Wanderung im Estergebirge

Die halbe Wanderung zur Hohen Kiste im Estergebirge werde ich die nächsten Wochen und Monate mit mir herumschleppen wie Alpenblumeneinen angefangen Blog-Artikel. Mit viel Euphorie gestartet, in der Mitte abgebrochen und dann folgen immer wieder neue, spannendere Themen bzw Berge und im Hinterkopf grummeln immer noch halbfertige Artikel und halbbestiegene Berge.

Es war am Sonntag einfach eine Bergtour nötig, nach zwei Wochenenden ohne Gipfelglück und den Laber jetzt mal nicht mitrechnend. Wetter bescheiden, aber so lange der Weg sicher und ohne Absturzgefahr ist, soll es an falscher Kleidung ja nicht scheitern. Bestes Wetter in München am Sonntag morgen bestätigte uns auch in unserem Plan im Estergebirge eine Tour zum/zur Hohen Kiste/n zu machen, möglichst mit Einkehr in der Weilheimer Hütte. 13 Grad und tief hängende Wolken erwarteten uns aber am Parkplatz in Eschenlohe… Am Sportplatz kann man gut parken, der Weg durch die Archtal Schlucht ist zwar im Moment nicht begehbar, man kann den Bach aber hüpfend queren und dann den Forstweg Richtung Pustertal erreichen.

Schild zur Hohen Kiste

Wegweiser Hohe Kiste

 

Hohe Kister Estergebirge
Irgendwo da ist der Gipfel

Der Forstweg ist nicht unbedingt schön, bei nassen Verhältnissen und schwierigem Wetter aber sicher zu wandern. Den Hahnbichlsteig haben wir vermieden auf Grund der Warnung, später haben wir den Forstweg aber verlassen und sind über den Steig/ Normalweg weiter. Bei Nässe ist dieser noch gut machbar, an manchen Stellen sind die Steine aber feucht und man muss schon aufpassen. Ein paar mal sind kleine Bäche zu queren, einmal ist der Weg mit Seil gesichert, es ist aber insgesamt ein einfach zu gehender Pfad, durch Wald und Sträucher und viele viele Blumen. Überraschung an der Alm: hier grasen Pferde mit KuhGlocken um den Hals!

Blöd: das Wetter im Sommer 2012

Kaum Menschen sind übrigens zu sehen, die meisten davon noch per Mountain Bike auf dem Forstweg. Das Wetter war die ganze Zeit über schon komisch; tropisch-schwül irgendwie, so dass der Schweiß in Strömen geflossen ist, ohne Jacke mit langen Ärmeln aber eigentlich zu frisch, und der dadurch kalte Schweiß war sehr unangenehm. An der Alm, wie ein Hochplateau gelegen, sieht man dann auch endlich den Gipfel der Hohen Kiste – wenn er denn nicht in den Wolken hängt.

Pferde auf der Alm
Pferd mit Kuhglocke

Es zieht sich immer mehr zu, von oben ziehen Wolken nach unten, von unten zieht Nebel nach oben und dann fängt es auch noch an zu regnen. Deswegen haben wir dann die Tour abgebrochen und sind umgekehrt – nur Regen wäre kein Thema, aber die Schwüle und die noch fehlenden 600 Höhenmeter zu einem Gipfel, der völlig im Nebel liegt, das macht einfach keinen Spaß. Auf dem Rückweg sind sehr viele MTBs entgegenkommen, scheint eine beliebte Strecke zu sein, Weiterfahrt bis Walchensee ist übrigens auch möglich.

Pfad zur Hohen Kiste
Endlich Pfad statt Forstweg

Einkehr mit Estergebirgs-Blick

Am Parkplatz haben wir dann mit Spaziergängern geplaudert und den Tipp bekommen noch beim Brückenwirt einzukehren. Dort sitzt man wirklich schön an der Brücke über die Loisach und schaut auf den wolkenverhangenen Kisten-Gipfel und ist froh, dass man sich  nicht bis zum Gipfel gequält hat- die Sicht wäre gleich Null gewesen. Den Tipp, eine „Reiter’s Spezial Torte“ zu essen würde ich aber nicht so weitergeben, es ist Sahne pur mit ein bisschen Teig und dadurch zu mächtig, ein Zwetschgenkuchen wäre vielleicht die bessere Alternative gewesen.

Nun bleibt natürlich der Vorsatz, diese Tour irgendwann noch zu Ende zu gehen – aber in naher Zukunft eher nicht, sie wird liegen bleiben wie so manch angefangener Blog-Artikel…

Stefanie Dehler
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Stefanie Dehler

Herausgeberin des Gipfelglück Blogs - einer Sammlung von persönlichen Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radlfahren und Reisen, im Chiemgau, in den Alpen, weltweit.
Mit einer Vorliebe für Höhenmeter, Kuchen, Bier, Bücher und Instagram.
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5 Comments

  1. Eine schöne Beschreibung der Wanderung!
    Ich habe jetzt zwar nicht GENAU recherchiert, aber ich frage mich doch, ob ihr euch nicht mal nach Österreich oder nach Vorarlberg traut?
    Das wäre jedenfalls das Gebiet, über das beim „Alpenblogger“ primär geschrieben wird.

    Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn wir in Zukunft mehr voneinander hören würden!

    Lg
    Markus St.

    • Stefanie

      Ach wir sind schon immer mal in Österreich, meist aber in Tirol, weil für eine Tageswanderung die Anreise nicht zu lange dauern sollte. Vielleicht klappt es im Herbst mal mit einem Wochenende in Vorarlberg, wenn die Gewitterzeit endlich vorbei ist… Viele Grüße!

  2. Hallo Stefanie, wie sich die Ereignisse überschneiden. Ich habe die Hohe Kiste(n) auch nicht geschafft – bin einfach zu spät los und hab mich dann im Hahnbichlsteig verfranzt (wenn du nochmal hochgehst, würde mich mal interssieren, ob du den Steig korrekt findest – habe noch einen DAVler getroffen der mir erklärte, das man sich dort gar nicht verlaufen kann). Kurzum – ich hab ihn auch noch nicht geschafft, aber ist dran, dieses Jahr :-) LG, Felix

  3. So machen wirs! Heute ist ja der erste Tag, an dem es schmilzt. Ich bin da oft zum Biken, beobachte also die Schneelage dort und dann schauen wir, das wir uns den „schnappen“ :-). LG, Felix

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