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Die Bergstadt München

18. Juli 2015 by Stefanie Dehler

Alpines Museum MünchenWenn eine Wander-Freundin und Blogger-Kollegin wie Nadine einen Artikel über „München und die Berge“ schreibt und am Ende fragt, ob denn den Lesern weitere Beispiele einfallen – dann könnte man mit ihr darüber im Biergarten reden, oder Kommentare unter den Artikel schreiben.

Oder gleich mit einem eigenen Artikel antworten, denn eine ähnliche Artikel-Idee liegt bei mir schon länger in den Entwürfen herum ohne fertig zu werden. Und da heute „mein Tag“ der Ironblogger Blogparade ist, ich also über München bloggen „muss“, da führe ich doch Nadines Liste mal fort: 

Am Anfang, wenn du nach München ziehst, dann sind die Berge plötzlich so nah! Jedes Wochenende kannst du eine richtige Bergtour machen, oder zwei, kannst für einen Tag zum Skifahren, wenn das Wetter gerade passt, und durchs Bürofenster winken dir die Tegernseer Berge zu.

Und auch, wenn du schon bald über den Stau zwischen Tegernsee und der Autobahn am Sonntagabend stöhnst und über Nur-Stehplätze in der BOB, bis du mal in Innsbruck warst – in einer richtigen Bergstadt – und du Leuten aus dem Allgäu zustimmen musst, die vom „bergfernen München“ reden, wenn du es trotz der Nähe ein paar Wochen lang auf keinen einzigen Gipfel schaffst – dann merkst du nach ein paar Gehirndrehungen schnell, wie viel Berg in München steckt.

  • Der Olympiaberg.  Ein richtiger kleiner Gipfel mitten in der Stadt, für herrliche Sonnenuntergänge, für das Alpenpanorama, fürs Ausprobieren der neuen Schneeschuhe. Und mit Einkehr in der Olympia-Alm natürlich!

olympiaberg

  • Im Botanischen Garten in Nymphenburg findet man einen Alpengarten, Alpenblumen sind in hügeligem Gelände angepflanzt und mit Namensschildern versehen, damit man lernen und bei der nächsten Bergtour endlich mit Fachwissen glänzen kann. Der bekanntere Alpengarten am Schachen ist übrigens die Außenstelle des Botanischen Gartens in München.

Botanischer Garten in München

  • Das Alpine Museum auf der Praterinsel hatte Nadine schon erwähnt – ich mag in seinem Garten besonders den rastenden Wandersmann (siehe oben) und die Geologische Schausammlung – denn Gesteine beim Namen nennen ist noch schwieriger als Blumen.

Geologische Sammlung Alpines Museum München

  • Schnell Lust auf einen Klettersteig? Das geht bei Sport Schuster. Skigymnastik? Zum Beispiel bei meinem Fitness Studio. Rodeln im Luitpoldpark. Nach dünner Luft schnappen? In der Höhenkammer bei Globetrotter.
  • Murmeltiere? Im Zoo.
  • Von meinem Büro, in dem ich arbeite, kann ich bei klarem Wetter die Berge sehen. Und „Bergblick“ ist bei Maklern immer öfter ein Feature, wenn es darum geht, Mieter für Büros zu finden.
  • Im Supermarkt kann man Almdudler und Andechser Bier kaufen, und Currywurst schmeckt am besten im BERGwolf.

Hausberge

  • Ja und dann hätten wir da die Autobahnen. Die eine Richtung Salzburg, die andere nach Garmisch und die dritte nach Lindau. Autobahnen, die uns in die Berge bringen, in die Hausberge. Und das finde ich auch nach  4 Jahren in München noch immer ein tolles Konzept – alles rundherum sind die Münchner Hausberge, auch wenn manche davon sogar in Tirol offiziell sind…
Alles Münchner Hausberge!

Alles Münchner Hausberge!

Hier ist das Mia san Mia ausnahmsweise mal angebracht, alles unsere Berge! Wir fühlen uns da so heimisch und gehören mit dazu, wir sind keine Touristen und Flachlandtiroler, die im Urlaub halt man eine Wanderung machen wollen.

Wir wissen, was Kaspressknödel sind, wir kennen die Nachbargipfel und glauben zu wissen, welche Gipfel vom Horizont herüberwinken, können zu jeder zweiten Berghütte Geschichten von früheren Besuchen erzählen.

Wenn’s heute regnet, können wir daheim bleiben und halt morgen kommen oder nächste Woche, denn zu unseren Bergen ist’s ja immer nur ein Katzensprung.

Wir können zum Feierabend eine Bergtour machen und auf manche Gipfel noch mal gehen, weil sie so schön waren oder weil wir sie endlich bei schönem Wetter sehen wollen.

Wir stehen freiwillig am Wochenende wahnsinnig früh auf, weil wir mal eben ins allerhinterste Karwendeltal wollen, weil da ein noch unbestiegener Münchner Hausberg wartet. Es gibt Wanderbücher für die Hausberge und Winterwanderbücher für die Hausberge. Und bei Sonya gibt es im Moment sogar ein Projekt Hausberge.

Bei Wikipedia habe ich noch den Satz gefunden „Zum Hausberg der Stadt blickt man hinauf, er hat aber noch mehr die Funktion, dass man von ihm auf die Stadt hinabschaut.“ Von vielen Münchner Hausbergen kann man tatsächlich München sehen – oder man kann es erahnen unter der Dunstschicht, oder da wo die dunklen Wolken hängen und das Wetter grad viel schlechter ist als am Berg…

Vom Herzogstand sieht man manchmal *nicht* bis München

Vom Herzogstand sieht man manchmal *nicht* bis München


Kurz gesagt – die Hausberge sind für mich das beste an München, ohne sie wäre die Stadt nicht, was sie ist! Und damit ist auch klar, warum der silberne Kerl ganz oben auf dem Bild vor dem Alpinen Museum so trübsinnig schaut – er sucht nach dem schnellsten Weg in die Berge. 
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Wie oben schon kurz erwähnt, hat dieser Artikel mit den famosen Münchner Ironbloggern zu tun. Wir haben uns verpflichtet, einmal in der Woche zu bloggen, wenn nicht, werden 5 Euro für die Kasse fällig. Derzeit läuft unsere München Blogparade, jeden Tag ein anderer München Artikel. Gestern war Angelika mit dem Thema Taijiquan & Qi Gong an der Reihe, morgen folgt der Blick auf München bzw den Kocherlball bei Kathy’s Song, alle Artikel findet ihr hier.

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Mehr Gipfelglück München Artikel (meistens mittwochs…)

Folge 1 von Mittwochs in München: Winter-Aktivitäten im Englischen Garten

Folge 2 von Mittwochs in München: Das Dantebad – ein Winter-Freibad

Folge 3 von Mittwochs in München: Radltour im Münchner Norden, zum Feringasee

Stefanie Dehler
Folgt mir:

Stefanie Dehler

Herausgeberin des Gipfelglück Blogs - einer Sammlung von persönlichen Erfahrungen beim Wandern, Bergsteigen, Radlfahren und Reisen, im Chiemgau, in den Alpen, weltweit.
Mit einer Vorliebe für Höhenmeter, Kuchen, Bier, Bücher und Instagram.
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10 Comments »

  1. Eine tolle Antwort auf Nadines Artikel. Ich mag den Wanderer am Alpinen Museum auch sehr gerne. In München die Bergtouren auf der Karte planen und in den Hausbergen diese dann unter die Wanderfüße nehmen. Die Berge sind für mich ein entscheidender Grund, warum München so lebenswert ist. Auch wenn ich oft gerne noch näher dran wäre, wie beispielsweise in Innsbruck. Gerade dann, wenn am Wochenende andere Dinge zu erledigen sind und man keine Zeit findet rauszufahren.
    Vielen Dank auch für die Erwähnung meines Projekts Münchner Hausberge. Das freut mich sehr.

  2. […] eine Blogparade – 31 Blogger bloggen 31 Tage zum Thema München. Gestern hat Stefanie von Gipfelglück etwas über die Bergstadt München gebloggt. Für mich als Zuagroaste ein toller Einblick in meine […]

  3. Griesi sagt:

    Die Currywurst vom Bergwolf ist große Klasse. So ne Curywurst kriegste in ganz Berlin und dem meisten Rest vonne Welt nich.

  4. […] sich vornehmlich mit den schönen Seiten der nördlichsten Stadt Italiens. Da geht es um Berge und Seen und die angenehmen Seiten von Studentenleben und Kultur sowie leckere Brezeln, wie […]

  5. […] würde ich da auch zustimmen, denn eine Großstadt und Outdoor das passt nicht zusammen. Nadine und Stefanie haben in ihren Blog ja bereits darüber berichtet wo man in München Berge finden kann. Doch ich […]

  6. […] Und ihre Frage nach weiteren Beispielen hat Stefanie von Gipfelglück gleich in ihrem Beitrag geliefert: Die Bergstadt München […]

  7. Nadine sagt:

    Ich freue mich, dass du diese Liste fortgeführt hast. Und dann noch mit so schönen schönen Tipps. Dass es den Alpengarten im Botanischen Garten gibt, wusste ich, bis du nun davon erzählt hast, auch noch nicht. Dachte, dafür muss man zwingend zum Schachen fahren. In voller Blüte ist der ja einfach wunderbar anzuschauen.

    • Stefanie Dehler sagt:

      Botanische Gärten besucht man meist nur, wenn man irgendwo Urlaub macht – oder wenn man selber Besuch hat, so war’s bei mir letztes Jahr :-)

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