, denn nicht jeder Wanderschuh ist steigeisenfähig. Beim Ausleihen am besten die Schuhe mitbringen, beim Kaufen Steigeisen und Schuhe aufeinander abstimmen. Siehe auch meine Tipps zum Kauf für Steigeisen.

Eispickel – hilft beim Gehen im steilen Eis aber auch zum Sichern, beim Verwenden von Eisschrauben, bei der Spaltenbergung.

Dazu normale Trekking Stöcke – in flachem Gelände ist ein Pickel viel zu kurz zum bequemen Gehen. Wenn es nicht zu steil ist, helfen Trekking Stöcke dabei das Gleichgewicht zu halten.

Eisschrauben – werden ins Eis eingeschraubt, dann kann man sich mit dem Karabiner einhängen. Hält. Zur Selbstsicherung und um andere zu sichern und zu retten.

Gletscherset– besteht aus mehreren Schnapp- und Schraub-Karabinern, Reepschnüren und Bandschlingen. Zum Sichern und Retten.

Klettergurt – beim Gehen in einer Seilschaft hängt sich jeder mit einem Karabiner im Gurt ein

Helm – für steinschlag-gefährdete Touren

Biwaksack
Kompass  und Höhenmesser

Mütze, Handschuhe, warme Socken – auf dem Gletscher ist es kälter als auf felsigem, grasigem Untergrund. Und oft weht ein kalter Wind von oben herunter

Gepäck Gletschertour
Ready to go

Und dann gehört zur Ausrüstung natürlich alles, was man für eine normale Hüttentour auch einpacken würde, vom Hüttenschlafsack bis Oropax und Bargeld fürs Bierchen.

Alles in allem ganz schön viel Gepäck – manchmal nutzt man dann doch gern die Materialseilbahn oder eine Bergbahn, vor allem wenn man auch noch ein Seil transportiert. Ich überlege inzwischen bei jedem einzelnen Teil, ob ich es brauche oder nicht.

Als Kursziel für Gletscherkurse gibt der DAV übrigens an: Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten, die eine selbstständige Durchführung einfacher Gletschertouren ermöglichen

Und die Kursinhalte: U. a. Anseilen auf Gletschern, Spaltenbergung, Seil-, Knoten- und Sicherungstechnik, Gehen mit Steigeisen (Vertikalzackentechnik und Einführung Frontalzackentechnik), Pickeltechniken, Fixpunkte in Eis und Firn, Abseilen, Abbremsen von Stürzen im Firn; Orientierung, Tourenplanung, Materialkunde, Wetterkunde, Erste Hilfe, Umwelt- und Naturschutz

 

Update: Und hier geht es zum Bericht über den Kurs und hier gibt es zusätzliche Fotos.

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Ausrüstung für Hochtouren bestellen

Stefanie Dehler
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Stefanie Dehler

Herausgeberin des Gipfelglück Blogs - einer Sammlung von persönlichen Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radlfahren und Reisen, im Chiemgau, in den Alpen, weltweit.
Mit einer Vorliebe für Höhenmeter, Kuchen, Bier, Bücher und Instagram.
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5 Comments

  1. Hallo Stefanie,
    na, da bin ich ja mal gespannt, was Dir der DAV da beibringen wird. Die Sonnencreme für die Kniekehlen ist doch eher witzig gemeint, oder? Ich würde Dir auf alle Fälle lange Hosen empfehlen. Aber Schutzfaktor 50 ist definitiv sinnvoll. Auf dem Gletscher kann es so warm werden, dass man in Badehose sich bräunen könnte.
    Für Redundanz können sogar zwei Eisschrauben sinnvoll sein, wir hatten bei unserer Tour jeder zwei mit, aber nicht gebraucht.
    Reepschnur für Prusikschlingen muss natürlich auch sein, wenigstens eine kurze und eine lange Reepschnur.
    Ich bin gespannt, was Ihr alles macht, erwarte Rettung per Flaschenzug und eventuell Mannschaftsszug.

    Gruß, Bernd

    • Stefanie

      Hallo Bernd,
      die Sonnencreme bezog sich auf verbrannte Kniekehlen am Hochkönig neulich – am Großglockner wars eher winterlich! Flaschenzug haben wir nicht gemacht, aber den Mannschaftszug stundenlang. Fotos sind online, Bericht dauert leider bis nächste Woche. Stüdlhütte ist sehr zu empfehlen!

      • Hallo Stefanie,
        Ach ja, wie Du das mit dem Sonnenbrand in den Kniwkehlen geschafft hast, weiß ich ja auch nicht. Will ich auch gar nicht wissen ;-). War aber sicher nicht sehr angenehm.
        Ich bin auf Deinen Bericht gespannt, mich haben sie nämlich mal mit Mannschaftszug aus einer Gletscherspalte gezogen. Da hatte ich aber vorher Fotos gemacht, also pure Absicht.
        Gruß, Bernd

  2. Timo

    Hey,
    dein Artikel ist nett geschrieben, aber wenn du ihn als Packliste betitelst und schreibst das ein Gletscherset „aus mehreren Schnapp- und Schraub-Karabinern, Reepschnüren und Bandschlingen“ besteht, dann ist das für mich keine Packliste, keine gute Packliste zumindest… Aber Hey, dein Blog findet man schon, wenn man nach „Gletscher Ausrüstung“ sucht ;)

    Liebe Grüße aus dem Harz,
    Timo

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