Packliste für eine Hüttentour

Kaunergrathütte
Kaunergrathütte

Was gibt es schöneres bei einer Bergtour, als abends nicht hinunter ins Tal zu müssen sondern auf einer Hütte übernachten zu können! Beim ersten Bier des Tages zusehen, wie die Tagesausflügler nach Hause wandern, am Berg zurück bleiben nur Gleichgesinnte, die am nächsten Morgen einen Gipfel planen oder zu einer weiteren Etappe auf einer längeren Tour starten.

Da stört nur ein bisschen, mit 30 anderen in einem Raum zu schlafen, von denen keiner geduscht hat, weil es halt keine Duschen gibt auf der Hütte. Stattdessen Sonnenuntergang, reichlich Abendessen, Sonnenaufgang und weiterwandern! Doch zunächst heißt es: Packliste für den Rucksack schreiben! Weiter unten findest du übrigens ein paar Tipps für besonders schöne Hüttentouren.

Was muss man für eine Übernachtung auf einer Hütte einpacken?

– ein Hüttenschlafsack. Hütten stellen Matratzen, Kissen und Wolldecken zur Verfügung, mehr meistens nicht, und wenn es doch Bettwäsche gibt, wird diese nicht täglich gewaschen. Deswegen nimmt man einen dünnen Schlafsack mit, aus Baumwolle oder Seide, je nachdem, wie viel Platz man im Rucksack hat. Man kuschelt sich abends in seinen Schlafsack und packt ihn am nächsten Morgen wieder ein. Kann man meistens auch auf den Hütten kaufen. Seide ist leichter und teurer, Baumwolle kuscheliger und billiger. Ich benutze seit Jahren einen Seidenschlafsack von Meru*.

Oropax. Selbsterklärend – bei 30 Leuten ist immer einer, der schnarcht.

– Raschelnde Plastiktüten, in denen ihr morgens um 5 was sucht. Mitnehmen, wenn ihr Ärger mit anderen Wanderern sucht :-)

Hüttenschuhe oder Flipflops. Die Wanderschuhe, die den ganzen Tag im Einsatz waren, samt Schnee, Matsch und Ausdünstungen werden am Hütteneingang abgestellt. Meist gibt es Regale,manchmal sind die sogar erwärmt. In die Stube und zu den Zimmern dürfen Wanderschuhe nicht mit- dafür am besten Flipflops einpacken oder weiche warme Hüttenschlappen, oder normale Sneakers, wenn genug Platz im Rucksack ist.

Teebeutel. Als Alpenvereinsmitglied kann man recht günstig eine große Kanne kochendes Wasser kaufen. Eigene Teebeutel reinwerfen und dann erst mal aufwärmen, nach einem langen Tag im Nebel oder Regen. Mehrere Tassen Tee gehen ins Geld, wenn man wenig genießt sondern einfach nur warm werden will. Teebeutel wiegen so gut wie nichts – und das Bier danach kann man dann so richtig genießen.

Teewasser für ausgekühlte Wanderer

– Obst. Für den nächsten Wandertag. Je höher oben gelegen die Hütte desto schöner, aber desto schwieriger ist es auch, Nahrungsmittel anzuliefern. Schokoriegel kann man meistens kaufen, ordentliches Frühstück bekommt man auch. Aber wer gerne beim Wandern Bananen oder Äpfel isst, sollte die von zuhause mitbringen.

Kaiserschmarrn Albert-Link-Hütte
Albert-Link-Hütte

Mitgliedskarte für den Alpenverein. Für das Teewasser, für ein „Bergsteiger-Essen“ (das günstiger ist als die meisten anderen Sachen), für günstigere Übernachtung. Aber vor allem für die Versicherung, die man damit hat, und für all die unermüdlichen, die Hütten und Wege instand halten.

 

Taschenlampe oder Stirnlampe. Wenn man als letzter schlafen geht, oder nachts mal raus muss zum Sterne fotografieren, oder wenn man morgens als erster losmarschiert.

Hütten-Frühstück

Buch zum Lesen. Ist für mich wichtig- für einen Krimi ist doch immer noch Platz im Rucksack. Aber da kenne ich viele andere Meinungen… Und fast jede Hütte hat Berge von alten DAV Jahrbüchern, Bildbände der Gegend und gesammelte Jahrgänge von Alpin oder anderen Zeitschriften, irgendwas findet sich schon zum Lesen. Ein paar Gipfelglück Buchtipps

Magnesium – gut bei längeren Touren. Abends Brausetablette in Wasser trinken, das beugt Muskelkater vor!

Müllsack – jeglichen Müll am besten selber wieder ins Tal zurück tragen. Von vielen Hütten muss der Müll mit Hubschraubern weggeflogen werden, was viel Geld kostet und alles andere als umweltfreundlich ist.

Bargeld – die wenigsten Hütten akzeptieren EC- oder Kreditkarten

Outdoor-Bekleidung* und Ausrüstung kann man auch bei Amazon recherchieren und bestellen.

 

Ausrüstungs-Empfehlungen

(gerne mal zu einem der Shops weiter clicken – mit den entstehenden Werbeeinnahmen wird das Gipfelglück Blog finanziert)

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Weiterlesen:

über meinen „Notfallbeutel“ könnt ihr hier lesen

Warum ist eine Hüttentour so etwas Tolles?

Beispiele für Hüttentouren:

Die beste Hüttentour von allen ist natürlich die Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran. Hier findet ihr meine Tipps für den E5 und Links zu den Etappen-Berichten!

In Vorarlberg im Bregenzerwald: Bergkristallhütte und Biberacher Hütte (A)

In den Lechtaler Alpen: Anhalter Hütte und Namloser Wetterspitze (A)

In den Schladminger Tauern: Gollinghütte und Preintalerhütte (A)

Im Winter: auf der Vorderkaiserfeldenhütte oberhalb von Kufstein (A)

Überraschendes Highlight: Krottenkopfhütte (D)

Vom Allgäu in die Ammergauer Alpen: auf die Kenzenhütte (D)

Erwartetes Highlight: Meilerhütte (D)

Das beste Essen: Stüdlhütte (A)

Hoch über Lermoos: von der Wolfratshauser Hütte auf die Gartnerwand (A)

In den Tannheimer Bergen: Kissinger Hütte und Otto-Mayr-Hütte (A)

Eine Hüttentour in Kanada: durch den Wells Gray Provincial Park (CAN)

Durch den Isarwinkel (D)

Auf dem Lechtaler Höhenweg (A)

Terrasse der Wolfratshauser Hütte
Wolfratshauser Hütte

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Mehr Packlisten:
für Nepal

für Winterwanderungen 

für Gletschertouren

für Kanada mit dem Mietwagen

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Stefanie Dehler
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Stefanie Dehler

Herausgeberin des Gipfelglück Blogs - einer Sammlung von persönlichen Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radlfahren und Reisen, im Chiemgau, in den Alpen, weltweit.
Mit einer Vorliebe für Höhenmeter, Kuchen, Bier, Bücher und Instagram.
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16 Comments

  1. Für die Hütte selbst fällt mir nix mehr ein, ausser dass es auf Schweizer Hütten immer bereits Finken („Hüttenschuhe“) gibt. Super ist eine Stirnlampe mit Rotlicht – blendet einen selbst nicht und lässt andere weiterschlafen.

    • Stefanie

      Rotlicht ist ein guter Tipp! Und ich sollte wirklich mehr Schweizer Hütten besuchen, da kenne ich fast noch gar nichts… Das Wort Finken werde ich mir auf jeden Fall merken :)

  2. Und wenn eine Lampe, dann bitte, BITTE, keine zum Kurbeln!!!
    Mussten uns mal ein Bettenlager mit einer Gruppe teilen, die überzeugt waren, diese Dynamotaschenlampen währen super, weil man dann keine Batterien bräuchte…
    Das hörte sich dann nachts an, als währe man in einem Bienenstock! Bss Bss Bsss…

    Zum Einschlafen ist auch ein MP3 Player ganz nett. Hörbuch drauf, und schon hat man ’ne gute Nacht Geschichte! ;-)

  3. Jan

    Ich leide auch immer unter akutem Obstmangel auf Hüttentouren. Andererseits sind mir Äpfel und Bananen deutlich zu schwer. Zudem bin ich bislang immer kläglich daran gescheitert, Bananen so zu transportieren, dass sie hinterher kein brauner Brei sind… Finde Trockenobst, insbesondere getrocknete Feigen eine gute Alternative.

  4. Wie wär es mit Zahnpasta? Lach… ne, im Ernst, deine Tipps sind schon gut. Wir waren letztes Jahr 5 Tage am Stück in Norwegen von Hütte zu Hütte unterwegs, war toll.

    Viele Grüße aus Hessen!

    Jörg

  5. Pingback: Die besten Reiseblogs im Mai | Reiseblog von HostelBookers

  6. Liebe Stefanie, vielen Dank für die hilfreiche Liste. Sie kam bei mir letztes Wochenende erfolgreich zum Einsatz :-) Leider hatte ich Ohropax vergessen. Schwerer Fehler!
    Ein Frage hätte ich noch: Wenn Du eine einwöchige Hüttentour machst wie z.B. E5, welche Rucksackgröße empfiehlst Du dann?
    Fragt grüßend Maren

    • Stefanie

      Hallo Maren,
      ich bin mir nicht sicher wie viel Liter mein „mittlerer Rucksack“ hat, ca. 40 würde ich sagen. 10 kg hat alles zusammen beim E5 gewogen. Für mich macht es kaum einen Unterschied ob die Wanderung 3 Tage dauert oder 10 – im Rucksack ist eigentlich das gleiche drin.
      Oropax muss immer dazu :-)
      Viele Grüße!

      • Danke, Stefanie. Ich recherchiere gerade für Rucksäcke. Die Auswahl ist groß. Habe jetzt mal 35l ins Auge gefasst. Nach der Erfahrung des vergangenen Wochenendes ist Regenhülle Pflicht ;-)

  7. Pingback: Links der Woche – KW32: SEO-Tools, WordPress, Android Apps, Outlookerweiterungen und Hüttentourpackliste › Hubert Mayer

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